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Landratsamt Oberallgäu

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Geschichte des Landkreises

Vielerlei Völkerschaften haben das Gebiet des jetzigen Landkreises Oberallgäu durchquert, bewohnt oder beherrscht und ihm dadurch in Sprache, Kultur und Zivilisation das Gepräge gegeben. Erste Spuren menschlicher Dauersiedlungen gegen auf die Bronzezeit (etwa 1800-1200 v. Chr.) zurück und wurden in Agathazell, bei Sonthofen und bei Altusried nachgewiesen.

Im Zuge des keltischen Eindringens in den süddeutschen Raum wurde um 600 v. Chr. auch das Allgäu besiedelt. In dem Gebiet der heutigen Stadt Kempten entstand ein stadtähnliches Zentrum der Kelten, neben dem sich nach der Besetzung des Allgäus durch die Römer die Stadt Cambodunum entwickelte. Dieser politische, administrative und wirtschaftliche Mittelpunkt hatte bis zum Ende der Römerzeit Bestand.

Im Mittelalter erfolgte eine Neuordnung, in deren Verlauf auch das heutige Landkreisgebiet neu gegliedert wurde. Es entstanden dabei die freie Reichsstadt Kempten und die Grafschaft Rothenfels mit der Herrschaft Staufen; Teile des Gebiets zählten als Pflege Rettenberg auch zum Hochstift Augsburg. Dies hatte zur Folge, daß sich auch umliegende Orte wie Immenstadt, Oberstdorf, Sonthofen und Hindelang zu Mittelpunktorten mit wirtschaftlicher und verwaltungsmäßiger Bedeutung entwickeln konnten.

"Das Werden des Landkreises Oberallgäu"
Auszug aus einem Aufsatz des damaligen Kreisheimatpflegers Kornelius Riedmiller 1986:

Mit der Gebietsreform 1972 wurde die gut 1200 Jahre alte Landschaftsbezeichnung „Allgäu“ Bestandteil verschiedener neu gebildeter Gebietskörperschaften. Nicht nur der Landkreis Oberallgäu, sondern auch die Landkreise Unter- und Ostallgäu nahmen die Bezeichnung „Allgäu“ in ihre Landkreisnamen auf.
Der Landkreis Oberallgäu darf mit Recht für sich in Anspruch nehmen, zum Stammland des Allgäus zu gehören. Der südliche Teil des Landkreises, das obere Illertal mit Ostrachtal und Konstanzer Tal samt dem Gebiet der Westallgäuer Hofenorte gehörte zum sogenannten Ur-Allgäu, der ab dem Jahre 817 in Urkunden so bezeichneten Landschaft, die ihren Namen von den wasserreichen Auen = Geäu oder Gäu vor dem Hochgebirge = Alben oder Alpen ableitet. Aus Albgeäu wurde Allgäu.

… Um 1560 teilten sich das Gebiet des Landkreises Oberallgäu der Fürstbischof von Augsburg mit der Pflege Rettenberg östlich der Iller, westlich von ihr die Herren von Montfort als Reichsgrafen von Rothenfels, später von Königsegg, im Weitnauer Tal die Herren von Hohenegg und die von Waltrams, im Wengener Tal die Herren von Trauchburg; nördlich des Rottachberges und des Kohlenberges regierte der Fürstabt von Kempten, dessen Gebiet die Freie Reichsstadt Kempten umschloß. Dazwischen gestreut waren noch ein paar kleine Herrschaften, die Freien von Eglofs in der Sonthofener Gegend und die Freien von Leutkirch bei Altusried. Diese über tausend Jahre alte Ordnung beendeten unter Napoleons Billigung im Geiste der Aufklärung seine deutschen Verbündeten mit der Enteignung allen Besitzes geistlicher Herren (=Säkularisation) und Aufhebung der Reichsunmittelbarkeit der Freien Reichsstädte und weltlichen Grundherrschaften mit landeshoheitlichen Rechten (=Mediatisierung) im Jahr 1802/03. Unser Landkreisgebiet kam damals zu Bayern.

… 1869 wurde erstmals den Gemeinden ein sehr eng gefasstes Recht der Selbstverwaltung eingeräumt.

… Erst 1919 setzte sich die Auffassung durch, nach denen die Landkreise wie die Gemeinden das volle Recht hatten, ihre örtlichen Angelegenheiten im Rahmen der Gesetze selbst zu regeln.

... Bei der Gebietsreform, die mit Beginn des Jahres 1972 in Kraft getreten ist, wurde das Gebiet des Freistaates Bayern in 71 Landkreise (zuvor 143) und 25 kreisfreie Städte (zuvor 48) eingeteilt. Der Landkreis Oberallgäu wurde aus dem Landkreis Sonthofen (ohne die Gemeinde Stiefenhofen, die zum Landkreis Lindau kam) und dem Landkreis Kempten (ohne die Gemeinden St. Lorenz und St. Mang, die zur kreisfreien Stadt Kempten kamen) gebildet.