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rauch (© Landkreis Oberallgäu )
Betrieb einer Holzfeuerungsanlage - ein Fall für die 1. BImSchV

Kleinfeuerungsanlagen

Die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) stellt Anforderungen an den Betrieb von Gas-, Öl- und Holzheizungen

Zum Schutz der Umwelt setzt die 1. BImSchV der Luftverunreinigung aus dem Betrieb von Feuerungsanlagen Grenzen. Dazu trifft die Verordnung Regelungen über die erforderliche Kaminhöhe, Abgasgrenzwerte und zulässige Einsatzstoffe von Feuerungsanlagen.

Die seit Jahrzehnten existierende erste Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen - 1. BImSchV) wurde am 26. Januar 2010 vollständig neu erlassen. Seit dem Inkrafttreten der novellierten 1. BImSchV am 22.03.2010 haben sich einige wesentliche Änderungen für Betreiber von kleinen und mittleren Feuerungsanlagen ergeben.

Ein wesentlicher Punkt ist die Änderung der Messzyklen für Öl- und Gasfeuerungsanlagen. Feuerungsanlagen, die nicht älter als 12 Jahre sind, müssen in der Regel (Ausnahme für bestimmte Anlagentypen) nur noch alle 3 Jahre vom Schornsteinfegermeister überprüft werden. Für Feuerungsanlagen, die älter als 12 Jahre sind, gilt ein Messzyklus von 2 Jahren. Bislang mussten diese Feuerungsanlagen jährlich vom zuständigen Schornsteinfegermeister überprüft werden.

Aufgrund der in der Vergangenheit heftig diskutierten Feinstaubproblematik, für welche auch die immer mehr in Betrieb genommenen Festbrennstofffeuerungsanlagen mit verantwortlich gemacht werden, wurden Regelungen bezüglich des Betriebes dieser Anlagen in die neue 1. BImSchV mit aufgenommen. So wurde der Anwendungsbereich der Verordnung für Festbrennstofffeuerungsanlagen erweitert. Bislang galten die Regelungen bei Heizungsanlagen für feste Brennstoffe erst ab einer Nennwärmeleistung von mehr als 15 kW. Nach der novellierten Verordnung gelten die Anforderungen für alle Anlagen ab 4 Kilowatt. So sind beispielsweise dann auch Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe ab einer Nennwärmeleistung von 4 kW messpflichtig. Holzheizungen sind jetzt wiederkehrend alle 2 Jahre zu messen. Für bestehende Anlagen gibt es je nach Alter großzügige Übergangsfristen zur Einhaltung der festgeschriebenen Grenzwerte.

Außerdem sollte der Käufer einer neuen Einzelraumfeuerungsanlage (= Kaminofen, Schwedenofen) darauf achten, dass er vom Verkäufer eine Typbescheinigung erhält, welche bescheinigt, dass die Feuerungsanlage die neuen Grenzwerte einhalten kann.

Durch den Schornsteinfeger soll auch der Brennstoff überprüft werden und der Betreiber eine Beratung bezüglich des richtigen Betreibens von Festbrennstofffeuerungsanlagen erhalten.

 

Ergänzend sind auch Regelungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu beachten. Diese Verordnung stellt neben anderen Regelungsbereichen auch Anforderungen an Kleinfeuerungsanlagen. Die EnEV sieht beispielsweise vor, daß Heizkessel für flüssige oder gasförmige Brennstoffe die vor dem 01.01.1985 eingebaut wurden, ab 2015 außer Betrieb zu nehmen sind (§ 10 EnEV). Künftig dürfen zudem alle Heizkessel für flüssige oder gasförmige Brennstoffe nach dem Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betrieben werden. Diese Anforderungen greifen bei selbstgenutzten Wohngebäuden nur im Falle eines Eigentümerwechsels und können damit auch deutlich später noch wirksam werden !

Sprechen Sie mit Ihrem Kaminkehrer, er wird Sie gerne beraten. Den für Sie zuständigen Kaminkehrermeister und weitere Informationen zu Feuerungsanlagen finden Sie auf den Seiten der Kaminkehrerinnung Schwaben. Auch das Landratsamt – Immissionsschutz, Frau Sentner  steht für Auskünfte gerne zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner

Stefan Bechter
Sachgebietsleiter