FRAUEN erOBERn das ALLGÄU
auszuleihende Wanderausstellung
Eine Wanderausstellung des Landratsamtes Oberallgäu zum Dreifachjubiläum 2011 im Oberallgäu .
• 100 Jahre Weltfrauentag
• 25 Jahre Gleichstellungsstelle
• 10 Jahre Beauftragte für Migration und Integration im Landkreis Oberallgäu
Während der Weltfrauentag am 8. März sein 100. Jubiläum begeht, blicken die Gleichstellungsstelle des Landkreises auf ihre 25-jährige Geschichte und die Beauftragte für Migration und Integration des Landkreises Oberallgäu auf ihre 10-jährige Geschichte zurück. Aufgrund dieses Dreifachjubiläums fand im Landratsamt Oberallgäu in Sonthofen eine thematische Ausstellung statt.
Einen Fernsehbeitrag zur Ausstellung finden Sie unter folgendem Link: http://www.kulturelle.de/A_2011_frauen_erobern_allgaeu.html
Unter dem Motto „FRAUEN erOBERn das ALLGÄU“ bekamen Besucher während der Öffnungszeiten einen Einblick in die Geschichte und die Gegenwart von Frauen im Oberallgäu. Die Ausstellung dokumentiert die vielfältige Arbeit der Gleichstellungsstelle sowie der Migrations-, und Integrationsbeauftragten im Landkreis Oberallgäu im Laufe der vergangenen 25 bzw. 10 Jahre. Bei diesem Projekt werden die Vergangenheit mit der Zukunft verknüpft sowie gegenwärtige Chancen und Probleme in Sachen Gleichstellung, Migration und Integration thematisiert.
Im Fokus der Schau stehen die ländlichen Strukturen des Oberallgäus und die sich daraus ergebenden Aspekte. Die 20 Ausstellungstafeln gehen dabei auf zahlreiche Schwerpunkte ein. Themen sind neben der Entwicklung des Weltfrauentags das Wahlverhalten von Frauen seit 1918, ihre Stellung in der Familie, Politik sowie die Entwicklung des Ehe- und Familienrechts. Auch Landfrauen, sowie Allgäuer Vertreterinnen aus Sport und Religion stehen im Blickpunkt. Aber auch die Lebenssituation der vielen zugewanderten Frauen wird beleuchtet. Über die zentrale Bedeutung von Bildung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie darf ebenso diskutiert werden, wie über den Anteil an weiblichen Führungskräften im Oberallgäu, Gewalt gegen Frauen und vieles mehr.
Der zweite Teilbereich befasst sich mit Aspekten aus dem wirtschaftlichen, sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Frauen. Dazu zählen die Arbeit der Oberallgäuer Gleichstellungsbeauftragten, Ilona Authried und Themen der Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern in vielen Facetten. Die dritte Säule bildet die Arbeit der Beauftragten für Migration und Integration, Miriam Duran. Sie stellt ihre Tätigkeitsschwerpunkte dar und zeigt ihre Erfolge auf.
Die Ausstellung FRAUEN erOBERn das ALLGÄU wurde vom Landratsamt Oberallgäu, Gleichstellungsbeauftragte und Beauftragte für Migration und Integration als Wanderausstellung in Auftrag gegeben. Das Konzept erstellten KULTURelle GbR. Schirmherrin der Ausstellung ist Christine Haderthauer, Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen sowie Frauen- und Integrationsbeauftragte der Staatsregierung.
Auch das Frauenmuseum Hittisau im benachbarten Bregenzerwald zeigt vom 04. September 2011 bis 11. März 2012 anlässlich 100 Jahre Weltfrauentag eine Ausstellung mit ähnlicher Thematik.
FESTE. KÄMPFE. 100 JAHRE FRAUENTAG
4. September 2011 bis 11. März 2012
Eine Kooperation mit dem Johanna Dohnal Archiv und Kreisky Archiv sowie mit dem Österreichischen Museum für Volkskunde und dem Bregenzerwaldarchiv
"Den Frauen gleiches Recht!" forderten 10.000 Frauen und Männer am 19. März 1911, als sie über die Wiener Ringstraße marschierten. Das Frauenwahlrecht war die zentrale Forderung am ersten österreichischen Frauentag. Im März 2011 hat sich der Frauentag in Österreich zum 100. Mal gejährt. Ereignissen wie dem Frauentag, die mit ziviler Courage, gewaltlosem Widerstand, partizipativer Demokratie und Geschlechtergerechtigkeit assoziiert werden, gebührt ein Platz im kollektiven Gedächtnis der Republik.
Fotos, Plakate, Transparente, Filmdokumente, Abzeichen und Zeitungsberichte dokumentieren anschaulich die sehr bewegte Geschichte des Frauentags in Österreich.
Das Ausstellungskonzept ist in drei Themeninseln gegliedert:
1. Die erste Themeninsel „Gleichheit“ widmet sich den verschiedenen Ursprungsgeschichten des Frauentages sowie den sozialistischen Frauentagen zwischen 1911 und 1933 in Wien, wo erstmals mehrere tausend Menschen den Stadtraum in Anspruch genommen haben, um für das Frauenwahlrecht und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Frauen zu demonstrieren.
2. Die zweite Themeninsel „Frieden“ befasst sich mit der inhaltlichen Konzentration der Frauentage auf den Topos Frieden. Vor allem in der Nachkriegszeit bis in die 1980er-Jahre war die Forderung nach der Sicherung einer friedlichen Gesellschaft die zentrale Botschaft an den Frauentagen.
