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JobMesse
Intensiver Austausch zwischen Unternehmen und Schülern fand bei der JobMesse „Berufsbilder Energie und Klimaschutz“ statt.
JobMesse 2

Die JobMesse Energie und Klimaschutz

Am 16. Februar drehte sich für rund 140 Schülerinnen und Schüler verschiedener Oberallgäuer Schulen alles um die Themen Energie und Klimaschutz. Zwei Veranstaltungen des Landratsamtes, gefördert vom Bundesumweltministerium, dienten der Vernetzung untereinander und der Ideenfindung für den Masterplan 100 Prozent Klimaschutz im Oberallgäu.

 Bereits am Vormittag hatte eine Reihe von engagierten Unternehmen kurzfristig eine Job-Messe zu Berufsbildern in den Bereichen Energie, Bauen, Umwelt und Klimaschutz am Gymnasium Sonthofen auf die Beine gestellt. Bei früheren Veranstaltungen des Landratsamtes war wiederholt der Wunsch aufgekommen, Jugendlichen die anspruchsvollen, sinnstiftenden und zunehmend gut bezahlten Berufe in diesen Bereichen zu präsentieren. Das Besondere bei dieser Veranstaltung, war der Fokus auf Unternehmen aus der direkten Umgebung der Jugendlichen. Es sollte sichtbar werden, dass interessante Jobs nicht nur bei Großkonzernen in Großstädten zu finden sind. Diese Botschaft wurde von den teils persönlich anwesenden Unternehmern mit Herzensblut übermittelt.

 Unter anderem folgende Job-Möglichkeiten wurden präsentiert:

  • Energieeffizienz in Produktion und Elektronik (Stoll Energiesysteme GmbH)
  • Zimmerei, ökologische Baumaterialien (Rietzler Holzbau GmbH)
  • Heizungstechnik, Wärmepumpen (Scholl + Karg GmbH)
  • Architektur, Planung, Passivhäuser (Herz & Lang GmbH)
  • bezahlbarer Wohnraum/Energieeffizienz (SWW GmbH)
  • Energieberatung, Zukunftskonzepte (eza! gGmbH)
  • Erneuerbare Energien (Allgäuer Kraftwerke GmbH)
  • Baugewerbe, Umweltsanierung, Rohstoffgewinnung (Geiger GmbH)

 Als Teil des Unterrichts bildeten die Jugendlichen Kleingruppen und hatten konkrete Arbeitsfragen, um mit den Unternehmen in den Dialog zu treten. „Es war schon interessant, wie viele verschiedene Systeme und Technologien der Heizungsbauer kennen muss. Zum Teil richtiger Hi-Tec“, sagte ein Schüler. Und bei der Wasserkraftwerk der Allgäuer Kraftwerke wussten einige Schüler schon Bescheid, da sie die bestimmte Wasserkraftwerke kennen. Wieviel graue Energie steckt in einem gemauerten Haus, gegenüber einem aus naturbelassenem Holz? Graue Energie erläuterte Herr Rietzler, ist die Energie, die für die Erzeugung des Baumaterials verbraucht wird. Logisch, dass regionales Holz aus Allgäuer Weißtanne da gut abschneidet. Die Passivhaus-Planer Herz & Lang und die SWW (Sozial-Wirtschafts-Werk Oberallgäu) schließlich stellten dar, dass beim Hausbau heutzutage nicht nur die reinen Baukosten eine Rolle spielen, sondern auch die laufenden Kosten im Betrieb. Diese lassen sich mit moderner Technik extrem reduzieren.

Jugendenergiewerkstatt: eza! energie und umweltzentrum Allgäu
Aktiv für den Klimaschutz im Masterplanlandkreis Oberallgäu waren bei der Jugendenergiewerkstatt (von links) Landrat Anton Klotz, Klimaforscher Hans Hertle, Direktor Joachim Stoller und Klimaschutzmanager Simon Steuer, sowie rund 90 Schülerinnen und Schüler
Jugendenergiewerkstatt ideenbaum: eza! energie und umweltzentrum Allgäu
Die Teilnehmer der Jugendenergiewerkstatt notierten die besten Ideen für Energie und Klimaschutz auf die Blätter des Ideenbaums. Dieser steht noch einige Tage im Foyer des Landratsamtes.

