Gesundheit & Verbraucherschutz

Landratsamt Oberallgäu

Oberallgäuer Platz 2 • 87527 Sonthofen

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Transport von Waffen

In einer Reihe von Fällen macht das Waffengesetz den erlaubten Transport davon abhängig, dass die Waffe nicht zugriffsbereit geführt wird. Bisher genügte hierfür der Transport in einem geschlossenen Behältnis; künftig muss es allerdings verschlossen sein. Nach der Gesetzesintention bedarf es zwar hierzu eines (z. B. durch einen Schlüssel oder eine Zahlenkombination zu öffnenden) Schlosses. Allerdings sind sowohl an das Behältnis als auch an das Schloss keine gesteigerten Anforderungen zu stellen. Bezweckt ist nur eine Mindestsicherung während des Transports. So kann es genügen, z. B. ein bisheriges Waffenfutteral zu verwenden, dessen Reißverschluss-Ösen o. ä. mit einem Vorhängeschloss versehen sind.

 für Inhaber eines gültigen Jagdscheines

  • Ein Jäger darf Jagdwaffen zur befugten Jagdausübung einschließlich des Ein- und Anschießens im Revier, zur Ausbildung von Jagdhunden im Revier, zum Jagdschutz oder zum Forstschutz ohne Erlaubnis führen und mit ihnen schießen. Dies bedeutet, dass zu den vorgenannten Zwecken Inhaber gültiger Jagdscheine die tatsächliche Gewalt über Lang- und Kurzwaffen, die bei der Jagd verwendet werden dürfen, ohne jegliche Einschränkungen ausüben dürfen.
  • Die Waffe kann also im Revier –außerhalb des Kraftfahrzeuges- geladen und offen mitgeführt werden.
  • Im Zusammenhang mit der Jagd und den weiteren genannten Tätigkeiten (Ein- und Anschießen im Revier, Ausbildung von Jagdhunden im Revier, Jagd- und Forstschutz) dürfen die Jagdwaffen, also Lang- und Kurzwaffen nicht schussbereit geführt werden.
    Dies bedeutet, dass z. B. über jagdlich genutzte Lang- und Kurzwaffen auf dem Weg zum Revier oder auf dem Rückweg die tatsächliche Gewalt mit der Einschränkung „nicht schussbereit“ ausgeübt werden darf.
  • Eine Waffe ist schussbereit wenn sie geladen ist, d. h., dass Munition oder Geschosse in der Trommel, im in der Waffe eingefügten Magazin oder im Patronen- oder Geschosslager sind, auch wenn sie nicht gespannt ist. Ein Gewehr mit einem gefüllten Schaftmagazin ist – rechtlich – als ungeladen anzusehen.
  • Der Jäger kann also seine Jagdwaffen (Lang- und Kurzwaffen) von zu Hause in das Revier ohne jegliches anderes Behältnis entweder zu Fuß, per Zweirad (Fahrrad, Moped, Motorrad, Motorroller) oder Auto (offen auf der Rückbank, im Kofferraum eines Kombis etc.) auf den zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wegen mitnehmen. Einzige Einschränkung ist, dass die mitgeführten Schusswaffen weder geladen noch unterladen sind. Die Entfernung zum Revier spielt – rechtlich gesehen – keine besondere Rolle. Bei Kontrollen muss nur glaubhaft gemacht werden können, dass ein klarer Zusammenhang mit der Jagd besteht. Dies ist jedenfalls dann der Fall, wenn das Revier ohne größere Unterbrechungen angesteuert wird.
  • Ohne klar erkennbaren Zusammenhang mit der Jagd (z.B. Waffentransport zum Schießsport, zum Büchsenmacher oder in die Wohnung einer anderen Person zu Verkaufsverhandlungen) darf der Jäger wie auch jeder andere Waffenbesitzer, Schusswaffen nur nicht schussbereit und nicht zugriffsbereit bei sich haben.
  • Eine Waffe ist zugriffsbereit wenn sie unmittelbar in Anschlag gebracht werden kann; sie ist nicht zugriffsbereit, wenn sie in einem verschlossenen Behältnis mitgeführt wird.
  • Ein Jäger oder jeder andere Waffenbesitzer, der Waffentransporte zum Schießstand, zum Büchsenmacher oder in weiteren Fällen des nicht klar erkennbaren Zusammenhangs mit der Jagd durchführt, darf die Waffen auf keinen Fall geladen oder unterladen bei sich haben. Die Waffen müssen sich darüber hinaus in einem verschlossenen Behältnis (z. B. Futteral oder Gewehrkoffer mit Schloss, verschlossener Kofferraum ohne Zugriffsmöglichkeit auf den Fahrzeugraum) befinden oder es muss auf andere Weise sichergestellt werden, dass die Waffe nicht unmittelbar (mit wenigen Handgriffen) in Anschlag gebracht werden kann. Abzugsbügelschlösser reichen nicht aus, da die Waffe nach wie vor zu Drohzwecken Verwendung finden kann. Die in der Fachpresse angebotenen Gurte mit Zahlenschloss für Gewehrtaschen und -koffer sind nicht in jedem Fall geeignet. Sofern trotz deren Anbringung die Waffe ohne weiteren Aufwand dem verschlossenen Behältnis entnommen werden kann, ist diese Art nicht ausreichend. Diese Verschlussart ist in erster Linie für stabile Gewehrkoffer geeignet.
Waffenkoffer
Waffenkoffer
Waffenfutteral
Gewehrfutteral
Pistolenkoffer
Pistolenkoffer

