Bauen & Umwelt

Landratsamt Oberallgäu

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Grillen in freier Natur

Hinaus ins die Natur und den Sommer genießen - mit allen Sinnen. Am besten auch mit dem Gaumen, aber kann man überall draußen in der Natur picknicken und grillen?

Rechtliche Hinweise

Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz (BayNatSchG) darf grundsätzlich jeder zum Genuss der Naturschönheiten und zur Erholung alle Teile der freien Natur ohne behördliche Genehmigung und ohne Zustimmung des Grundeigentümers oder sonstigen Berechtigten unentgeltlich betreten. Dieses so genannte Betretungsrecht gilt jedoch nur für Betätigungen im Rahmen traditioneller Formen der Freizeitgestaltung und Sportausübung, die dem Naturgenuss und der Erholung dienen.

Kein Gemeingebrauch - Zustimmung des Grundstücksberechtigten

Das Entzünden und Betreiben offener Feuer zum Grillen, als Lagerfeuer in der freien Natur außerhalb behördlich dafür bestimmter Plätze ist mehr als nur ein „normales Betreten“ und wird daher nicht vom Betretungsrecht gedeckt. Dies gilt sowohl für offene Feuerstätten (z.B. Grillgeräte) als auch für unverwahrtes Feuer (d.h. Feuer, das nicht in einer offenen Feuerstätte, sondern z.B. in einer Feuerstelle am Boden oder in einer dafür hergestellten Bodenmulde betrieben wird).

Dafür ist stets die Zustimmung des Grundstücksberechtigten - für das Sammeln von Brennholz im Wald auch die Zustimmung des Waldbesitzers - erforderlich.

Naturschutzgebiete / Landschaftschutzgebiete / Satzungen und Verordnungen

Das Entzünden und Betreiben offener Feuer ist in Naturschutzgebieten und Wildschutzgebieten grundsätzlich verboten, gleiches gilt für Landschaftsschutzgebiete  (mit Ausnahme von ausgewiesenen Grillplätzen). Am Rand der Schutzgebiete gibt es in der Regel Hinweisschilder, dass man sich in in einem solchen Schutzgebiet befindet. Darüber hinaus haben der Landkreis oder auch die Städte und Gemeinden teilweise Satzungen und Verordnungen erlassen und darin für bestimmte Bereiche das Entzünden und Betreiben von offenen Feuern ausdrücklich verboten.

So liegen beispielsweise der Kleine und Große Alpsee, der Niedersonthofener See und Grüntensee jeweils in einem Landschaftsschutzgebiet, damit ist das Grillen in diesen Bereichen nicht erlaubt. Für den Rottachsee wurde eine Verordnung zur Beschränkung des Gemeingebrauch am Rottachsee erlassen, in der u.a. festgelegt ist, dass das Feuermachen (und Grillen) nicht erlaubt ist. Nachdem es gerade auch am Ortwanger Baggersee in der Vergangenheit immer wieder Probleme gab, hat die Gemeinde Burgberg in ihrer Grünanlagensatzung das Grillen am Ortwanger Baggersee verboten.

Was gilt es sonst noch zu beachten?

Unter Berücksichtigung der schon genannten Punkte gilt ganz allgemein:
Offene Feuer sind erlaubnisfrei, wenn folgende Entfernungen eingehalten werden:

•           mindestens 100 Meter von einem Wald
•           mindestens 100 Meter von leicht entzündbaren Stoffen
•           mindestens fünf Meter von Gebäuden aus brennbaren Stoffen, vom Dachvorsprung ab gemessen mindestens fünf Meter von sonstigen brennbaren Stoffen

Wer gegen die naturschutz-, forst-, jagd-, wasser-, abfallrechtlichen oder Brandschutzbestimmungen oder die Anzeigepflicht bei Veranstaltungen verstößt, handelt ordnungswidrig und kann mit Geldbuße belegt werden.

Öffentliche Grillplätze

Öffentliche Grillplätze gibt es nach unseren Informationen in folgenden Gemeinden: Altusried, Balderschwang, Betzigau, Immenstadt, Obermaiselstein, Oy-Mittelberg, Sonthofen, Weitnau und Wertach.

 

Pfleglicher Umgang mit der Natur beim Grill-, Lager- und Traditionsfeuer in der freien Natur

Auch beim erlaubten Feuermachen sollte die allgemeine Verpflichtung zum Schutz der Natur beachtet werden (§ 1 BNatSchG). Danach hat jeder

 •           nach seinen Möglichkeiten in Verantwortung für die natürlichen Lebensgrundlagen zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze des Naturschutzes und der Landschaftspflege beizutragen und

•           sich so zu verhalten, dass die Lebensgrundlagen für wild wachsende Pflanzen und wild lebende Tiere soweit wie möglich erhalten, nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt und gegebenenfalls wiederhergestellt werden.
 

Folgende Bestimmungen sollten beachtet werden:

•           Verhalten Sie sich stets so, dass die Lebensgrundlagen für wild wachsende Pflanzen und wild lebende Tiere soweit wie möglich erhalten, nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar beeinträchtigt und gegebenenfalls wieder hergestellt werden.

•           Machen Sie keinen unnötigen Lärm. Sie stören sonst nicht nur die Natur, sondern auch andere, die Naturgenuss und Erholung suchen. Nehmen Sie besondere Rücksicht während der Dämmerungszeit, in der die meisten Wildtiere aktiv und besonders störanfällig sind.

•           Wählen Sie den Platz für eine Feuerstelle so, dass keine Brandgefahr für die Umgebung entstehen kann. Plötzlich hochschlagende Flammen oder Funkenflug können einen Waldbrand auslösen oder eine trockene Wiese in Brand setzen. Suchen Sie sich möglichst einen Platz in der Nähe von einem Gewässer, um Wasser zum Feuerlöschen zu haben.

•           Verwenden Sie als Brennstoff für das Grillfeuer nur Grillkohle, für Lagerfeuer und Traditionsfeuer nur trockenes Holz. Altöle, Altreifen oder Kunststoffe etc. dürfen keinesfalls verwendet werden.

•           Halten Sie das Feuer ständig unter Aufsicht. Löschen Sie bei starkem Wind das Feuer. Wenn Sie das Feuer verlassen, müssen Feuer und Glut ganz erloschen sein.

•           Wenn Sie den Platz endgültig verlassen, stellen Sie so weit wie möglich den Zustand her, wie er sein sollte. Falls Sie den Boden ausgestochen haben, setzen Sie die Bodenstücke wieder ein.

•           Lassen Sie keine Abfälle, auch kein Brennmaterial, zurück. Seien Sie sich als echter Naturfreund nicht zu schade, auch einmal liegen gebliebenen Müll anderer zum nächsten Abfallbehälter mitzunehmen.

Jeder Einzelne von uns muss schonend mit Natur und Landschaft umgehen, damit wir und unsere Nachkommen auch in Zukunft darin Lebensgrundlage und Erholung finden können!

Christian Schiebel
Sachgebietsleiter