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Landratsamt Oberallgäu

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Aktuelles / Veranstaltungen

Hier werden Sie über Veranstaltungen, wichtige Termine und aktuelle Themen informiert.

Jugendenergiewerkstatt Aktiv f�r den Klimaschutz im Masterplanlandkreis Oberallg�u waren bei der Jugendenergiewerkstatt (von links) Landrat Anton Klotz, Klimaforscher Hans Hertle, Direktor Joachim Stoller und Klimaschutzmanager Simon Steuer...
20.02.17
20.
Februar
2017

Schulen, Unternehmen und Landkreis gemeinsam für den Klimasc...

Am 16. Februar drehte sich für rund 140 Schülerinnen und Schüler verschiedener Oberallgäuer Schulen alles um die Themen Energie und Klimaschutz. Zwei ...
17.11.16
17.
November
2016

Elektroautos für den Fuhrpark des Landratsamtes

Elektromobilitätscoaching der Hochschule Kempten liefert interessante Ergebnisse
17.11.16
17.
November
2016

„Enkeltaugliche Lösungen anstreben“

Als neuer Masterplan-Manager im Landratsamt verfolgt Simon Steuer ehrgeizige Klimaschutz-Projekte – Vorstellung im Energie- und Klimaschutzbeirat
01.12.16
01.
Dezember
2016

"... und nun zum Stromwetterbericht..."

Bürger-Energiewerkstatt und Preisverleihung des landkreisweiten Stromsparwettbewerbs
Logo BMUB und NKI

2016 -
Masterplan 100% Klimaschutz im Landkreis Oberallgäu

Im Landkreis Oberallgäu verfolgen wir bereits seit vielen Jahren ehrgeizige energiepolitische Ziele. Durch viele Aktivitäten wie beispielsweise der Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes sowie der kommunalen Energieallianz des Landkreises mit seinen kreisangehörigen Kommunen wurde eine gute Basis gelegt, realistische Klimaschutzstrategien zur deutlichen CO2-Emissionsminderung zu entwickeln. Der Landkreis Oberallgäu wurde deshalb Anfang 2016 vom Bundesumweltministerium als eine von 22 Masterplan-Kommunen ausgewählt, einen Masterplan 100% Klimaschutz zu erstellen. Dieser wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Masterplan-Regionen stellen sich der Herausforderung, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um mind. 95% gegenüber 1990 zu senken und ihren Verbrauch an Endenergie in diesem Zeitraum zu halbieren. Der in unserem Klimaschutzkonzept primär bearbeitete Zeithorizont bis 2021 soll mit Hilfe des Masterplans 100% Klimaschutz ausgedehnt und bis 2050 weiterentwickelt werden.

Die Themen „regionale Kreisläufe“, „Klimawandelanpassung“ und „Erneuerbare Energien“ sind im Landkreis seit Jahren Themen, die auch in vielerlei Bereichen bereits umgesetzt werden. Das Masterplan 100% Klimaschutz-Projekt kann hier die nötigen Impulse liefern und das Marketing für den notwendigen Bewusstseinswandel anzuschieben. Der Landkreis Oberallgäu möchte sich zum einen als prosperierender Wirtschaftsstandort und zum anderen als eine Region mit ausgesprochen hohem Freizeitwert für einen erfolgreichen Tourismus in einer intakten Natur dieser Herausforderung stellen und versuchen, die Wirtschaft sowie die Bevölkerung auf dem Weg zu 100% Klimaschutz mitzunehmen.

In unserem Projektsteckbrief finden Sie alle Informationen zu diesem Projekt.

European Energy Award
eza!-Mitarbeiter, wie hier Dirk Patermann, suchen regelmäßig nach Optimierungsmöglichkeiten in der Anlagentechnik der Liegenschaften des Landkreises und einiger Oberallgäuer Städte und Gemeinden. Das kommunale Energiemanagement hilft beim Energiesparen und bringt Punkte für die eea-Wertung.

November 2015 -
Verleihung des European Energy Awards in Bobingen

Der Landkreis Oberallgäu ist der erste Landkreis in Bayern, der für seinen herausragende Energie- und Klimaschutzpolitik den European Energy Award (eea) erhält. Die Auszeichnung wird bei einer Feierstunde am 18. November in Bobingen vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz überreicht. Landrat Anton Klotz sieht den European Energy Award als Anerkennung und Ansporn zugleich – für die Umsetzung weiterer Maßnahmen im Sinne einer nachhaltigen Energiepolitik.

