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Führerscheinreform:

Das hat sich beim EU-Führerschein geändert

Die Vorschriften für den neuen EU-Führerschein gelten ab dem 19. Januar 2013. Die wichtigsten Änderungen betreffen zum Beispiel die Gültigkeitsdauer: Ein neu ausgestellter Führerschein ist nur noch 15 Jahre gültig.
Wichtig hierbei ist, dass nach Ablauf von 15 Jahren lediglich das Dokument erneuert werden muss, die Fahrerlaubnis wird hiervon nicht berührt.
Die Lkw und Bus-Führerscheine laufen wie bisher nach 5 Jahren ab und können dann durch Antragstellung über die Verwaltungsbehörde verlängert werden.

Alte Führerscheine (grau, rosa oder Kartenführerscheine, die vor dem 19.01.2013 ausgestellt wurden) bleiben bis zum Jahr 2033 gültig, können jedoch jederzeit umgetauscht werden. Zwingend notwendig ist dies nicht.

Bei einem Führerschein-Umtausch ist im Regelfall keine erneute Fahrprüfung oder die Vorlage von Eignungsnachweisen (wie z.B. Sehtest oder ärztliche Bescheinigungen) notwendig.

Fahrerlaubnisklassen:

• Führerscheinklasse AM (die Führerscheinklassen S und M wurden zusammengefasst):
Das Mindestalter für diese Klasse beträgt 16 Jahre. Sie umfasst alle zwei- und dreirädrigen Kleinkrafträder, sowie vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit einer Motorleistung von maximal 4 kW und einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h.

• Führerscheinklasse A2:
Diese Fahrerlaubnisklasse ersetzt seit 2013 die Fahrerlaubnisklasse A beschränkt und wurde für Motorräder mit einer Motorleistung von maximal 35 kW/48 PS und einem Verhältnis von Leistung / Gewicht von max. 0,2 kW/kg eingeführt. Das Motorrad muss mind. 175 kg wiegen.
Neu: Das Verhältnis von Leistung und Gewicht darf seit dem 28.12.2016 nicht mehr von einem Kraftrad mit einer Motorleistung über 70 kW abgeleitet (gedrosselt) sein; Fahrerlaubnisse der Klasse A2, die vor dem 28.12.2016 erteilt worden sind, bleiben hiervon unberührt.

Wer zwei Jahre die Fahrerlaubnis der Klasse A1 besitzt, kann ohne Theorieprüfung in die Klasse A2 wechseln, lediglich die praktische Prüfung ohne Ausbildungsverpflichtung ist zu absolvieren. Dies gilt auch für die Fahrerlaubnis der Klasse 1b, bzw. Klasse 3 oder 4, soweit diese vor dem 01.04.1980 erteilt wurden.

• Stufenweiser Aufstieg in die nächste Motorrad-Klasse
Für die Erweiterung der Führerscheinklasse A1 auf die Klasse A2, sowie von der Klasse A2 zur Klasse A ist nach Ablauf von 2 Jahren nur jeweils eine praktische (keine theoretische) Prüfung erforderlich.
Für den direkten Erwerb der Klasse A beträgt das Mindestalter 24 Jahre. Neben einer Ausbildung ist  sowohl eine theoretische als auch eine praktische Prüfung erforderlich.

• Führerscheinklasse A1
Das Verhältnis von Leistung/Gewicht darf künftig 0,1 kW pro kg Gewicht des Motorrades nicht übersteigen. Das Tempolimit von 80 km/h für 16- bis 17- jährige wurde bei Leichtkrafträdern bis zu 125 cm³ Hubraum und einer Motorleistung von maximal 11 kW aufgehoben.
Besitzer der Fahrerlaubnisklasse 3 und 4 (Ausstellung vor dem 01. April 1980), dürfen diese Klasse dennoch weiterhin fahren.

Die Klasse B berechtigt nicht mehr zum Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen, diese falle seit dem 19.01.2013 in die Klasse A und A1.
Neu: ab dem 28.12.2016 dürfen Inhaber einer Klasse B zumindest im Inland dreirädrige Kraftfahrzeuge führen, im Falle eines dreirädrigen Kraftfahrzeugs mit mehr als 15 kW Motorleistung jedoch nur dann, wenn sie mindestens 21 Jahre alt sind.

• Neue Regelungen für die Fahrerlaubnisklasse BE (BE 96):
Die „Anhängerregelung“ ist grundlegend überarbeitet und wesentlich vereinfacht worden. Seit 2013 darf – wie bisher – ein Anhänger bis 750 kg zul. Gesamtmasse mitgeführt werden. Darüber hinaus wird künftig auf die zul. Gesamtmasse der Fahrzeugkombination abgestellt:
bis 3.500 kg zul. Gesamtmasse der Kombination genügt ohne weitere Voraussetzungen eine Fahrerlaubnis der Klasse B. Über 3.500 kg bis 4.250 kg zul. Gesamtmasse der Kombination (wobei die zul. Gesamtmasse des Anhängers mehr als 750 kg betragen darf) ist eine Fahrerschulung in einer Fahrschule zu absolvieren und die Schlüsselzahl 96 muss von der Verwaltungsbehörde in den Führerschein eingetragen werden. Darüber hinaus sind immer die technischen Vorgaben der Zulassungsbescheinigung (Anhängelast) zu beachten und einzuhalten.

• Bei der Klasse BE (PKW mit Anhänger, die nicht unter die Klasse B fallen) wurde die zul. Gesamtmasse des Anhängers auf 3.500 kg begrenzt. Für Anhänger von mehr als 3.500 kg zul. Gesamtmasse ist eine Fahrerlaubnis der Klasse C1E erforderlich.

• Neue Regelung für die Fahrerlaubnisklasse C1E:
Die „Anhängerregelung“ bei der Klasse C1E (Kraftfahrzeuge über 3.500 kg mit Anhängern über 750 kg zul. Gesamtmasse) wird analog der Regelung bei der Klasse B vereinfacht. Zulässig sind Kombinationen bestehend aus einem Zugfahrzeug der Klasse C1 und einem Anhänger von mehr als 750 kg, sofern die zul. Gesamtmasse der Fahrzeugkombination 12.000 kg nicht übersteigt (auf das Verhältnis der zul. Gesamtmasse des Anhängers zu der Leermasse des Zugfahrzeuges kommt es also nicht mehr an). Die technischen Vorgaben der Zulassungsbescheinigung (Anhängelast) ist zu beachten und einzuhalten.

Neu: Fahrerlaubnisse der Klassen C1 und C1E, die ab dem 28.12.2016 erteilt wurden, sind auf 5 Jahre befristet und müssen, wie die Klassen C u. D, künftig regelmäßig verlängert werden.

• Neue Definition der Fahrerlaubnisklassen D und D1:
Bei der Definition der Klassen D und D1 (Kraftfahrzeuge zur Personenbeförderung) kommt es nicht mehr auf die Zahl der Sitzplätze an, sondern auf die Zahl der Personen, für die das Fahrzeug ausgelegt und gebaut ist (Klasse D1: nicht mehr als 16 Personen außer dem Fahrzeugführer). Die Klasse D1 ist außerdem auf eine Länge des Fahrzeugs von höchstens 8m beschränkt.

Neu: Anträge auf Erteilung, Erweiterung, Verlängerung und Neuerteilung einer Fahrerlaubnis können künftig 6 Monate vor Ablauf der Gültigkeit der Fahrerlaubnis, des Erreichens des Mindestalters oder Ablauf der Sperrfrist gestellt werden.

 

Details

Datum: 08.03.13

Manfred Berktold
Sachgebietsleiter