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Von der Straße auf die Schiene

Seit rund einem Jahr wird an einem Verkehrskonzept für das Oberallgäu gearbeitet – Viele Denkanstöße und Ideen

Zwei Prozent weniger motorisierten Individualverkehr – mit diesem Ziel wird seit knapp einem Jahr an der Entwicklung eines Verkehrskonzepts für den Landkreis Oberallgäu gearbeitet. „Manche sagen, dass ist ganz schön ehrgeizig“, erzählt Roland Merkle, bislang im Landratsamt zuständig für den Bereich Öffentlicher Personennachverkehr. „Andere finden: zwei Prozent weniger – das ist doch gar nichts.“ In einem sind sich aber alle einig: der Autoverkehr im Allgäu soll weniger werden. Vor allem die B 19 stößt bei Fischen immer wieder an ihre Kapazitätsgrenzen. „Die zwei Prozent“, meint Roland Merkle, „das ist nur eine grobe Hausnummer.“

Seit Januar 2015 machen sich Mitglieder der im Kreistag vertretenen Parteien, Verkehrsexperten und Interessensvertreter in drei Arbeitsgruppen (Straße, Scheine und ÖPNV) Gedanken, wie man den Individualverkehr zugunsten von Bus und Bahn eindämmen könnte. Etwa alle sechs Wochen trifft man sich. Wann das Konzept fertig ist, steht offen. „Es gibt keine Terminsetzung“, betont Landrat Anton Klotz. „Man muss das eher als Prozess verstehen.“

Beim Thema Straße wird unter anderem vorgeschlagen, durch „eine dynamische Verkehrsführung“ mittels Sensoren, durch die dem Autofahrer auf seinem Navigationsgerät rechtzeitig Staus anzeigt und Alternativrouten angeboten werden, die Situation an den neuralgischen Punkten bei Fischen und Waltenhofen zu entlasten. Insbesondere an sonnigen Wochenenden ist die B19 hier regelmäßig überlastet. Außerdem sollen zusätzliche Park-and-Ride-Parkplätze entstehen, so die ersten Ergebnisse aus der Arbeitsgruppe „Straße“.

Die Vertreter der Gruppe „Schiene“ haben die vielen ungesicherten Bahnübergänge – gut ein Dutzend sind es zwischen Sonthofen und Oberstdorf – als Hauptproblem ausgemacht. „Das bedeutet jedes Mal kräftig runterbremsen“, erklärt Merkle. Experten gehen davon aus, dass sich die Fahrtzeit zwischen Kempten und Oberstdorf spürbar verringern ließe, sollte ein Teil der Bahnübergänge technisch gesichert und der andere – falls möglich – aufgelassen werden. „Eine kürzere Fahrtzeit würde das Bahnfahren wesentlich attraktiver machen“, meint Landrat Anton Klotz. „Und der laute Pfiff an jedem der ungesicherten Bahnübergänge hätte auch ein Ende.“

Eine bessere Verzahnung der Fahrpläne von „Bus und Schiene“ fordert die Arbeitsgruppe ÖPNV. Die An- und Abfahrtszeiten der Busse und Züge sollten fahrgastfreundlich aufeinander abgestimmt und die Anschlusssicherung Bahn/Bus verbessert werden. Zudem regten die Vertreter der ÖPNV-Gruppe die Entwicklung einer „App“ als verkehrsmittelübergreifende Informationsplattform an. Und natürlich ist auch eine mögliche Schienenverbindung vom Kemptener Hauptbahnhof zur ZUM (zentrale Umsteigestelle) Thema bei der Entwicklung eines Verkehrskonzeptes für den Landkreis Oberallgäu.

„Aus den Arbeitsgruppen sind schon viele interessante Denkanstöße gekommen“, lobt Landrat Anton Klotz. „Es kann durchaus sein, dass bestimmte Maßnahmen schon vor Fertigstellung des Konzepts umgesetzt werden.“

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Datum: 13.04.16