Beim European Energy Award handelt es sich um ein Qualitätsmanagementsystem, das sich bereits in mehreren Allgäuer Gemeinden als wichtiges Instrument für eine kontinuierliche und tatsächlich nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik bewährt hat. Am Anfang einer eea-Teilnahme steht dabei die Analyse des Ist-Zustandes. Also die Frage, welche Energie- und Klimaschutzprojekte bereits realisiert wurden. Die Ergebnisse fließen in ein Stärken-Schwäche-Profil ein. Noch nicht ausgeschöpfte Potenziale können identifiziert und Prioritäten für künftige Maßnahmen definiert werden. „Der Prozess bleibt permanent im Gang“, nennt Klotz als Vorteil der eea-Teilnahme. „Konzepte und Vorschläge verschwinden nicht in irgendwelchen Schubladen.“

Besonders gelobt wurde der Landkreis Oberallgäu von den externen Auditoren für sein Bestreben, die Landkreisgemeinden in die Themenkreise Energie und Klimaschutz einzubeziehen. So bietet das Landratsamt den Gemeinden und Städten die Möglichkeit, sich an einer Energieallianz zu beteiligen. Mit der Teilnahme verpflichten sich die Kommunen unter anderem zur monatlichen Ermittlung und Auswertung des Energieverbrauchs ihrer Liegenschaften. Vom Landkreis gibt es dafür eine finanzielle Unterstützung. Daneben liefert der Landkreis jeder Gemeinde bis zum Jahresende eine Energie- und CO2-Bilanz, die den Energieverbrauch, aber auch die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen über die vergangenen Jahre aufzeigt.

Bei seinen eigenen Liegenschaften hat der Landkreis bereits 1993 mit der energetischen Gebäudesanierung begonnen. „Zu einem Zeitpunkt, als noch kaum jemand über dieses Thema sprach“, betont Dr. Hans-Jörg Barth vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!), der den Landkreis im eea-Verfahren unterstützt hat. Bestes Beispiel dafür, wie ernst man es mit der Energieeffizienz nimmt, ist das Berufsschulinternat in Immenstadt. Obwohl die Nutzfläche um 550 Quadratmeter erweitert wurde, ist der Energieverbrauch dank energieoptimierter Umbaumaßnahmen um 40 Prozent gesunken. Für Energieeinsparungen in Höhe von 10 bis 15 Prozent sorgt zudem das kommunale Energiemanagement. Spezialisten vom Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) suchen dabei regelmäßig nach Möglichkeiten, die Anlagetechnik der landkreiseigenen Liegenschaften zu optimieren.

Als vorbildlich bezeichneten die Auditoren das landkreiseigene Förderprogramm „Baubegleitung“. Bauherren oder Hausbesitzer, die ihr Gebäude energetisch auf Vordermann bringen und dafür regionale Fachleute engagieren, bekommen vom Landkreis bis zu 4000 Euro.

Weitere Punkte für den European Energy Award sammelte der Landkreis auf den Gebieten Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel, wie der Bergwaldoffensive oder dem Bau des Iller-Hochwasserpolders.

58 Prozent der möglichen Punkte hat der Landkreis Oberallgäu mit seinen Maßnahmen bereits erreicht – so lautet das Fazit der Auditoren, die die Landkreis-Klimaschutzaktivtäten genauestens unter die Lupe genommen haben. 50 Prozent sind für die Auszeichnung mit dem European Energy Award nötig. In vier Jahren kommen die Auditoren wieder. „Sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, das gibt es beim European Energy Award nicht“, weiß Landrat Toni Klotz und fügt hinzu: „Gerade das macht dieses Programm und diese Auszeichnung so wertvoll.“

Hintergrund:

Im Rahmen des Handlungsplans Klimaschutz hatte der Kreistag im Jahr 2013 beschlossen, am "European Energy Award" teilzunehmen und diesen als Controllinginstrument einzusetzen. Dabei werden nicht nur Energiedaten erfasst, sondern auch der jeweilige Stand der Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen festgehalten. Im Laufe der Zeit kann daran der Erfolg beim Klimaschutz tatsächlich gemessen und sichtbar werden. Zum Auftakt war im Juni 2014 in einem ersten, internen eea-Audit festgestellt worden, dass zu diesem Zeitpunkt etwa 49 % aller für den Landkreis möglichen Maßnahmen bereits umgesetzt waren.