Transport ins Ausland / ins Inland

Erlaubnis zum Verbringen und zur Mitnahme von Waffen oder Munition in den, durch den oder aus dem Geltungsbereich des Waffengesetzes (Einfuhr, Durchfuhr, Ausfuhr)

Waffen oder Munition verbringt, wer diese über die Landesgrenze zum dortigen Verbleib oder mit dem Ziel des Besitzwechsels in den, durch den oder aus dem Geltungsbereich des Gesetzes zu einer anderen Person oder zu sich selbst transportieren lässt oder selbst transportiert. Dahingegen nimmt eine Waffe oder Munition mit, wer diese Waffe oder Munition vorübergehend auf einer Reise ohne Aufgabe des Besitzes zur Verwendung über die Grenze in den, durch den oder aus dem Geltungsbereich des Gesetzes bringt.

Die nachfolgenden Erlaubnisse beziehen sich auf das Verbringen und die Mitnahme von Schusswaffen oder Munition nach Anlage 1 zum WaffG, Abschnitt 3, Kategorien A 1.2 bis D (Einteilung der Schusswaffen oder Munition in die Kategorien A bis D nach der Waffenrichtlinie) in den, durch den oder aus dem Geltungsbereich des Waffengesetzes, der sich auf das gesamte Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland erstreckt.

Verbringen von Waffen oder Munition in den Geltungsbereich des Waffengesetzes (Einfuhr):

Wenn Sie oben genannte Waffen bzw. sonstige Waffen, deren Erwerb und Besitz der Erlaubnis bedürfen, in den Geltungsbereich des Waffengesetzes verbringen möchten, kann Ihnen die Kreisverwaltungsbehörde eine Erlaubnis erteilen, wenn der Empfänger der Waffen zum Erwerb oder Besitz berechtigt ist und der sichere Transport durch einen zum Erwerb oder Besitz dieser Waffen Berechtigten gewährleistet ist.

Bei Einfuhr aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union (Mitgliedstaat) wird die Erlaubnis als Zustimmung zur Erlaubnis des anderen Mitgliedstaates erteilt.

Verbringen von Waffen oder Munition durch den Geltungsbereich des Waffengesetzes (Durchfuhr):

Wenn Sie Waffen durch den Geltungsbereich des Waffengesetzes verbringen möchten, kann Ihnen die Kreisverwaltungsbehörde eine Erlaubnis erteilen, wenn der sichere Transport durch einen zum Erwerb oder Besitz dieser Waffen Berechtigten gewährleistet ist.

Bei Durchfuhr aus einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union wird die Erlaubnis als Zustimmung zur Erlaubnis des anderen Mitgliedstaates erteilt.

