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Mehr Klimaschutz - höherer Stromverbrauch

Masterplan 100 % Klimaschutz: Oberallgäuer Energiebeirat einigt sich auf Strategieplan

Oberallgäu.  Von der Wärmeeinsparung bei Gebäuden über intelligente Energiekonzepte in Neubaugebieten bis hin zu zukunftsweisender Verkehrsmobilität: Als Masterplan-Kommune wird das Thema Klimaschutz im Landkreis Oberallgäu groß geschrieben. In seiner jüngsten Sitzung einigte sich der Beirat für Energie und Klimaschutz auf einen ersten Strategieplan in Richtung des Zieles, den Energieverbrauch im Landkreis bis zum Jahr 2050 zu halbieren  und den Ausstoß klimaschädlicher CO2-Emissionen um 95 Prozent zu senken. Bevor es an die detaillierte Ausarbeitung des Maßnahmenkataloges geht, müssen die vorgestellten Leitprojekte auch noch den Oberallgäuer Kreistag passieren.

Parallel zu den Klimaschutzmaßnahmen werde sich allerdings der Stromverbrauch bis zum Jahr 2050 um rund 70 Prozent erhöhen, prophezeite Dr. Hans-Jörg Barth vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza). Dieser Kalkulation liegt die Annahme zugrunde, dass zukünftig sowohl für die Elektromobilität als auch für die Nutzung von Umweltwärme Strom als Hilfsenergie benötigt wird. Alternative Energiepotenziale bei der Stromerzeugung sieht er in Photovoltaik, Windenergie, Wasserkraft und Biogas. Künftig gelte es, deutlich mehr Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen zu bestücken und auch Mietern die Möglichkeit zu dieser Investition zu geben. Im Bereich der Wirtschaft müssten Modelle zur Energieeffizienz weiter vorangebracht und der Anteil fossiler Energien eingedämmt werden.

Klaus Mayr (egrid applications & consulting GmbH) plädierte für eine energieeffiziente Versorgung und Bereitstellung von Strom und Wärme in Neubaugebieten.  Dabei gelte es, Synergien zu nutzen. Das wiederum bedeute: „Nicht jeder hat seine eigene Heizung und seinen eigenen Speicher.“  Simon Steuer, Klimaschutzbeauftragter des Landkreises, stellte die Maßnahmen im Bereich der Bildung vor. Dazu gehöre Umweltbildung an Grundschulen ebenso wie Angebote für weiterführende Schulen, beispielsweise die Auszeichnung als "Klimaschule". Im Bereich Mobilität warb Steuer unter anderem für mehr Elektrofahrzeuge in kommunalen Fuhrparken sowie für eine bessere Infrastruktur mit Ladestationen. Auch plädierte er für eine Unterstützung von Fahrgemeinschaften im Landkreis. Bereits vorhandene Autos könnten besser ausgelastet werden, das gelte auch für kommunale Fahrzeuge.

Details

Datum: 02.06.17

Simon Steuer
Klimaschutzbeauftragter