Bauen & Umwelt

Landratsamt Oberallgäu

Oberallgäuer Platz 2 • 87527 Sonthofen

Telefon Symbol

(0 83 21) 6 12 - 0

Fax Symbol

(0 83 21) 6 12 - 369

Zeiten Symbol

Öffnungszeiten

gruenten_header
  • Schrift klein
  • Schrift mittel
  • Schrift groß
Durchwachsene Silphie.jpg
(c) Technologie- und Förderzentrum (TFZ)

Silphie anstelle von Energie-Mais

LEADER-projekt fürs ganze Allgäu – Test auf 10 Ackerflächen

Der Samen ist gelegt. Wortwörtlich. Auf einer Ackerfläche von Biogas-Landwirt Frank Bodenmüller im Oberallgäuer Lauben ist jetzt das LEADER-Projekt „Mehr Vielfalt in der Energielandschaft mit Durchwachsener Silphie“ gestartet. In Zusammenarbeit der vier Allgäuer Landkreise mit dem Verein renergie Allgäu und den örtlichen Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten werden in den kommenden drei Jahren Erfahrungen mit der nordamerikanischen Energiepflanze gesammelt. Ziel ist es, eine ähnlich ertragreiche und gleichzeitig ökologisch wertvolle Ergänzung oder Alternative zum Mais zu entwickeln.

Ein Jahr dauert es, bis sich die frisch angesäte Silphie auf der 2,5 Hektar großen Ackerfläche von Landwirt Frank Bodenmüller fest im Boden verwurzelt hat. Erst im zweiten Spätherbst kann der langsam wachsende Korbblütler dann auch geerntet werden. Und das dann ohne weitere Nachsaat bis zu 15 Jahre lang.

Um den Ertragsausfall im ersten Jahr zu reduzieren startet das Projekt mit einer Mischsaat. Zwischen den Silphie-Reihen wird jeweils eine Reihe Mais gepflanzt. Dadurch reduziert sich auch das Unkraut, das die nordamerikanische Energiepflanze in ihrem Wachstum beeinträchtigen kann. Ab dem zweiten Jahr ist kein Maisanbau mehr nötig. So aufwendig und kostspielig die Ansaat auch ist – in den Folgejahren macht die Silphie bei vergleichbarem Ertrag deutlich weniger Aufwand und Arbeit.

Die Dauerkultur Silphie wird bis zu drei Metern hoch und trägt von Juli bis September gelbe asternartige Blüten, die auch eine wichtige Nahrungsquelle für Honigbienen und andere Insekten darstellen. Gleichzeitig sorgt sie mit ihren starken Ballenwurzeln für eine gute Verankerung im Boden, fördert die Humusbildung und beugt Erosionsschäden zum Beispiel nach Starkregen vor.

Insgesamt beteiligen sich acht Landwirte aus allen vier Landkreisen mit in der Summe 15 Hektar Ackerflächen an dem auf drei Jahre angelegten Projekt. So können möglichst alle geologischen und klimatischen Bedingungen des Allgäus berücksichtigt werden. Alle Felder wurden auch schon vor Beginn des Leader-Projekts als Ackerfläche (meist für Maisanbau) genutzt. Das war eine der Voraussetzungen für die Teilnahme. Denn auch das Silphie-Projekt soll nichts am sogenannten „Umbruch-Verbot“ ändern. Bei der Auswahl der Flächen wurde auf den Schutz der Allgäuer Landschaft ebenso geachtet, wie auf die Belange des Naturschutzes. So ist es im Oberallgäu besonders wichtig ehemalige Moorböden schonend zu bewirtschaften und keinesfalls umzubrechen, da bei den folgenden Zersetzungsprozessen Lachgase und Methan entstehen, die den Treibhauseffekt verstärken und so den Klimawandel beschleunigen.

Ihr Ansprechpartner

Heike Schmitt
 
Simon Steuer
Klimaschutzbeauftragter 

Details

Datum: 31.05.17

Simon Steuer
Klimaschutzbeauftragter