Bauen & Umwelt

Landratsamt Oberallgäu

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altstandort (© Landkreis Oberallgäu )
alte Fabrik, der "klassische" Altstandort
Bauschuttdeponie (© Landkreis Oberallgäu )
Bauschuttdeponie als Beispiel für eine Altablagerung

Altlasten

276 Altlastenverdachtsflächen im Altlastenkataster des Landkreises Oberallgäu

Als Altlastenverdachtsfläche wird ein Ort bezeichnet, an dem durch vorausgegangene Nutzungen der Verdacht auf eine schädliche Bodenveränderung oder sonstige Gefahr für den Einzelnen oder die Allgemeinheit besteht.  Dabei kann es sich sowohl um eine stillgelegte Abfallbeseitigungsanlage als auch um Grundstücke stillgelegter Anlagen handeln.

Im Landkreis Oberallgäu sind 276 Altlastenverdachtsflächen bekannt. Diese werden in Altstandorte (z.B. stillgelegte Industrieanlagen und Tankstellen), Altablagerungen (z.B. Hausmüll- und Bauschuttdeponien) und Rüstungsaltlasten (z.B. Munitionsdepots, Sprengstellen) unterschieden. Bei der überwiegenden Mehrzahl der im Oberallgäu bekannten Altlasten handelt es sich um ehemalige gemeindliche Müllkippen. Durch das früher im wesentlichen landwirtschaftlich geprägte Erscheinungsbild des Landkreises Oberallgäu sind stillgelegte Industrieanlagen mit potentieller Umweltgefährdung nur in geringer Anzahl vorhanden (vgl. Grafik).
 

altlastenarten17.02 (© Landkreis Oberallgäu )
Verteilung der Altlastenverdachtsflächen nach Arten, Stand: Februar 2017
BD-Oberstdorf (© Landkreis Oberallgäu )
Müllablagerung in einer Deponie der 1980er Jahre
baggerschürfetiefenbach (© Landkreis Oberallgäu )
Baggerschürfe in einer ehemaligen Hausmüllkippe

Die hohe Anzahl der ehemaligen Müllkippen erklärt sich daraus, daß vor 1972 die Gemeinden für die Abfallentsorgung zuständig waren. In jeder Gemeinde gab es daher zumindest eine, meist mehrere gemeindliche Deponien. Vor der ebenfalls 1972 durchgeführten Gebietsreform gab es zudem noch deutlich mehr eigenständige Gemeinden als heute.  Die Vielzahl der Altablagerungen hat aber auch zur Folge, daß die meisten ehemaligen Mülldeponien nur ein geringes Deponievolumen aufweisen. Lediglich bei 8 Altdeponien wird derzeit von einem Verfüllvolumen von mehr als 50.000 m³ ausgegangen. Bei 117 Müllkippen ist nach derzeitigem Stand hingegen von einem Volumen von weniger als 5.000 m³ auszugehen.

Die aus den unterschiedlichsten Quellen bekannt gewordenen Altlastenverdachtsflächen werden vom Landratsamt im  Altlastenkataster geführt. Zu den einzelnen Verdachtsflächen werden historische Erkundungen (Zeitzeugen, Akten, Karten, historische Luftbilder) und Ortseinsichten durchgeführt. In einigen Fällen werden auch orientierende Untersuchungen (z.B. Baggerschürfen, Rammkernsondierungen, Wasseranalysen) und Detailuntersuchungen (z.B. Deponiegasuntersuchungen, Grundwassermeßstellen) veranlaßt. Entsprechend den Ergebnissen der Voruntersuchungen ist im Einzelfall auch eine Sanierung der Altlast (z.B. Deponiegasableitung, Oberflächenabdichtung, Totalaushub des Deponiekörpers) erforderlich.

Auf der Grundlage der Kenntnisse über die Altlast und unter Berücksichtigung der Nutzungsart der Fläche erhalten die Altlastenverdachtsflächen eine Bearbeitungspriorität von A bis C zugeteilt. Die Bearbeitungspriorität wird den fortschreitenden Kenntnissen angepaßt. Die auf dieser Seite eingestellten Statistiken werden in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Die Altlasten sind derzeit folgendermaßen bewertet (Stand: Februar 2017):

 

 

 

altlastenprioritt17.02 (© Landkreis Oberallgäu )
Prioritätsverteilung, Stand: Februar 2017
bohrstockfrauenzell (© Landkreis Oberallgäu )
Oberbodenbeprobung mit Bohrstock an einer alten Müllkippe
totalaushubfischen (© Landkreis Oberallgäu )
Sanierung einer alten Hausmüllkippe durch Totalaushub

Die Bearbeitungsprioritäten reichen dabei von kurzfristig bis langfristig (A bis C). Als N, d.h. nutzungsorientiert entlassen werden Altlasten eingestuft, bei denen von keiner Gefährdung ausgegangen wird und nur bei neuen Erkenntnissen oder einer neuen Nutzung (z.B. Wohnbebauung statt "grüne Wiese") weitere Erkundungen notwendig sind. Die Priorität S bezeichnet bereits sanierte Altlasten, die zur Dokumentation im Kataster verbleiben.

Die Bearbeitung von Altlasten ist zwischen der Regierung von Schwaben und dem Landratsamt Oberallgäu aufgeteilt. Die Regierung ist dabei zuständig für nach 1972 stillgelegte Hausmülldeponien, die ein Ablagerungsvolumen von mehr als 5.000 m³ aufweisen und noch nicht aus der abfallrechtlichen Nachsorge entlassen sind. Das Landratsamt bearbeitet alle übrigen Altlasten ( 272 Altlastenverdachtsflächen).
 
Für Fragen zum Altlastenkataster und zu einzelnen Altlastenflächen stehen Ihnen Herr Bechter und Herr Ruch gerne zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

Ihre Ansprechpartner

Stefan Bechter
Sachgebietsleiter 
Volker Ruch
 
Stefan Bechter
Sachgebietsleiter