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Energie- und Klimaschutzpolitik

Klimaschutz beginnt auf regionaler Ebene. Die Energiewende, die der Bund beschlossen hat, kann nur erreicht werden, wenn die Bürger mitmachen. Deshalb macht sich der Landkreis Oberallgäu auf den Weg zur Klimaschutzregion.

So wurde ein Bündel an Maßnahmen beschlossen, die dabei helfen sollen, Klimaschutz auf verschiedenen Ebenen zu praktizieren - also konkret: Energie einzusparen und den CO2-Ausstoß zu mindern.

Im Jahr 2013 wurde ein "Handlungsplan Klimaschutz" für den Landkreis Oberallgäu verabschiedet. Er zeigt Stärken des Landkreises und Verbesserungsmöglichkeiten auf. Es wurden verschiedene Leitprojekte beschlossen, deren Umsetzung durch das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) begleitet wird. Im Folgenden sollen die Bausteine der Energie- und Klimaschutzpolitik des Landkreises näher erläutert werden.

Logo BMUB und NKI

Masterplan 100% Klimaschutz im Landkreis Oberallgäu

Im Landkreis Oberallgäu verfolgen wir bereits seit vielen Jahren ehrgeizige energiepolitische Ziele. Durch viele Aktivitäten wie beispielsweise der Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes sowie der kommunalen Energieallianz des Landkreises mit seinen kreisangehörigen Kommunen wurde eine gute Basis gelegt, realistische Klimaschutzstrategien zur deutlichen CO2-Emissionsminderung zu entwickeln. Der Landkreis Oberallgäu wurde deshalb Anfang 2016 vom Bundesumweltministerium als eine von 22 Masterplan-Kommunen ausgewählt, einen Masterplan 100% Klimaschutz zu erstellen. Dieser wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Masterplan-Regionen stellen sich der Herausforderung, ihre Treibhausgasemissionen bis 2050 um mind. 95% gegenüber 1990 zu senken und ihren Verbrauch an Endenergie in diesem Zeitraum zu halbieren. Der in unserem Klimaschutzkonzept primär bearbeitete Zeithorizont bis 2021 soll mit Hilfe des Masterplans 100% Klimaschutz ausgedehnt und bis 2050 weiterentwickelt werden.

Die Themen „regionale Kreisläufe“, „Klimawandelanpassung“ und „Erneuerbare Energien“ sind im Landkreis seit Jahren Themen, die auch in vielerlei Bereichen bereits umgesetzt werden. Das Masterplan 100% Klimaschutz-Projekt kann hier die nötigen Impulse liefern und das Marketing für den notwendigen Bewusstseinswandel anzuschieben. Der Landkreis Oberallgäu möchte sich zum einen als prosperierender Wirtschaftsstandort und zum anderen als eine Region mit ausgesprochen hohem Freizeitwert für einen erfolgreichen Tourismus in einer intakten Natur dieser Herausforderung stellen und versuchen, die Wirtschaft sowie die Bevölkerung auf dem Weg zu 100% Klimaschutz mitzunehmen.

In unserem Projektsteckbrief finden Sie alle Informationen zu diesem Projekt.

eea in Oberallgäuer Kommunen (© Landkreis Oberallgäu )
Oberallgäuer Gemeinden, die am European Energy Award teilnehmen. Stand 2017

European Energy Award

Im Rahmen des Handlungsplans Klimaschutz hat der Kreistag beschlossen, am European Energy Award teilzunehmen. Dabei werden Energiedaten erfasst und der Stand der Umsetzung verschiedener Maßnahmen festgehalten. Auf diese Weise kann der Erfolg beim Klimaschutz tatsächlich gemessen und sichtbar gemacht werden. Seit dem Auftakt im Juni 2014 wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt, zum Beispiel eine Hausmeisterschulung und Schulung für Entscheidungsträger für Energieallianzkommunen, eine erfolgreiche Bewerbung als staatlich anerkannte Öko-Modellregion und die Gründung einer Verkehrsverbundgesellschaft MONA GmbH zur Verbesserung des ÖPNV im Landkreis sowie des Mobilitätsmarketings.

