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"....und nun zum Stromwetterbericht..."

Bürger-Energiewerkstatt und Preisverleihung des landkreisweiten Stromsparwettbewerbs

Oberallgäu. Im Jahr 2050, nach der Tagesschau, kommt der Stromwetterbericht. Die Sprecherin gibt bekannt, um wie viel Uhr es sich lohnt die Waschmaschine laufen zu lassen, oder den Kuchen zu backen. Beispielsweise an einem windigen, sonnigen Mittag. Wenn zu viel Strom im Netz ist, bekommen die Stromkunden sogar wieder Geld heraus.

Diese und viele weitere Ideen entwickelten kürzlich die Teilnehmer der Bürger-Energiewerkstatt. Viele der Anwesenden hatten im Selbstversuch Strom gespart und fänden einen Stromwetterbericht wohl alles andere als eine Utopie. Wer sich erstmalig einige Minuten in der Woche mit dem Stromverbrauch seines Haushalts beschäftigt, entdeckt oft ungeahnte Einsparmöglichkeiten. So geschehen bei den vier Gewinnern des Wettbewerbs, die 70 bis knapp 50 Prozent ihres Verbrauchs einsparen konnten. Das sind schnell über 500 Euro im Jahr für einen 2-Personen-Haushalt.

Die Möglichkeiten der Einsparung sind durchaus erstaunlich, das zeigten jene drei Gewinner in der Zusatzkategorie „geringster Pro-Kopf-Verbrauch“. Mit 200 bis 300 Kilowattstunden pro Person und Jahr liegt deren Verbrauch weit unter dem durchschnittlichen Verbrauch von 1.000 bis 1.500 Kilowattstunden. Das ist sprichwörtlich Lichtjahre entfernt von den 6.000 Kilowattstunden, die in einigen Haushalten vor dem Stromsparwettbewerb verbraucht wurden. Nicht jeder Tipp wurde dabei ohne weiteres verraten. Ohnehin war den kurzen Berichten der Teilnehmer zu entnehmen, dass jede und jeder eine individuelle Strategie entwickelt hatte. Einigkeit herrschte aber in dem Punkt, dass Stromsparen die Lebensqualität nicht negativ beeinflusst, sondern sogar eine große Zufriedenheit mit dem Erreichten die Folge ist.
Ehrlicherweise gab es aber eine Ausnahme: Das Familienoberhaupt in der Familie mit dem geringsten Pro-Kopf-Verbrauch trägt seit dem Stromsparwettbewerb den Titel „Ökotyrann“. Auch das allerdings mit einigem Stolz.

Stromsparwettbewerb 2016 Gemeindepreis: eza! energie und umweltzentrum Allgäu

Landrat Anton Klotz gratuliert Toni Barth, Bürgermeister der teilnehmerstärksten Kommune, Buchenberg.

Siegerin beim Stromsparwettbewerb 2016: eza! energie und umweltzentrum Allgäu : eza! energie und umweltzentrum Allgäu

Die glückliche Gewinnerin des Hauptpreises 1016, erhält ihren Jahres-Ökostrom-Gutschein von Landrat Anton Klotz und Dr. Hubert Lechner, Geschäftsführer der Allgäuer Kraftwerke GmbH.

105.000 Kilowattstunden Strom oder rund 57 Tonnen Treibhausgase eingespart

Insgesamt wurden von 203 Teilnehmern rund 105.000 Kilowattstunden Strom eingespart, umgerechnet rund 57 Tonnen Treibhausgase, die gar nicht erst in die Atmosphäre gelangt sind. Vielleicht hilft ein Vergleich, um sich die Zahlen besser vorstellen zu können. Mit einer Kilowattstunde Strom kann etwa eine Ladung Wäsche gewaschen werden. Eine Tonne Treibhausgase produziert beispielsweise ein Auto auf rund 7.000 Kilometern, was etwas weniger als die durchschnittliche Jahresfahrleistung ist.

Ohne die Unterstützung der Kommunen im Landkreis wäre ein solcher Wettbewerb nicht möglich gewesen. Auch die Kommunen erhielten daher eine Auszeichnung, je nachdem, wie viele Teilnehmer aktiviert werden konnten.  Eigene Preise, Wettbewerbe und Aktionen der Gemeinden machten die Aktion bekannt. In Buchenberg erhielt beispielsweise der Verein einen Brauereiführung mit Verkostung, der die meisten Mitglieder zur Teilnahme motiviert. Selbstverständlich, dass auch der Bürgermeister sich beteiligt. Insgesamt war Buchenberg die teilnehmerstärkste Kommune, mit 73 Stromsparern, gefolgt von Haldenwang mit 59 und Durach mit 24 Teilnehmern.

Landrat Klotz sprach bei der Preisverleihung von einem „schönen Erfolg für die erste Auflage des Stromsparwettbewerbs. Die Thematik wurde von Kommunen und Teilnehmern sehr positiv aufgenommen“. Herr Steuer, Klimschutzbeauftragter, ergänzte dass die Wiederholung des Wettbewerbs im nächsten Jahr bereits geplant sei.

Insbesondere viele Unternehmen unterstützten den Wettbewerb mit ihren Preisen. Diese hatten natürlich allesamt etwas mit Energiesparen und Klimaschutz zu tun. Neben dem Ökostrom-Gutschein der Allgäuer Kraftwerke und Geldpreisen seitens des Landratsamtes für die besten Sparer wurden die weiteren Preise unter allen Teilnehmern verlost. Neben einer Übernachtung für zwei im Passivhaushotel Explorer gab es einen Gutschein für einen Segelflug vom Flugplatz Agathazell e.V., eine professionelle Thermografie von Haus oder Wohnung durch Herz&Lang, ein Elektroauto für ein Wochenende zum Testen vom Autohaus Sirch, eine Energieberatung zuhause durch eza! sowie Elektrofahrräder für einen Tag von der Stadt Sonthofen, Allgäu-Walser-Fancards von der Wirtschaftsförderung des Landkreises, eine durch den Bund Naturschutz geführte Moorexkursion, bei der ein Weihnachtsbaum selbst geschlagen werden kann und ÖPNV-Gutscheine.

Der Oberallgäuer Stromsparwettbewerb:

Die Teilnahme am ersten Stromsparwettbewerb war einfach möglich, durch den Vergleich der Stromabrechnungen der letzten beiden Abrechnungsjahre. Den genauen Zeitraum legten jeweils die Kommunen fest. In der Landkreis-Wertung gab es neben attraktiven Geldpreisen für die besten Stromsparer ebenfalls spannende Sachpreise, die unter allen Teilnehmern verlost wurden. Die Gewinnchancen waren gut und so sparten die Teilnehmer doppelt: An der Stromrechnung und mit dem jeweiligen Gutschein.

Eine Wiederholung des landkreisweiten Wettbewerbs gibt es bereits im Jahr 2017.  Teilnehmer, die ihre zweite Jahresabrechnung noch nicht vom Stromversorger erhalten haben, nehmen automatisch im nächsten Jahr teil.

Details

Datum: 01.12.16

Simon Steuer
Klimaschutzbeauftragter