Bauen & Umwelt

Landratsamt Oberallgäu

Oberallgäuer Platz 2 • 87527 Sonthofen

Telefon Symbol

(0 83 21) 6 12 - 0

Fax Symbol

(0 83 21) 6 12 - 369

Zeiten Symbol

Öffnungszeiten

gruenten_header
  • Schrift klein
  • Schrift mittel
  • Schrift groß
loa_webheadermitkhen (© Landkreis Oberallgäu )
rollupverbndeneu (© Landkreis Oberallgäu )

Wer steckt dahinter?

Ein breites Bündnis landwirtschaftlicher Organisationen mit Landkreisen und Gemeinden!

Die Initiative GENial wird von einem breiten Bündnis verschiedener bäuerlicher Organisationen im Allgäu getragen. Dazu gehören z. B. Kreisverbände des Bayerischen Bauernverbandes - BBV, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter - BDM, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft - AbL und verschiedene Bioanbauverbände (siehe auch Bild links). Unterstützt wird die Arbeit von den Landkreisen Lindau, Oberallgäu und Ostallgäu mit ihren Gemeinden sowie der Stadt Kempten. Mit dem Landkreis Unterallgäu und unseren oberschwäbischen Nachbarn arbeiten wir dabei genauso zusammen wie mit dem österreichischen Bundesland Vorarlberg und der dortigen Bodenseeakademie. Unser Ziel ist es, eine gentechnikfreie Anbau- und Fütterungsregion für das Allgäu und die angrenzende Bodenseeregion zu erreichen und zu sichern.

Sie können sich gern an uns wenden, wenn Sie Fragen haben oder eine Veranstaltung in Ihrem Verein oder z. B. in Ihrer Schule durchführen wollen. Wir helfen Ihnen gern bei der Planung und beraten Sie bei der Wahl der Referenten! Rufen Sie einfach an unter

T.: 08321/612-420.

 

Podiumsrunde 5 Jahre gentechnikanbaufreies Bayern
Podiumsrunde v. rechts: LR Anton Klotz, Monika Breithaupt-Endres (Verbraucherzentrale Bayern), Moderatorin, Umweltministerin Ulrike Scharf, Prof. Dr. Hubert Weiger (BUND)
5 Jahre gentechnikanbaufreies Bayern, Umweltmedaille für Elisabeth Koch
Elisabeth Koch erhält die Umweltmedaille von Ministerin Scharf

5 Jahre gentechnikanbaufreies Bayern - Podiumsgespräch mit Landrat Anton Klotz in München am 13.11.2014

Elisabeth Koch für ihren Einsatz zur gentechnikfreien Region mit bayerischer Umweltmedaille ausgezeichnet

Seit fünf Jahren werden in Bayern keine gentechnisch veränderten Pflanzen mehr im Freiland angebaut, auch nicht für Versuchs- und Forschungszwecke. Aus diesem Grund hatte die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf zu einem Podiumsgespräch in den Gartensaal des Prinzregententheaters nach München eingeladen. Mit auf dem Podium war auch der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz. Das Oberallgäu ist einziger Landkreis in Bayern, in dem alle 28 Gemeinden vom Freisstaat anerkannt "gentechnikanbaufreie Kommune" sind. Seit dem Jahr 2009 ist der Landkreis mit der Stadt Kempten zudem gentechnikfreie Anbau- und Fütterungsregion. Elisabeth Koch, damalige stv. Kreisbäuerin und Mitglied im Arbeitskreis der Initiative GENial hatte sich im Oberallgäu stark dafür eingesetzt. Dafür wurde sie nun von Ministerin Scharf mit der Umweltmedaille des Freistaates Bayern ausgezeichnet. Elisabeth Koch bedankte sich für diese Auszeichnung und betonte zugleich, dass sie diese auch stellvertretend für die vielen Mitstreiter im Allgäu entgegennehme. Nur durch gemeinsame Anstrengung konnte die gentechnikfreie Anbau- und Fütterungsregion erreicht werden.

Ebenfalls mit der bayerischen Umweltmedaille ausgezeichnet wurden Dr. Martha Mertens (Gentechnikexpertin des Bund Naturschutz) und Walter Haefeker (Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes).