Der Landkreis Oberallgäu wurde nun als erster Landkreis in Bayern mit dem European Energy Award ausgezeichnet.

Hier gibt es detaillierte Informationen im eea-Bericht.

Klimaschutzkonferenz_1

Oberallgäuer Klimaschutzkonferenz

Am 03. Juni 2008 fand im Landratsamt in Sonthofen erstmals die Oberallgäuer Klimaschutzkonferenz statt und wurde in den Folgejahren regelmaßig durchgeführt. Das Klimaschutz-Gremium traf sich anschließend im April 2010, im April 2012, im April 2013 und im Dezember 2014. Aus der Konferenz im April 2010 ging als Ergebnis der Kreistagsbeschluss zur Erstellung des Handlungsplans Klimaschutz hervor. Der landkreisweite Stromsparwettbewerb, der aktuell läuft, ist ebenfalls ein Ergebnis der Oberallgäuer Klimaschutzkonferenz.

Handlungsplan
Klimaschutzinitiative_Logo

Handlungsplan Klimaschutz

Den Handlungsplan Klimaschutz hat der Landkreis zusammen mit eza! im Jahr 2012 erarbeitet, 2013 wurde er vom Kreisausschuss beschlossen. Dabei wurden Leitziele und zwölf Leitprojekte festgelegt - basierend auf einer Ist-Analyse, einer Potentialstudie für Einsparungen und erneuerbare Energienutzung sowie einer Energiebilanz.

Wichtigstes Leitprojekt ist die kommunale Energieallianz mit den kreisangehörigen Kommunen. Hier gibt der Kreis Anreize für Kommunen, die Klimaschutzmaßnahmen umsetzen wie z.B. den Aufbau einer Verbrauchserfassung in kommunalen Liegenschaften, die Benennung eines Energieverantwortlichen in der Gemeindeverwaltung und das Angebot einer Energieberatung für die Bürger der Gemeinde. Weiteres Leitprojekt ist die Information und Motivation zur Gebäudesanierung. Hier hat der Kreis dann ein Förderprogramm zur Baubegleitung aufgelegt, dass bereits 2014 und 2015 bei den Bürgern guten Zuspruch gefunden hat.

Innovativ - und in dieser Form einmalig - war, dass der Landkreis in diesem Zusammenhang die administrative Abwicklung mit dem Fördergeber (dem Projektträger Jülich) für 13 weitere individuelle Klimaschutzkonzepte von kreisangehörigen Städten und Gemeinden übernommen hat.

Die Erarbeitung des Handlungsplans Klimaschutz wurde mit Mitteln des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Hier finden Sie den Handlungsplan jeweils in einer Kurzversion und einer Vollversion.

70%-Beschluss

Ein ehrgeiziges Ziel hatte im Jahr 2011 der damalige Landrat Gebhard Kaiser ausgegeben: Bis 2022 sollten 70% des im Landkreis verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen innerhalb der Kreisgrenzen erzeugt werden. Dieses Ziel wurde dann auch vom Kreistag beschlossen und stellte die Basis für viele darauf folgende Entscheidungen der Gremien dar, um Klimaschutzprojekte im Landkreis voranzubringen. Auch Landrat Klotz fühlt sich diesen Vorgaben verpflichtet und bekräftigt grundsätzlich das Ziel. Allerdings ist es unter den gegenwärtigen landespolitischen Rahmenbedingungen nicht einzuhalten. Aufgrund der von Ministerpräsident Horst Seehofer durchgesetzten H10-Regel (10-facher Abstand der Windradhöhe zur umliegenden Wohnbebauung) wurden nahezu alle im Landkreis möglichen Projekte auf Eis gelegt. 2015 können lediglich zwei neue interkommunale Windenergieanlagen (die ersten im Allgäu) in Betrieb genommen werden. Allerdings wurden dafür zwei alte Anlagen entfernt.

