Bauen & Umwelt

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asbest1 (© Landkreis Oberallgäu )
So darf man asbesthaltige Platten N I C H T (!) entfernen !
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Sondern bitte so ! Im Schutzanzug mit Atemmaske zerstörungsfrei eine Platte nach der anderen ausbauen.

Asbest

Hinweise zum Abbau und zur Entsorgung von asbesthaltigen Produkten

Asbest war in den 60er und 70er Jahren ein beliebter Baustoff, der in vielen Formen zum Einsatz kam. So zum Beispiel als Asbestzement, besser bekannt als Eternit, in Dachabdeckungen und Fassadenverkleidungen und als schwachgebundener Asbest in Wärmeisolierungen, Brandschutzsystemen sowie in Nachtspeicheröfen. Seit einiger Zeit ist jedoch bekannt, daß die mikrofeinen Asbestfasern krebserzeugend sind. Sie stellen beim Einatmen eine Gesundheitsgefahr für den Menschen dar (Lungenkrebs, Asbestose).

Für den Umgang mit Asbest und asbesthaltigen Produkten wurden daher in der Gefahrstoffverordnung und der TRGS 519 (Technische Richtlinien für Gefahrstoffe, Asbest: Abbruch-, Sanierungs-oder Instandhaltungsarbeiten) Regelungen erlassen. Entscheidend ist, daß beim Umgang mit Asbest keine Fasern freigesetzt werden. Daher ist z.B. das Abschleifen, Hochdruckreinigen und Abbürsten von asbesthaltigen Produkten verboten. Genauso ist das Zerbrechen, Sägen oder Bohren von Asbestzement wegen der Freisetzung von Stäuben zu unterlassen.

Arbeiten an Asbest dürfen daher nur von Fachfirmen mit Sachkundenachweis nach der TRGS 519 durchgeführt werden.

In der Gefahrstoffverordnung  wurde zudem die Verwendung von Asbest und Zubereitungen mit mehr als 0,1 % an Asbest verboten. Dies bedeutet, daß die früher gerne praktizierte Weiterverwendung von abgebauten Eternitplatten nicht zulässig ist !  Bei Abbruch- oder Umbauarbeiten angefallenes Asbest ist vielmehr umgehend ordnungsgemäß zu entsorgen.

Abfälle die Asbest enthalten sind aufgrund ihrer Gefährlichkeit daher auch als "Sondermüll" eingestuft. Darunter fallen auch Fassadenplatten oder Welleternit aus Asbestzement. (Abfallschlüsselnummer 17 06 05*, asbesthaltige Baustoffe).  Aufgrund der Einstufung als gefährlicher Abfall (Sondermüll) ist für den gewerblichen Transport von Asbestabfällen eine abfallrechtliche Transportgenehmigung erforderlich. Außerdem sind Entsorgungsnachweise und Begleitscheine zu führen.

Asbestzement darf seit der Änderung der Deponieverordnung zum 01.02.2007 nur noch auf Deponien ab der Klasse I oder II abgelagert werden. Die für die Entsorgung vorgesehene Bauschuttdeponie Steinegaden, Deponieklasse 0 des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft - ZAK- im Westallgäu wurde dafür extra um einen Teilbereich nach den Vorgaben der Deponieklasse I erweitert. Bei Fragen zu den genauen Modalitäten der Anlieferung (Entsorgungskosten, Nachweisverfahren etc.) und Details der Entsorgung (Anlieferungsbedingungen, Gebühren etc.) wenden Sie sich bitte an den Zweckverband für Abfallwirtschaft Kempten - ZAK- (Hern Heim, 0831/25282-42).

Andere Entsorgungswege, z.B. über die thermische Zerstörung der Asbestfasern wurden immer mal wieder angedacht und versucht. Bislang hat sich nach unserer Kenntnis jedoch kein anderes zulässiges Verfahren am Markt etabliert.

In Zweifelsfällen über die Zulässigkeit des geplanten Entsorgungsweges oder andere Fragen zu Asbest wenden Sie sich bitte an uns. 

Ihre Ansprechpartner

Stefan Bechter
Sachgebietsleiter 
Volker Ruch
 
Stefan Bechter
Sachgebietsleiter