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Landratsamt Oberallgäu

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Allgemeines

„Auf die Verschmutzung des Grundwassers hat die Natur die Todesstrafe gesetzt“
Max von Pettenkofer, Begründer der wissenschaftlichen Hygiene (1818-1901)

Dieser Satz von Max von Pettenkofer und die Tatsache, dass „Ein Liter Mineralöl wie z.B. Diesel eine Million Liter Trinkwasser ungenießbar machen kann“ zeigen die Brisanz dieses Themas.

Wassergefährdende Stoffe bedrohen die Reinheit von Grundwasser und Oberflächengewässer. Verunreinigungen der Gewässer schließen ihre Nutzung für den Menschen aus bzw. erfordern hohe Aufwendungen für ihre Entfernung aus dem Medium Wasser.

Viele Stoffe, die von Industrie und Gewerbe hergestellt werden, können das Wasser gefährden. Besonders problematisch sind jene Stoffe, die auf Grund guter Löslichkeit etc. zu weitreichenden und lang andauernden Verunreinigungen des Grundwassers führen können. Das häufig verwendete Entfettungs- und Reinigungsmittel Per beispielsweise dringt durch meterdicken Beton und durch vermeintlich undurchlässige Tonschichten. Nur durch Edelstahl lässt es sich sicher zurückhalten.
Mineralölprodukte gehören zu den am häufigst verwendeten Wasser gefährdenden Stoffen. Mehr als 5 Mio. Lageranlagen zeigen das vorhandene Gefahrenpotential auf.

Immer wieder gibt es Schadensfälle, die auf Grund von Bedienfehlern, Leckagen, unsachgemäßem Umgang und Unwissenheit entstehen. Es gilt aber auch festzuhalten, dass trotz aller Vorsorgemaßnahmen Verunreinigungen der Gewässer und des Bodens nie auszuschließen sind.

Erläuterung Wassergefährdende Stoffe

Nicht jede Chemikalie ist ein wassergefährdender Stoff. Als solcher gilt vielmehr ein Stoff, der "geeignet ist, nachhaltig die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit des Wassers nachteilig zu verändern." Im §6 der VAwS dem Herzstück der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdeneden Stoffen und über Fachbetriebe (Anlagenverordnung-VAwS) werden die wassergefährdenden Stoffe u. a. nach den Kriterien Toxizität, Bioakkumulierbarkeit, Kanzerogenität, Mutagenität, Abbaubarkeit und Mobilität in drei Wassergefährdungsklassen eingestuft. Nicht als wassergefährdender Stoff in diesem Sinn gilt Abwasser sowie radioaktive Stoffe. Ihre Wassergefährdung wird durch andere Rechtsvorschriften berücksichtigt.
Gefährdungsstufe


Die Gefährdung, die von einer Anlage zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen ausgeht, hängt ab von der Wassergefährdungsklasse der dort enthaltenen Stoffe sowie von deren Menge. In Abhängigkeit von diesen beiden Faktoren werden für die Anlagen die sog. Gefährdungsstufen festgelegt. Die Einstufung in die Gefährdungsstufen A bis D ist maßgeblich für die an die Anlage zu stellenden Anforderungen.
 

Gefährdungsstufen

 

Wassergefährdungsklasse
Volumen in m3 oder Masse in to
WGK 1 (schwach Wasser gefährdend) WGK 2 (Wasser gefährdend) WGK 3 (stark wassergefährdend)
bis 0,1 Stufe A Stufe A Stufe A
mehr als 0,1 bis 1,0 Stufe A Stufe A Stufe B
mehr als 1 bis 10 Stufe A Stufe B Stufe C
mehr als 10 bis 100 Stufe A Stufe C Stufe D
mehr als 100 bis 1000 Stufe B Stufe D Stufe D
mehr als 1000 Stufe C Stufe D Stufe D

Ihre Ansprechpartner

Christian Schiebel
Sachgebietsleiter