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3. Oberallgäuer Klimaschutzkonferenz

Zwischenbericht über Maßnahmen auf dem Weg zur Energiewende

Oberallgäu. Mit konkreten Empfehlungen an den Kreistag endete Anfang Dezember 2014 die 3. Oberallgäuer Klimaschutzkonferenz, zu der unter anderem die Gemeinden und der Energiebeirat des Landkreises geladen waren.

So soll das Förderprogramm des Landkreises für die professionelle Baubegleitung von Sanierungsmaßnahmen durch Sachverständige, das 2014 erstmals angeboten wurde, auch im kommenden Jahr wieder aufgelegt werden. Rund 50.000 Euro hatte der Landkreis dafür zur Verfügung gestellt. Ziel dieses Landkreis-Programms ist es, mit einer neutralen Beratung durch fachkundige Planer und Architekten die Umsetzung von tatsächlich nachhaltigen und zukunftsweisenden Sanierungskonzepten zu garantieren und den Einsatz nachwachsender und regionaler Bau- und Dämmstoffe zu fördern. Immer wieder zeige sich, dass Fehler in der Planung und Bauausführung vermieden werden können, wenn ein kompetenter Fachmann von Anfang die Fäden in der Hand hält und später als Baubegleiter die Arbeiten koordiniert. Zwei Bauherren hatten zuvor über ihre positiven Erfahrungen mit der Baubegleitung berichtet. „Im Internet findet sich zu viel Information, die man alleine nicht mehr überblicken kann“, so einer der beiden Bauherren. Ganz wesentlich sei für ihn deshalb neben der Beratung über die verschiedenen Fördermöglichkeiten ein Gesamtkonzept für die Sanierung seines Hauses und die Gewerke übergreifende Begleitung gewesen.

Was für Hausbesitzer in Zukunft möglich sein wird, zeigte ein Erfahrungsbericht über die Erprobung von Batteriespeichersystemen in Privathaushalten auf. Im Rahmen des Projekts ALPSTORE wurden vor einem Jahr zwei Pilothaushalte in Sonthofen, die bereits über Photovoltaikanlagen verfügen, mit Batteriespeichern ausgestattet. Zwar lasse der Wirkungsgrad durchaus noch Wünsche offen, trotzdem könnten in diesen Haushalten gut 30 Prozent des benötigten Stroms über den Batteriespeicher gedeckt werden.

Eine weitere Empfehlung an den Kreistag ist die Durchführung eines landkreisweiten Stromsparwettbewerbs im kommenden Jahr. Damit sollen Verbraucher und Betriebe animiert werden, ihren Stromverbrauch näher zu betrachten und zu reduzieren. Wie der Wettbewerb genau aussehen soll, wird in den nächsten Monaten noch auszuarbeiten sein.

Im Blickfeld der Tagung waren jedoch nicht nur die Hausbesitzer, sondern auch der Landkreis und die Kommunen selbst. Als Teil des „Handlungsplans Klimaschutz“ haben sich sich in den vergangenen zwei Jahren 18 Gemeinden im Rahmen der „Kommunalen Energieallianz“ zu einem effizienten Umgang mit Energie und maximalem Einsatz von erneuerbaren Energieträgern verpflichtet. Landrat Anton Klotz appellierte an die restlichen Gemeinden, diesem Beispiel zu folgen und der Kommunalen Energieallianz beizutreten. Als wichtigstes Handlungsfeld im Rahmen der Energieallianz sieht Klotz den Betrieb der kommunalen Liegenschaften. Unterm Strich rechne sich der Aufwand hier sehr schnell, da mit kostengünstigen Maßnahmen Optimierungen erreicht und auftretende Fehler sehr schnell erkannt werden können. Der Landkreis selbst kontrolliere den Strom- und Wärmeverbrauch seiner Liegenschaften seit mehr als zehn Jahren erfolgreich mit einer kommunaler Energiebuchhaltung. Zusätzlich habe der Landkreis im November 2013 den Prozess zum European Energy Award begonnen. Der Einstiegswert, demzufolge 49 Prozent aller möglichen Maßnahmen bereits umgesetzt seien, könne sich sehen lassen, biete aber noch Luft nach oben.

Um die Entwicklung in Sachen Energieerzeugung und Energieverbrauch im Landkreis insgesamt zu verfolgen und sichtbar zu machen, soll außerdem die Energiebilanz für den Landkreis und seine Gemeinden aktualisiert werden. Der Landkreis will das auch für die Gemeinden veranlassen, da es sich kostengünstiger bewerkstelligen lässt, wenn die Bilanz in einem Zug für den ganzen Landkreis erstellt wird als für jede Gemeinde einzeln.

Den Rahmen für die gesamten Aktivitäten bildet der Handlungsplan Klimaschutz, der 2013 vom Kreistag verabschiedet worden war, der European Energy Award dient als Controllinginstrument bei der Umsetzung. Im Laufe der Zeit kann daran der Erfolg beim Klimaschutz tatsächlich gemessen werden. Aufbauend auf den erhobenen Daten, Fakten und Vorschlägen aus Workshops waren elf Leitprojekte für den Landkreis definiert und auf den Weg gebracht worden. Diese sollen dazu beitragen, den Energieverbrauch (Wärme, Strom) sowohl bei den Landkreisliegenschaften wie auch bei Unternehmen oder in privaten Haushalten nach Möglichkeit zu reduzieren und beim Bezug von Strom und Wärme verstärkt auf regenerative Energien zu setzen.

Details

Datum: 03.12.14

Simon Steuer
Klimaschutzbeauftragter