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ambrosia

Gesundheitsamt warnt vor Ambrosia-Pflanze

Ambrosia artemisiifolia

Die Pollen der ab Mitte Juli blühenden Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) sind stark Allergie auslösend und können Heuschnupfen und Asthma hervorrufen. Schon geringe Pollenmengen von 1 bis 3 Pollen/m3 Luft reichen aus, dass empfindliche Menschen eine Ambrosia-Allergie entwickeln können. Bei manchen Menschen tritt als nicht-allergische Reaktion bei Berührung von Ambrosia eine Hautreaktion (Kontaktdermatitis) auf. Die Betroffenen klagen über gerötete, geschwollene und juckende Hautbereiche. Allergische Kreuzreaktionen der Ambrosie, wie gegen Melonen und Bananen, mit der Folge von Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind möglich.

Die Beifuß-Ambrosie, auch als Beifußblättriges Traubenkraut oder Ragweed bezeichnet, ist eine aus Nordamerika stammende einjährige Pflanze, die sich seit den mehreren Jahren zunehmend in Deutschland und auch in Bayern ausbreitet. Die Blühsaison hat ihren Höhepunkt (Vollblüte) von August bis Oktober, wenn andere heimische, ebenfalls Pollenallergien auslösende Pflanzen, wie z. B. Gräser, bereits abgeblüht sind. Deshalb könnte sich die saisonale Leidenszeit vieler Allergiker bei weiterer Ausbreitung von Ambrosia um mehrere Wochen verlängern, auch mit entsprechenden Folgekosten für das Gesundheitswesen. Es gilt daher, die weitere Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie in Bayern zu verhindern.

Nach bisherigen Erkenntnissen wird Ambrosia überwiegend mit landwirtschaftlichen Produkten, wie z.B. Vogelfutter, nach Deutschland eingeschleppt. Mit Vogelfutter gelangt die Art häufig in Gärten und kann auch im Oberallgäu u.a. im Bereich von Vogelhäuschen hochwachsen. Es sollte daher nur Ambrosia-freies Vogelfutter gekauft werden. Ambrosia-Vorkommen in der freien Landschaft sind von besonderer Bedeutung, weil sich die Art dort unbemerkt ausbreiten und große Vorkommen bilden kann. Im Oberallgäu wurden erfreulicher Weise noch keine großen Bestände mit mehr als 100 Pflanzen bekannt geworden. Einzelne Pflanzen und kleinere Bestände sollte der Finder mit der Wurzel herauszuziehen und in einem Plastiksack in der Restmülltonne entsorgen – möglichst noch vor der Blüte bis Mitte Juli. Er sollte dabei folgende Vorsichtsmaßnahmen befolgen:

• Pflanzen nur mit Handschuhen anfassen (mögliches Auftreten einer Kontaktdermatitis)
• Bei Entfernung blühender Ambrosia-Pflanzen Feinstaubmaske zum Schutz vor den Pollen tragen.

Eine informative Broschüre zu Ambrosia artemisiifolia mit gutem Bildmaterial der verschiedenen Wachstumsstadien und anderer Pflanzen, mit denen sie leicht verwechselt werden kann, sowie weitere umfassende Informationen finden sich auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit unter www.stmug.bayern.de/gesundheit/umweltgesund/ambrosia/index.htm.

>> Broschüre "zum richtigen Umgang mit der Beifuß-Ambrosie"

Dr. Alfred Glocker
Leiter Gesundheitsamt Leitender Medizinaldirektor