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Das Seemoos –Ein Moor wird wiederbelebt

Moorschutz ist Klimaschutz, Artenschutz und Hochwasserschutz in einem. Dies betonte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf anlässlich der Eröffnung der Panorama-Plattform Seemoos bei Oy-Mittelberg.

In Kooperation mit den Bayerischen Staatsforsten hat der Zweckverband Allgäuer Moorallianz im Rahmen des gleichnamigen Naturschutzgroßprojektes in den letzten zwei Jahren im Seemoos rund 20 ha Hochmoor hydrologisch saniert. Mit der neuen Panoramaplattform ist es gelungen, den interessierten Besuchern die Bedeutung der Moore näher zu bringen und die Arbeit der Moorallianz zu erläutern. Zahlreiche Informationselemente und Installationen bieten einen umfassenden Einblick in das Thema Moor und Moorschutz.

„Bis 2020 sollen bayernweit 50 Moore wiedervernässt werden. Moore sind enorme Kohlenstoff-Speicher. Bei entwässerten Mooren funktioniert der Speicher nicht mehr. Rund 5 Millionen Tonnen Treibhausgase werden dadurch allein in Bayern jedes Jahr freigesetzt. Die Allgäuer Moorallianz ist eine starke Partnerin für den Moorschutz in Bayern. Ihre Arbeit nützt der Umwelt und den Menschen in der Region“, so Umweltministerin Scharf gegenüber den Vorsitzenden des Zweckverbandes Landrätin Zinnecker und Landrat Klotz.

An dem rd. 8,4 Mio € umfassenden vom Bund geförderten Projekt zum Erhalt der Moore im Allgäu beteiligen sich der Zweckverband mit rd. 840.000 € und der Freistaat mit über 1,2 Mio €. Im Rahmen des Begleitprojektes „Ländliche Entwicklung“ das mit 1,5 Mio € ausgestattet ist und die Schwerpunkte in den Bereichen Tourismus, in der Landwirtschaft und Regionalentwicklung hat, konnte die Moorallianz erfolgreich torffreie Blumenerde aus nachwachsen-den regionalen Rohstoffen entwickeln.

Das Seemoos als Modellprojekt

Das Seemoos wurde wie viele Moore im Alpenvorland früher zur Vorbereitung des Torfabbaus systematisch entwässert und dadurch nachhaltig geschädigt. Die Kernbereiche befinden sich im Eigentum der Bayerischen Staatsforsten, die als Projektpartner den Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes zugestimmt haben. Die Umsetzung eines umfassenden Sanierungskonzeptes in diesem Gebiet soll beispielhaft für die weiteren Aktivitäten des Projektes sein.

Auf Grundlage einer Detailplanung erfolgten bereits 2013 die ersten Anstau- und Sanierungsarbeiten. Inzwischen wurden auf einer Fläche von rd. 20 ha mehr als 1.500 einfache Torfdämme in die über 12 km langen Entwässerungsgräben eingebaut. Zusätzlich wurden einige große Abzugsgräben in den Torfstichen abschnittsweise verfüllt oder mit stabilen Bauwerken angestaut. Restarbeiten sind für den Herbst 2015 und das Frühjahr 2016 geplant. Damit wird dann voraussichtlich die staatseigene Kernfläche des Gebietes von ca. 30 ha vorerst weitgehend „fertig“ bearbeitet sein und die Entwicklung von Wasserhaushalt sowie Flora und Fauna weiter beobachtet werden.

Das Seemoos ist aufgrund der vorhandenen Infrastruktur prädestiniert dafür, interessierten Besuchern Moorschutz näher zu bringen und die Ziele des chance.natur-Projektes vorzustellen. Die Panorama-Plattform bietet mit ihren Informationselementen und Installationen einen umfassenden Einblick in das Thema Moor und Moorschutz und trägt dazu bei, die Öffentlichkeit zu informieren und Akzeptanz für das Projekt zu schaffen.

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Datum: 22.06.15