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Bayern als BHV1-freie Region anerkannt

Änderungen beim Viehhandel beachten!

Nach jahrelangen und erfolgreichen Bekämpfungsmaßnahmen zur Tilgung der BHV1 in Bayern, beschloss die Europäische Kommission nun, den gesamten Freistaat als BHV1-freie Region anzuerkennen.

Unter BHV1 werden zwei Rinderkrankheiten (Infektiöse Bovine Rhinotracheitis und IPV) zusammengefasst, die bei Rindern eine lebenslange Infektion mit Herpesviren hervorrufen. Die Krankheiten sind für den Menschen völlig ungefährlich, verursachen aber bei Rinderhaltern große wirtschaftliche Einbußen, etwa durch Handelssperren oder durch die Schlachtung wertvoller Zuchttiere.


Neben Bayern gehören noch fünf andere Länder bzw. Landesteile zu den anerkannt BHV1-freien Regionen in der EU. Dies sind Österreich, die Provinz Bozen (Südtirol), Finnland, Dänemark und Schweden. 

Der Vorteil für bayerische Rinderhalter besteht u.a. darin, dass zwischen diesen Regionen und aus diesen Regionen heraus nun ein Handel mit Rindern ohne Beachtung von BHV1-Quarantänevorschriften möglich ist. 

Das bedeutet aber gleichzeitig, dass das Verbringen von Rindern aus anderen Regionen (auch aus anderen Bundesländern!) nach Bayern reglementiert ist und nur unter Einhaltung tiergesundheitlicher Garantien erlaubt ist.
Zucht- und Nutzrinder müssen so vor dem „Import“ in bayerische Bestände eine mindestens 30-tägige Quarantäne sowie eine entsprechende Untersuchung (21 Tage nach Quarantänebeginn) durchlaufen. Außerdem muss für jedes dieser Tiere eine besondere BHV1-Bescheinigung vorliegen, auf der die Einhaltung der Quarantäne vom Veterinäramt bestätigt wird. 

Für das Einstallen in reine Mastrinderhaltungen kann das Landratsamt erleichterte Bedingungen genehmigen. Ausnahmen gelten auch für Schlachtrinder, die auf direktem Weg zum Bestimmungsschlachthof gebracht werden.

Landwirte und Viehhändler dürfen zur Vermeidung von Verstößen gegen das Tierseuchenrecht ab sofort keine Rinder aus anderen Bundesländern in bayerische Bestände verbringen, die diese Zusatzgarantien nicht erfüllen!

An der generellen Untersuchungspflicht der Rinderbestände auf BHV1 und der allgemeinen BHV1-Freiheitsbescheinigung ändert sich innerhalb Bayerns mit der Anerkennung als BHV1-freie Region momentan noch nichts. 

Details

Datum: 26.10.11

Dr. Thomas Brunner
Sachgebietsleiter, Amtstierarzt