Bauen & Umwelt

Landratsamt Oberallgäu

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Biber

Sie sind Europas größte Nagetiere und leben revierbezogen in Familienverbänden mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Biber gestalten ihren Lebensraum auf vielfältige Weise, wovon auch andere Tierarten, Vögel, Fische, Amphibien, Insekten und Pflanzen profitieren. Ende des 19. Jahrhunderts war er nahezu ausgerottet. Mittlerweile ist der Biber wieder zu einem Bestandteil der bayerischen Kulturlandschaft geworden und genießt besonderen Schutz. Der Bestand wächst in ganz Bayern kontinuierlich an, auch im Landkreis Oberallgäu hat sich der Biber wieder angesiedelt.

Das Revier einer Biberfamilie, die aus dem Elternpaar und zwei Generationen von Jungtieren besteht, umfasst je nach der Qualität des Lebensraumes 1 bis 3 km Fließgewässerstrecke. Junge Biber leben die ersten beiden Jahre im Familienbund. Als halbwüchsige Zweijährige werden sie nach dem Winter von den Eltern aus dem Revier vertrieben und können dann auf Revier- und Partnersuche über 100 Kilometer weit wandern.

Die Biber siedeln sich vornehmlich an stehenden und fließenden Gewässern und an Uferbereichen an. Als Nahrung dienen dem Biber vor allem Wasserpflanzen oder Weichhölzer, im Winter ernährt er sich von gesammelten Ästen und deren Rinde. Aus gesammelten Zweigen, Ästen oder dünneren Baumteilen baut sich der Biber seine Biberburg und mehrere Dämme, mit denen er Fließgewässer aufstaut und angrenzende Bereiche vernässt.

Gerade diese Bauaktivitäten des Bibers sind es, die in der heutigen Kulturlandschaft nicht selten zu Konflikten mit Landwirten, der Forstwirtschaft und Grundbesitzern führen.

Der Biber ist artenschutzrechtlich streng geschützt und darf daher ohne Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörden in seinem Lebensraum sowie in seinem Bestand nicht gefährdet oder beeinträchtigt werden. Wer Biberdämme ohne Genehmigung entfernt oder sogar die Biber tötet, macht sich nach dem Bundesnaturschutzgesetz strafbar.

Sollten sich Konflikt mit dem Biber anbahnen, bitten wir Sie, sich mit der unteren Naturschutzbehörde in Verbindung zu setzen, um vor Ort nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Mit verschiedenen Präventiv- und Regulierungsmaßnahmen bis hin zur Schadensregulierung  kann in vielen Fällen Abhilfe geschaffen werden. Die Notwendigkeit und Zulässigkeit direkter Zugriffe wird vom Landratsamt fachlich und rechtlich geprüft.

Finanzielle Entschädigung für Biberschäden

Das Bayerische Umweltministerium stellt eine Summe von derzeit jährlich 450 000 Euro freiwillig zur Verfügung, um die Akzeptanz für den Biber zu fördern. Schäden, die unmittelbar durch Biber entstehen, können hiermit ersetzt werden.
 
Ein Ausgleich ist möglich für land-, forst- oder fischereiwirtschaftliche Schäden (zum Beispiel Fraß- und Vernässungsschäden an Kulturpflanzen, Flurschäden wie Uferabbruch, Schäden an landwirtschaftlichen Maschinen, Schäden wegen verletzter Nutztiere oder Schäden an Teichanlagen). Zu beachten sind eine Bagatellgrenze von 50 Euro und eine Obergrenze von 30 000 Euro. Zudem müssen Versicherungsleistungen vorrangig in Anspruch genommen werden.
 
Da der Gesamtbetrag gedeckelt ist, ergibt sich allerdings erst am Ende des Jahres, ob alle gemeldeten Schäden zu 100 Prozent ausgeglichen werden können. Gegebenenfalls fällt die Quote deshalb auch geringer aus. Darüber hinaus können Schäden, die verspätet gemeldet werden, nicht erstattet werden.
 
Wird ein Schaden festgestellt, so muss die untere Naturschutzbehörde innerhalb einer Woche, informiert werden (Tel.: 08321/612-411 oder auch per Mail an: naturschutz [at] lra-oa.bayern [.] de ).
 
Hier gilt die gleiche Ausschlussfrist wie bei Agrarumweltmaßnahmen.
 
Schäden der öffentlichen Hand wie etwa von Gemeinden, Landkreis oder Staat werden nicht ersetzt.
Es gibt jedoch einzelne Ausnahmen, beispielsweise altrechtliche Waldkörperschaften.
Deshalb ist in solchen Fällen zu klären, ob ein Anspruch auf Ausgleich besteht.
 
Sonstige Schäden wie Verkehrsunfälle oder Personenschäden werden ebenfalls nicht ausgeglichen.
 

Ihr Ansprechpartner

Julia Heyer
Naturschutz Fachkraft  
Christian Schiebel
Sachgebietsleiter