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Kamerafahrzeug zur Vermessung der Strecken

Virtuelle Studie zum autonomen Fahren im Oberallgäu

Kamerafahrzeug auf Strecken in Bad Hindelang und Oberstdorf unterwegs

Das Messfahrzeug, das Ende April zwischen dem Busbahnhof Bad Hindelang und dem Parkplatz Hinterstein sowie zwischen dem Bahnhof Oberstdorf und Birgsau  unterwegs war, liefert Daten, mit denen die Strecken virtuell simuliert werden können.  Im Rahmen eines Interreg-Kleinprojekts wird derzeit eine Studie zum elektrischen, autonomen Fahren erstellt. Projektträger ist der Landkreis Oberallgäu, der im Rahmen des Projekts mit der Universität Innsbruck, der Hochschule Kempten sowie Bad Hindelang und Oberstdorf zusammenarbeitet.

Die Messfahrten werden von der Firma 3D-Mapping aus Holzkirchen bei München im Rahmen des Projekts auf eigene Kosten durchgeführt. Wie viele mittelständische Unternehmen, ist die Firma stark an neuen Mobilitätslösungen interessiert und engagiert sich daher für die Realisierung eines Testgebiets im Oberallgäu.

Aktuell sind Tests mit autonomen Fahrzeugen im Oberallgäu noch Zukunftsmusik. Derzeit sind noch keine Fahrzeuge auf dem Markt, die die besonderen Anforderungen der Landstraße bewältigen und dabei auch noch flott unterwegs sind. Einzelne TÜV-zertifizierte Strecken in Deutschland dürfen nur mit bis zu 15 km/h befahren werden. Dies ist natürlich noch keine Option für einen flächendeckenden Einsatz oder für die Befahrung der Strecke von Bad Hindelang nach Hinterstein bzw. von Oberstdorf bis  Birgsau. Flächendeckende Tests finden zwar in den USA bereits statt, jedoch wird dort bewusst ein Restrisiko in Kauf genommen.

 Mit der genauen Kartierung und Bewertung der Strecken, wie sie im Rahmen des Interreg-Kleinprojekts geschieht, kann die Straße am Computer simuliert werden und Fahrzeuge können zunächst virtuell getestet werden. Die Laserscanner, die bei der Vermessung zum Einsatz kommen, vermessen Unebenheiten, Randsteine und Markierungen millimetergenau.  Veränderungen wie Regen, Schnee, Radfahrer oder Pferdekutschen lassen sich in der Simulation künstlich einfügen.

 

Was bringt die Zukunft?

Das autonome Fahren hat das Potenzial Mobilität gerade im ländlichen Raum in absehbarer Zeit grundlegend zu verändern. Die Kosten für einen Transport in einem elektrisch betriebenen, fahrerlosen Verkehrsmittel sind sehr gering. Bereits heutige Elektroautos verbrauchen auf 100 Kilometer 15 bis 20 Kilowattstunden Strom, im Gegenwert von vier bis sieben Euro. Denkbar ist daher, dass autonome Fahrzeuge Fahrdienste in Ortsteile oder zu Uhrzeiten anbieten könnten, die bisher aus Kostengründen schlecht  vom ÖPNV erschlossen werden konnten. Ein Transportservice von „Tür-zu-Tür“ wäre denkbar und wird daher im Rahmen des Projekts wirtschaftlich bewertet.

Während in Ballungsräumen mit gutem öffentlichen Nahverkehr Konkurrenz zu heutigen Angeboten zu erwarten ist, haben  autonome Fahrdienste im ländlichen Raum großes Potential. Diese Verkehrsszenarien sollen daher in einem ersten Schritt virtuell bewertet werden. In dem Fall, dass eine Umsetzung erfolgversprechend wäre und auch die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer gewährleistet werden kann, würde in einem Nachfolgeprojekt eine prototypische Umsetzung angegangen werden.

 

Die Projektträger freuen sich über Rückmeldungen und Einschätzungen von Ihrer Seite. Für die Auswertung Ihrer Hinweise durch die Universität Innsbruck, wäre es hilfreich, wenn Sie diese schriftlich per Email an klimaschutz@lra-oa.bayern.de richten, oder auf dem Postweg:

Koordinationsstelle Klimaschutz
Landkreis Oberallgäu
Oberallgäuer Platz 2
87527 Sonthofen

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Datum: 26.04.18