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Ehrung Patrona Bavaria 2017

Feierstunde für die Lebensretter im Landratsamt (von links): Landrat Anton Klotz, Peter Semmelmann, Klaus Peter Harsch, Silke Gießmann und Waltenhofens Bürgermeister Ekhard Harscher. Vorne die Kinder Lenz (9) und Lucia (7)

Medaille „Patrona Bavaria“ für Familie Gießmann-Harsch und Peter Semmelmann

Zwei Buben vor dem Ertrinken gerettet

Oberallgäu. Ohne das couragierte Eingreifen der Waltenhofener Familie Gießmann-Harsch sowie des Kempteners Peter Semmelmann hätten zwei kleine Buben bei Unfällen im Wasser wohl nicht überlebt. Jetzt zeichnete Landrat Anton Klotz die Lebensretter mit der Medaille „Patrona Bavaria“ des Ministerpräsidenten aus. „Sie haben zwei Kindern das Leben gerettet, im entscheidenden Moment mutig eingegriffen und damit dem Schicksal einen glücklichen Verlauf gegeben“, sagte Klotz. Mit ihrem Handeln hätten die Retter ein Zeichen für Solidarität und Zivilcourage gesetzt.

Im August 2016 stürzte ein sechsjähriger Bub beim Spielen in die Iller. Sofort wurde er von der Strömung davon getrieben. Dies bemerkten Silke Gießmann und Klaus Peter Harsch sowie deren Kinder Lenz (9) und Lucia (7). Dramatische Minuten brachen an. Harsch sprang ins Wasser und schwamm dem Kind hinterher, bekam es aber nicht gleich zu fassen. Glücklicherweise wurde der Junge in Richtung Ufer getrieben. Harschs Lebensgefährtin rannte zunächst auf dem Fußweg an der Iller hinterher. Schließlich stieg sie ebenfalls ins Wasser. Nach 200 Metern bekam das Paar den verunglückten Jungen zu fassen.

Silke Gießmann beatmete den Kleinen, bis der Rettungsdienst eintraf. Während der gesamten Zeit hatten sich auch ihre Kinder Lenz und Lucia vorbildlich verhalten. Die kleine Lucia kümmerte sich fürsorglich um das Geschwisterkind des geretteten Jungen. Ihr Bruder Lenz organisierte mit Unterstützung zweier Radfahrerinnen den Rettungsdienst. Zudem schaute er immer wieder nach der kollabierenden Mutter des verunglückten Sechsjährigen. „Wir haben noch immer Kontakt zu der Familie und dem Kleinen geht es gut“, freute sich Silke Gießmann.

Der zweite Badeunfall ereignete sich im November vergangenen Jahres im Sonthofener Erlebnisbad. Als der Schwimmflügel eines fünfjährigen Buben kaputt war, ging seine Großmutter zum Shop, um neue zu kaufen. Der Junge blieb währenddessen unbeaufsichtigt.  Er kletterte auf die Kinderrutsche und glitt ins Wasser. Der Fünfjährige konnte aber nicht schwimmen und ging unter. Dies beobachtete Peter Semmelmann. Der Kemptener sprang ins Becken, zog das leblose Kind an die Oberfläche und trug es zum Bademeister. Als kein Puls feststellbar war, begann dieser sofort mit der Reanimation. Während des zweiten Reanimationszyklus spuckte der Bub Wasser und kam zu Bewusstsein. Der Junge wurde ins Klinikum Kempten gebracht. „Glücklicherweise hat er keine bleibenden Schäden davongetragen“, freute sich Lebensretter Semmelmann.

Details

Datum: 01.06.17

Brigitte Klöpf
Sachgebietsleiterin, Stellv. Pressesprecherin