Beirat für Energie u. Klimaschutz

Beirat für Energie und Klimaschutz

Die Erarbeitung des Handlungsplans Klimaschutz im Landkreis Oberallgäu wird begleitet durch den im Herbst 2011 gegründeten Beirat für Energie und Klimaschutz Oberallgäu. Der Beirat setzt sich aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen und politischen Akteuren zusammen und begleitet fachlich die Umsetzung der Energiewende im Landkreis. Er gibt nach Abwägung möglicher Handlungsvarianten, die im Handlungsplan Klimaschutz gemeinsam mit eza! ermittelt werden, notwendige Empfehlungen und soll so die notwendige Transparenz für die Akzeptanz von Entscheidungen in der Energiewende bei der Bevölkerung herstellen.

Mitglieder des Beirates für Energie und Klimaschutz (Stand 2017):

Vorsitzender
Landrat Anton Klotz

Kreisräte                                          
CSU:                                                 
Arno Zengerle                                   
Thomas Eigstler                                
Toni Vogler                                        
Peter Mair                                         
Linda Breining                                    
                                                         
Freie Wähler:                                     
Hugo Wirthensohn                            
Roman Haug                                    Weitere Mitglieder       
Herbert Zötler                                    Bgm. Eberhard Jehle
                                                          Bgm. Oliver Kunz
Bündnis 90/Die Grünen:                    Bgm. Edgar Rölz
Robert Wirth                                      Martin Sambale, eza!
                                                          Andreas Breuer, ZAK
SPD:                                                  Michael Lucke, AÜW
Dr. Gerhard Wimmer                         Oliver Braun, E-Werk
                                                          Julia Wehnert, Bund Naturschutz
LJOA:                                                Alfred Enderle, BBV
Christof Endreß                                 Bernd Benninghoff, HwK 
                                                          Stefan Sprinkart, IHK
FDP - ÖDP:                                       Gabriele Louis, Sparkasse Allgäu
Michael Finger                                   Thomas Bittner, Gewerkschaft
 

Windrad_Wildpoldsried

Energiedaten des Landkreises

Energieverbrauch:
Wichtigstes Ergebnis der Energie- und CO2-Bilanz ist der hohe Anteil der Wirtschaft von 42% am Gesamtenergieverbrauch. Der Verkehrssektor beansprucht 32% und die privaten Haushalte 26% des Energieverbrauchs im Landkreis Oberallgäu. Insgesamt wurden im Landkreis Oberallgäu im Jahr 2011 ca. 4.697GWh Energie verbraucht. Bei den CO2-Emissionen von ca. 1.382.300 Tonnen im Jahr 2011 ist der Wirtschaftssektor mit 46% der Emissionen beteiligt, gefolgt von Verkehr mit 30% und den Haushalten mit 24%. Dieser Sachverhalt zeigt die besondere Bedeutung der Wirtschaft.

Erneuerbare Energien:
Im Jahr 2011 lag der Anteil der erneuerbaren Energien im Bereich Strom bei rund 33% und im Bereich Wärme bei rund 20%. Zum Vergleich lagen die Anteile erneuerbarer Energien auf Bundesebene im Jahr 2011 am gesamten Stromverbrauch bei 20,3% und an der gesamten Wärmebereitstellung bei 11,0%.

Kosten:
Die Energiekosten belaufen sich im Landkreis Oberallgäu auf rund 469 Mio. Euro. Davon werden 434 Mio. Euro für fossile Energieträger aufgewendet.
 

E-Bilanz 1
zu: Energieverbrauch
E-Bilanz 2
zu: Erneuerbare Energien
E-Bilanz 3
zu: Kosten

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Klimaschutzkonzept für den Landkreis

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Auf dem Weg zur Energiewende

Empfehlungen aus der 3. Oberallgäuer Klimaschutzkonferenz

Ihr Ansprechpartner

Heike Schmitt
 
Simon Steuer
Klimaschutzbeauftragter