Bei Durchfuhr aus einem Staat, der nicht Mitgliedstaat der Europäischen Union ist (Drittstaat), in einen Mitgliedstaat bedarf die Erlaubnis auch dessen vorheriger Zustimmung.

Verbringen von Waffen oder Munition aus dem Geltungsbereich des Waffengesetzes in andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union (Ausfuhr):

Wenn Sie Waffen aus der Bundesrepublik Deutschland in einen anderen Mitgliedstaat verbringen möchten, kann Ihnen die Kreisverwaltungsbehörde eine Erlaubnis erteilen, wenn die nach dem Recht des anderen Mitgliedstaates erforderliche vorherige Zustimmung vorliegt und der sichere Transport durch einen zum Erwerb oder Besitz dieser Waffen Berechtigten gewährleistet ist.

Gewerbsmäßigen Waffenherstellern oder -händlern kann allgemein die Erlaubnis zum Verbringen von Waffen zu Waffenhändlern in anderen Mitgliedstaaten für die Dauer von bis zu drei Jahren erteilt werden. Die Erlaubnis kann auf bestimmte Arten von Schusswaffen oder Munition beschränkt werden. Der Inhaber dieser Erlaubnis hat ein Verbringen dem Bundeskriminalamt vorher schriftlich anzuzeigen.


Mitnahme von Waffen oder Munition in den, durch den oder aus dem Geltungsbereich des Waffengesetzes (Ein-, Durch-, Ausfuhr):

Wenn Sie oben genannte Waffen bzw. sonstige Waffen, deren Erwerb und Besitz der Erlaubnis bedürfen, in den oder durch den Geltungsbereich des Waffengesetzes mitnehmen möchten, kann Ihnen die Kreisverwaltungsbehörde eine Erlaubnis erteilen, wenn die Voraussetzungen des § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 WaffG vorliegen. Die Erlaubnis kann für die Dauer von bis zu einem Jahr für einen oder für mehrere Mitnahmevorgänge erteilt werden und kann mehrfach um jeweils ein Jahr verlängert werden.

Wenn Sie Bürger eines Drittstaates sind, bedarf die Erlaubnis zur Mitnahme von Waffen durch den Geltungsbereich des Gesetzes in einen anderen Mitgliedstaat auch, soweit die Zustimmung des anderen Mitgliedstaates erforderlich ist, dessen vorheriger Zustimmung.

Wenn Sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt in einem anderen Mitgliedstaat haben und Waffen mitnehmen wollen (Ein-, Aus-, oder Durchfuhr), wird die Erlaubnis dazu nur erteilt, wenn Sie Inhaber eines durch diesen Mitgliedstaat ausgestellten Europäischen Feuerwaffenpasses sind und die Waffen in den Europäischen Feuerwaffenpass eingetragen sind.

Für Jäger, Sportschützen und Brauchtumsschützen gibt es Ausnahmen von der Erlaubnispflicht bzw. den Voraussetzungen einer Erlaubnis für die Mitnahme von Waffen (Ein-, Aus-, oder Durchfuhr):

  • Jäger: bis zu drei Langwaffen und die dafür bestimmte Munition zum Zweck der Jagd,
  • Sportschützen: bis zu sechs Sportwaffen und die dafür bestimmte Munition zum Zweck des Schießsports,
  • Brauchtumsschützen: bis zu drei Einzellader- oder Repetier-Langwaffen und die dafür bestimmte Munition zur Teilnahme an einer Brauchtumsveranstaltung.

Sie benötigen keine Erlaubnis zur Mitnahme von Waffen in den oder durch den Geltungsbereich des Waffengesetzes (Einfuhr, Durchfuhr)

  1. für die Sie eine Erlaubnis zum Erwerb oder Besitz haben,
  2. die aus Gründen der Sicherheit an Bord von Schiffen mitgeführt werden (Signalwaffen), oder
  3.  an Bord von Schiffen oder Luftfahrzeugen, die während des Aufenthalts im Geltungsbereich dieses Gesetzes unter Verschluss gehalten, der zuständigen Überwachungsbehörde unverzüglich gemeldet und spätestens innerhalb eines Monats wieder aus dem Geltungsbereich des Gesetzes befördert werden.
Kai Bomans
Sachgebietsleiter