 

 

Vortrag von Dr. Christoph Then am 19.10.2014

Die Interessengemeinschaft für Gesunde Lebensmittel (IG FÜR) hatte Herrn Dr. Then zu einem Vortrag nach Kempten eingeladen

Dr. Christoph Then gründete das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie (Testbiotech e.V.). Dr. Then schlug in seinem Vortrag dabei bildlich gesprochen in die genau gleiche Kerbe wie einen Monat vorher an gleicher Stelle Frau Dr. Hilbeck (ETH Zürich). Die unzureichende Beachtung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über negative ökologische Folgen des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen ist ein nicht hinnehmbarer Zustand.

Dr. Then beleuchtete insbesondere auch den beruflichen Werdegang von einigen Personen, die für die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) bei der Risikobewertung von gentechnisch veränderten Pflanzen tätig waren und zum Teil immer noch sind. Für die Zuhörer war leicht nachvollziehbar, dass sich bei diesen Personen Interessenkonflikte während ihrer Tätigkeit für die EFSA zwangsläufig ergeben haben müssen.

Nähere Informationen finden sie hier: http://www.testbiotech.org/independence

 

Dr. Angelika Hilbeck, 18.09.2014
v. r.: Georg Sedlmaier (IG FÜR), Dr. Angelika Hilbeck, Christine Räder (Bio-Ring Allgäu e.V.), Christian Schiebel (LRA Oberallgäu)

Vortrag von Dr. Angelika Hilbeck am 18.09.2014 in Kempten

Die Biologin der ETH Zürich referierte auf Einladung der Initiative GENial über ökologische Risiken und Auswirkungen von gentechnisch veränderten Pflanzen

Dr. Hilbeck befasst sich als Wissenschaftlerin seit langem mit den ökologischen Risiken von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP). Die Versprechungen der Saatgut-Industrie sind in diesem Zusammenhang mannigfaltig. Der Nutzen von GVP ist dagegen bislang eher bescheiden. Andererseits sind verschiedene Schädigungen des Ökosystems durch den Anbau von GVP wissenschaftlich belegt. Die Referentin veranschaulichte mit mehreren Beispielen, dass diese Studien jedoch bislang nicht die ihnen gebührende Wertung in den Zulassungs- und Bewertungsverfahren von GVP erfahren. Das liege auch daran, dass im Bewertungsverfahren zum Teil die gentechnisch veränderte Pflanze nicht als komplett neuer Organismus angesehen werde. Stattdessen werden die einzelnen Elemente für sich betrachtet und bewertet. Damit sind neue Eigenschaften in der Risikobewertung außen vor, soweit sie sich erst nach der Zusammensetzung zur GVP ergeben.

Es bestehe für diejenigen Wissenschaftler, die für die Zulassung und Bewertung einer GVP problematische Erkenntnisse gewinnen und veröffentlichen stets die Gefahr, wissenschaftlich diskreditiert zu werden. Unter anderem deshalb wurde im Jahr 2009 die Wissenschaftler-Vereinigung ENSSER (European Network of Scientists for Social and Environmental Responsibility) gegründet, deren momentane Vorsitzende Frau Dr. Hilbeck ist. Nähere Informationen über die Arbeit und Anliegen von ENSSER finden sie hier (nur englisch): www.ensser.org

 

 

 

 

 

p11303231 (© Landkreis Oberallgäu )
Umweltminister Dr. Marcel Huber überreicht Logo "Gentechnikanbaufreie Kommune" an 14 Gemeindeoberhäupter im Landkreis Oberallgäu

Gentechnikanbaufreie Gemeinden

Umweltminister Dr. Marcel Huber zeichnet weitere 14 Kommunen im Landkreis Oberallgäu aus.

In den Jahren 2007 bis 2009 haben alle Kommunen im Oberallgäu und auch der Landkreis selbst Beschlüsse gefasst mit dem Ziel, die gentechnikreie Landwirtschaft im jeweiligen Hoheitsbereich zu erhalten und zu fördern.