3. Um den „Körper“ dreht sich die dritte Themeninsel.
Mit dem Aufkommen der 2. Frauenbewegung ab den 1970er-Jahren werden Diskussionen rund um den Schwangerschaftsabbruch und den Gewaltschutz für Frauen laut. So spielen auch an den Frauentagen Strategien weiblicher Selbstbestimmung und Fragen der Körperpolitik eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zu den Jahrzehnten zuvor, in denen der Frauentag in erster Linie von kommunistischen und sozialdemokratischen Frauen begangen wurde, organisierten sich Akteurinnen zu dieser Zeit erstmals auch in autonomen Frauengruppen.
8. März
Der im sozialistischen Umfeld entstandene und 1911 erstmals begangene Internationale Frauentag war bis in die 1970er Jahre nur für die sozialistischen und kommunistischen Frauen ein Tag, an dem bei Demonstrationen und Versammlungen auf frauenpolitische Ziele aufmerksam gemacht wurde. Erst nachdem der Frauentag 1975 auch offiziell von der UNO begangen worden war und diese 1977 den 8. März als Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden in ihren Kalender aufgenommen hatte, gewann der Frauentag in Österreich als Tag der politischen Agitation für Frauenrechte über die Parteien hinaus Relevanz. Es kam zur Pluralisierung der Akteurinnen und zur breiten Inanspruchnahme des Frauentages. In den 1970er Jahren zunächst von der autonomen Frauenbewegung als Aktionstag genutzt, beziehen sich österreichweit seit den 1980er Jahren eine Vielzahl von Frauenvereinen und Fraueninstitutionen sowie die Frauen aller politischen Parteien in Veranstaltungen und Wortmeldungen auf den Internationalen Frauentag.
„Modell Vorarlberg“
In Vorarlberg waren die Frau als Hausfrau und Mutter und der Mann als Ernährer der Familie über Jahrzehnte dominierende Rollenbilder, Ehe und Kinder gestalteten die persönliche Lebensplanung. Von kirchlicher wie auch von politischer Seite wurden diese tradierten Ideale und Werte lange Zeit mitgefestigt; zu Beginn der 1980er Jahre etwa war der Schutz und die Förderung von Ehe und Familie Teil der Landesverfassung. Seit beinahe zwanzig Jahren erstellt das Mitte der 1980er Jahre eingerichtete Frauenreferat der Landesregierung laufend Berichte, die die Situation der Frauen in Vorarlberg im Vergleich zu den Männern bzw. im Vergleich zu Restösterreich dokumentiert, und nicht immer sind die Ergebnisse erfreulich. So verdienen Vorarlbergs Frauen aktuell im Österreichvergleich noch immer am Wenigsten, während die mittleren Brutto-Jahreseinkommen der Vorarlberger Männer österreichweit zu den höchsten gehören.
Weder die bürgerliche noch die internationale sozialistische Frauenbewegung fand in Österreichs westlichstem Bundesland einen bemerkenswerten Niederschlag. Mitte der 1980er Jahre formierten sich jedoch auch in Vorarlberg frauenbewegte politische Gruppierungen. Den Bemühungen dieser Akteurinnen um die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern und um eine Bewusstmachung existenter Rollenbilder gilt die Aufmerksamkeit eines eigenen Ausstellungsteils.
Von der Abwesenheit eines Tages
Frauenorganisationen und weibliche Lebensweise im Bregenzerwald
Veranstaltungen zum Frauentag sind vordergründig ein Phänomen des städtisch-urbanen Raums. Im politisch-konservativen, ländlichen Umfeld des Bregenzerwaldes, in dem linke Parteien kaum Fuß fassen konnten, spielte der Frauentag auch ab den 1980er Jahren keine Rolle. Die wichtigste Frauenorganisation des Bregenzerwaldes ist seit der Nachkriegszeit die in einzelnen Ortsgruppen organisierte Österreichische Frauenbewegung (ÖFB), eine Teilorganisation der ÖVP. Sie ist in den meisten der 24 Gemeinden des Bregenzerwaldes aktiv. Es ist eine Ausnahme, dass deren Bezauer Obfrau, die heutige Nationalratsabgeordnete Anna Franz, 1996 als Gemeindevertreterin anlässlich des Internationalen Frauentags zu einem Informationsabend ins Gemeindeamt einlud.
In Kooperation mit dem Bregenzerwaldarchiv geht das Frauenmuseum Hittisau der Geschichte der Frauenorganisationen im Bregenzerwald nach. Wichtige Akteurinnen der Österreichischen Frauenbewegung (ÖFB), der Katholischen Frauenbewegung (KFB) sowie des Frauennetzwerkes kommen zu Wort. Analysiert werden auch die Lebenssituation der Frauen in der Region, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Kindergartensituation. Ebenso wird die Rolle von Bregenzerwälder Frauen in der Gemeinde- und Landespolitik thematisiert.
Kuratorinnen: Maria Mesner, Johanna Zechner, Heidi Niederkofler
Kuratorin Vorarlberg: Birgit Johler
Kuratorin Bregenzerwald: Katrin Netter
Künstlerische Konzeption und grafische Gestaltung: Gangart
Frauenmuseum, Platz 501, 6952 Hittisau, Austria
Do 15-20 Uhr, Fr 14-17 Uhr, Sa und So 10-12 und 14-17 Uhr I
+43 (0) 5513-6209-30 I www.frauenmuseum.at
kontakt@frauenmuseum.at
Details
Datum: 14.03.11