Jugendenergiewerkstatt im Rahmen des Masterplan 100% Klimaschutz

Am Nachmittag erhielten die Schüler der Gymnasien Sonthofen und Immenstadt Verstärkung durch die Berufsschule Immenstadt und Mitglieder des Jugendparlaments der Alpenstädte. Landrat Anton Klotz und der Direktor des Gymnasiums Sonthofen, Joachim Stoller, begrüßten die Jugendlichen im gut gefüllten Jugendhaus Sonthofen zur Jugendenergiewerkstatt.

 Gleich zu Beginn hatten die Mitglieder des Jugendparlaments der Alpen die Möglichkeit, ihre Resolution die auch schon die Umweltminister der Alpenländer erhalten haben, an Landrat Klotz zu übergeben.

„Wir widmen uns heute einem Thema, das in Zukunft fast alle Lebensbereiche betreffen wird: Der globalen Erderwärmung und dem Versuch, sie durch aktiven Klimaschutz zu begrenzen“, so wies Landrat Klotz auf die Bedeutung der Veranstaltung hin. Er motivierte die Jugendlichen sich über den Klimawandel zu informieren und selbst aktiv zu werden:

„Organisieren Sie beispielsweise Exkursionen zu den Unternehmen, die Sie heute morgen kennengelernt haben, um vor Ort noch mehr zu erfahren. Oder suchen Sie Mitstreiter und gründen Sie eine Arbeitsgruppe zu einem der Themen um die es heute geht. Wenn Sie sich politisch engagieren wollen, beteiligen Sie sich an den Jugendparlamenten in Immenstadt und Sonthofen“.

 Verschiedene Experten des Energie- und Umweltzentrums Allgäu und vom Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU, Heidelberg) informierten über den Klimawandeln und Klimaschutzprojekte von Jugendlichen in ganz Deutschland.

 Anschließend mussten die Jugendlichen selbst ran. Es galt zu beraten welche Möglichkeiten jede und jeder Einzelne in der Schule, zuhause, in der Freizeit und unterwegs hat, zum Klimaschutz beizutragen oder andere Menschen dazu zu motivieren. „Es ist ganz schön schwer, sich wirklich neue Sachen auszudenken“, stellte ein Schüler fest. „Fast alles hat man ja schon mal gehört und vieles versuche ich eigentlich schon richtig zu machen“. So sahen es auch viele andere Teilnehmer, die in der Schule immer wieder den Klimawandel durchgenommen hatten. „Oft könnte man aber schon viel mehr machen, wenn die Alternativen da wären, z.B. mit dem Bus fahren geht abends nicht, oder sich ein Auto teilen wie in Großstädten“, beurteilte ein anderer Schüler die Situation. Anschließend wurde diskutiert, wie solche Alternativen auch im Oberallgäu geschaffen werden könnten. Vielleicht indem sich noch mehr Jugendliche politisch für ihre Ideen engagieren und diese mit Gemeinde-, Stadt- und Kreisräten diskutieren. Eine Gruppe diskutierte die Klimarettung durch Schokomilch so intensiv, dass aus der spaßigen Idee am Ende ein ernsthaftes Konzept wurde. Könnte nicht Schokomilch als purer Genuss auf der einen Seite auch ein Aushängeschild für regionale Lebensmittel sein? Könnten nicht alle Schüler monatlich mit kostenloser Allgäuer Bio-Schokomilch für das Radeln zur Schule belohnt werden und die Schokomilch zum deutschlandweiten Symbol für Allgäuer Klimaschutz-Aktivitäten werden? Ganz sicher jedenfalls kann Klimaschutz auch Spaß machen und wie viele andere Ideen fand auch die Schokomilch-Idee einen Platz am großen Ideen-Baum. Dieser trägt als Blätter die besten Ideen des Tages, eine Idee je Teilnehmer. Der Ideen-Baum wird noch einige Tage im Foyer des Landratsamtes zu besichtigen sein.

 Die Veranstaltungen fanden im Rahmen der Erarbeitung des Masterplan 100% Klimaschutz statt und wurden zu 80 Prozent über die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert. Die Ergebnisse fließen in den Masterplan ein, der im Sommer diesen Jahres fertiggestellt und nach einem Beschluss durch den Kreistag auch veröffentlicht werden soll. Darin wird beschrieben, wie das Oberallgäu mit vielen Zwischenzielen bis zum Jahr 2050 das große Ziel erreichen kann, nahezu klimaneutral zu wirtschaften.

Simon Steuer
Klimaschutzbeauftragter