Seit dem Jahr 2011 zeichnet der Freistaat Bayern solches Engagement mit dem Logo "Gentechnikanbaufreie Kommune" aus. Eine Übergabe dieses Logos erfolgte nun durch den Umweltminister Dr. Marcel Huber am 28.07.2013 während einer Feierstunde im AlpSeeHaus in Immenstadt-Bühl.

Huber betonte in Bühl, dass der Freistaat Bayern der "Feinkostladen" Deutschlands für landwirtschaftliche Produkte sein wolle. Es passe dazu nicht, wenn dann in ihrer Wirkung auf Natur, Nutztiere und Menschen nicht ausreichend untersuchte gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut würden. Zu viele Fragen seien hier noch unbeantwortet und es mehren sich die Hinweise, dass der Anbau von GVO erhebliche Risiken mit sich bringt. Das gilt besonders für Regionen mit kleinteilig strukturierten Landschaften unterschiedlichster Bewirtschaftung und vielen für die Natur besonders wertvollen Flächen. Aus diesem Grund müssen nach Huber die Entscheidungen über Anbauverbote künftig auch vor Ort - unabhängig von EU-Zulassungen - durch die jeweiligen Regionen getroffen werden können. Dafür setze sich Bayern auf EU-Ebene nachdrücklich ein.

Der stellvertretende Landrat Anton Klotz stellte in seiner Rede ein vermeintlich nachlassendes Interesse der Gentechnikkonzerne an neuen Pflanzenzulassungen in Europa fest. Begründet würde das mit der fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung. Man dürfe sich aber von solchen Konzernaussagen nicht täuschen lassen und müsse gerade jetzt wachsam sein und aufklären über den Wert der gentechnikfreien Landwirtschaft. Es gelte zu verhindern, dass beispielsweise wie in den USA die Schädigung von Bienen in Folge der Agro-Gentechnik auch hier bei uns ein Maß erreicht, welches Bestäubung durch Bienen auf der Fläche nicht mehr gewährleistet.

Unterschriftenübergabe an Umweltminister
Übergabe von Unterschriften an den ehem. bayer. Umweltminister Dr. Markus Söder
p1230014 (© Landkreis Oberallgäu )
v.l.: der ehem. Umweltminister Dr. Markus Söder, Landrat Gebhard Kaiser und die ehem. stv. Kreisbäuerin Elisabeth Koch, treibende Kraft auf dem Weg zur gentechnikfreien Region

Gentechnikfreie Anbau- und Fütterungsregion

"Eigenständige Landwirtschaft - biologische Vielfalt - gesunde Lebensmittel - regionale Wertschöpfung"

Mit der herrlichen Natur- und Kulturlandschaft des Landkreises Oberallgäu untrennbar verbunden sind die Attribute "Echtheit", "Reinheit" und "Gesundheit". Für uns ist es unabdingbar, diese Attribute zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Oberallgäuer Kreistag bereits im Sommer 2007 mit dem Thema "Gentechnikfreie Anbauregion" befasst und beschlossen, die Bestrebungen der bäuerlichen Institutionen (Bayerischer Bauernverband, Bio - Verbände) zu unterstützen. Dies beinhaltet den Verzicht auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und solche auch nicht als Futtermittel zu verwenden. Am 02. März 2009 konnte dann die "Agro-Gentechnik freie Region Oberallgäu-Kempten" verkündet werden. Kriterium dafür ist, dass sich mindestens zwei Drittel der Landwirte einer Region durch eine entsprechende schriftliche Erklärung verpflichten, auf den Anbau und die Verfütterung von gentechnisch veränderten Organismen zu verzichten.  

Ein wesentlicher Aspekt, um eine spürbare Wirkung in der regionalen Wertschöpfungskette zu erzielen, sind regional gut verankerte und kooperierende Netzwerke. Wir stehen deshalb in Kontakt zu Entscheidungsträgern auf allen Ebenen sowie zu den Nachbarn im Allgäu, in Oberschwaben und in Vorarlberg. Gemeinsam informieren wir auf Messen und anderen Veranstaltungen mit dem Ausstellungstand der Initiative "GENial! Allgäu ohne Grüne Gentechnik" über dieses Thema, das Landwirte und Verbraucher gleichermaßen bewegt.

Ihr Ansprechpartner

Christian Schiebel
Sachgebietsleiter