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Impschutz von Zeit zu Zeit prüfen !

Jeder sollte seinen Impfschutz von Zeit zu Zeit überprüfen. "Auch Jugendliche und junge Erwachsene sollten mit ihrem Arzt über die Schließung von Impflücken sprechen", daran erinnerte Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts, anlässlich der Europäischen Impfwoche im Arpil 2012. Gerade die neueren Empfehlungen der Ständigen Impfkommission wie die Masern-Impfung für junge Erwachsene (2010) oder die 2009 ausgesprochen Keuchhusten-Impfempfehlung für Erwachsene (die gemeinsam mit der nächsten fälligen Impfung gegen Tetanus und Diphtherie gegeben werden soll) sind noch nicht ausreichend bekannt.

Im Jahr 2010 hat die STIKO empfohlen, dass alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die nur einmal oder noch gar nicht gegen Masern geimpft sind, gegen Masern geimpft werden. In dieser Gruppe gibt es deutliche Impflücken. Außerdem sind die Masernzahlen in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Zuletzt hat sich die Zahl der Masernfälle in Deutschland mehr als verdoppelt, von 780 Fällen im Jahr 2010 auf 1.607 Fälle im Jahr 2011. Das entspricht einem Anstieg von 10 auf 20 Fälle pro 1 Million Einwohner. Als Ziel für die angestrebte Eliminierung der Masern gibt die Weltgesundheits-Organisation (WHO) das Auftreten von weniger als 1 Fall pro 1 Million Einwohner an.

"Masern sind eine der ansteckendsten Erkrankungen, die wir kennen, und sie sind nicht harmlos", unterstreicht Reinhard Burger. Mehr als ein Viertel der dem RKI übermittelten Erkrankungen musste im Krankenhaus behandelt werden, es gibt auch immer wieder einzelne Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen, die mit bleibenden Behinderungen oder gar dem Tod enden können.

Neben den jungen Erwachsenen gibt es auch bei Jugendlichen deutliche Lücken beim Masernschutz. Für die Jugendlichen gibt es schon länger eine generelle Empfehlung der STIKO, alle im Kleinkindalter versäumten Impfungen vor dem 18. Lebensjahr nachzuholen. Bei Schulanfängern sind die Impfquoten nicht nur für Masern in den letzten Jahren stetig gestiegen oder auf hohem Niveau nahezu konstant geblieben. Bei Masern hat mit Mecklenburg-Vorpommern das erste Bundesland die von der WHO geforderte Impfquote von 95 % für beide Masernimpfungen geschafft.

Besonderer Aufmerksamkeit bedarf auch die HPV-Impfempfehlung für Mädchen von 12 bis 17 Jahren. Neuere Daten aus Studien und der weltweiten Anwendung der Impfung in den vergangenen Jahren bestätigen die Studienergebnisse, die der STIKO zur Bewertung der Impfung gegen die Humanen Papillomviren 2007 vorlagen.

Eine wichtige Impf-Zielgruppe sind auch Personen mit Migrationshintergrund. Daten aus der RKI-Kindergesundheitsstudie KiGGS zeigen, dass die Impfquoten bei neu zugewanderten Kindern für die meisten Impfungen unterdurchschnittlich sind. Daher hat das RKI den aktuellen Impfkalender für Ärzte und Gesundheitsämter in 15 Sprachen erstellt, die auf der RKI-Impfseite unter www.rki.de/impfkalender abrufbar sind.

Weitere Informationen: www.rki.de/impfen

Dr. Alfred Glocker
Leiter Gesundheitsamt Leitender Medizinaldirektor