Gesundheit & Verbraucherschutz

Landratsamt Oberallgäu

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Jägerschulung 2016 Referenten
v.l.n.R. Pathologe Dr. Matthias Müller, LGL Oberschleisheim; Kai Bomans, SGL LRA OA; Manfred Werne, Kreisjagdverband Kempten; Veterinär Dr. Johann Mages, LRA OA
Jägerschulung 2016 Wildschwein
Schulung am Wildschein für die Entnahme von Untersuchungsproben

Schulung für Jäger am Landratsamt

Probenentnahme für Trichinen-, ASP/KSP, Aujeszkysche-Untersuchung beim Schwarzwild im Fokus

Dass sich die Wildschweine in der gesamten Bundesrepublik und in Bayern aufgrund klimatischer und ökologischer Bedingungen kräftig vermehren, ist kein Geheimnis mehr. Auch im nördlichen Landkreis Oberallgäu scheint die Tendenz der Schwarzwildbestände langsam steigend. So zumindest die Feststellung im Rahmen des bayerischen Schwarzwildmonitorings. Seit 2013 läuft dieses Monitoring, um einen Überblick über die Verbreitung der afrikanischen und der klassischen Schweinepest und der Aujeszkyschen Erkrankung zu erhalten. Das stellt auch die Jäger vor neue Herausforderungen.

 

Knapp 50 Jäger kamen vor kurzem zur ersten von zwei Schulungen im Landratsamt Oberallgäu. Auch die zweite Schulung ist bereits voll ausgebucht. Durch die von der unteren Jagdbehörde in Zusammenarbeit mit den Kreisjagdverbänden organisierte Schulung sollen die Jäger Auffälligkeiten am Tierkörper leichter erkennen. Neben einem Theorieteil zur Vermittlung der rechtlichen Hintergründe, bei dem unter anderem der Pathologe Dr. Mathias Müller vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und Amtstierarzt Dr. Johann Mages referierten, erhielten die Teilnehmer eine praktische Schulung an einem Wildschwein und weiterem Beprobungsmaterial. Besonderer Fokus lag dabei auf der richtigen Entnahme von Proben für die Trichinenuntersuchung beim Wildschwein und für die TBC-Untersuchung beim Rotwild. Hinsichtlich der Probenentnahme für das TBC-Monitoring beim Rotwild wurden damit in den letzten drei Jahren 250 Jäger gezielt geschult.

Nach Teilnahme an dieser Schulung können Inhaber eines gültigen Jagdscheins für ihren Jagdbezirk die Übertragung der Probenentnahme für die Trichinenuntersuchung beim Landratsamt beantragen. Damit können sie dann die Probenentnahme bei erlegtem Schwarzwild für den eigenen häuslichen Verbrauch oder für die Abgabe in kleinen Mengen direkt an Verbraucher oder den örtlichen Einzelhandel selbst durchführen und das Probenmaterial bei einer der beiden zugelassenen Trichinenuntersuchungsstellen im Landkreis abliefern.

Die Trichinenuntersuchung beim Wildschwein ist aus Gründen des Verbraucherschutzes zwingend vorgeschrieben. Immer wieder werden bei Wildschweinen in Deutschland Trichinen nachgewiesen. Die Trichinose oder Trichinellose ist eine weltweit vorkommende, mild bis tödlich verlaufende Zoonose infolge einer lebensmittelbedingten Infektion mit Fadenwürmern der Gattung Trichinella.

Kai Bomans
Sachgebietsleiter