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Seniorenpolitisches Gesamtkonzept

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept

Alle Landkreise Bayerns sind gesetzlich verpflichtet, ein Seniorenpolitisches Gesamtkonzept zu entwickeln. Der Kreistag hat im Jahr 2013 ein solches Konzept für den Landkreis Oberallgäu verabschiedet. 

Seit 2018 wird an der Neuauflage des Seniorenpolitischen Gesamtkonzept bearbeitet. Hintergründe dafür sind die Fortschreibung der demographischen Entwicklung, die Einbindung der Auswirkungen der Pflegestärkungsgesetze und die Aktualisierung vorhandener Angebote für Seniorinnen und Senioren im Landkreis Oberallgäu.

Die Koordination liegt hierzu im Bereich des Seniorenamtes des Landkreises. Unterstützt wird der Landkreis durch die beauftragte Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung in Bayern.

Was ist ein Seniorenpolitisches Gesamtkonzept überhaupt?

Das Seniorenpolitische Gesamtkonzept (SPGK) erfasst den Bestand, das was es aktuell im Landkreis Oberallgäu gibt und den Bedarf, das was beispielsweise aufgrund der Bevölkerungszahl usw. benötigt wird. Hierzu werden die Bereiche Wohnen, Soziales sowie Unterstützung und Pflege genauer betrachtet.
Folglich wird der aktuelle Bestand an Angeboten für die älteren Menschen im Oberallgäu mit dem Bedarf abgeglichen und Maßnahmen entwickelt, wie die Situation verbessert werden kann. Im Anschluss werden die Maßnahmen umgesetzt.
Zusätzlich werden bei der Betrachtung die Themen Altersarmut/soziale Sicherheit im Alter, Mobilität, Barrierefreiheit und Verkehr als Querschnittsthemen Berücksichtigung finden.

Bei dem ersten Schritt, der Bestands- und Bedarfsermittlung, werden beispielsweise alle Gemeinden befragt und in Form einer Seniorenbefragung Meinungen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Oberallgäu ermittelt. Im nächsten Schritt werden auf Grundlage der Ergebnisse in Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen, Expertinnen und Experten und engagierten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert und Maßnahmen entwickelt. Zusammen wird erarbeitet, was zu tun ist, damit das tägliche Leben der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern vor Ort verbessert wird.

Ziel ist es, die Rahmenbedingungen an den verändernden Bedürfnissen der älteren Generation anzupassen und somit für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger ein weitestgehend selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen.

Unsere bisherigen Schritte...

Juli 2020:
Vorstellung der Ergebnisse und Beschlussfassung

März 2020/April 2020:
Vorstellung und Verabschiedung im Kreistag (verschoben)

Februar 2020:
Austausch über die Ergebnisse in der Resonanzgruppe

November 2019 - Januar 2020:
Analyse und Zusammenfassung der Ergebnisse, Entwicklung der Maßnahmen und Empfehlungen

November 2019: 
Durchführung des 2. Workshops "Zur Zukunft der Seniorenarbeit - Älter werden im Landkreis Oberallgäu"

Oktober 2019: 
Durchführung des 1. Workshops "Zur Zukunft der Seniorenarbeit - Älter werden im Landkreis Oberallgäu"

September 2019: 
Informationsveranstaltung zu den Ergebnissen der Bevölkerungsprognose und der Seniorenbefragung für den Landkreis Oberallgäu

Juli 2019:
Auswertung der Fragebögen durch das Institut, Sichtung der Rückmeldungen und Ergebnisse der Bestandserhebungen

Juni 2019:  
Versendung der Fragebögen zur Seniorenbefragung

Mai 2019:
- Präsentation der Zwischenergebnisse zum Bearbeitungsstand im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Familie und Integration
- Bestandserhebung aller offenen Angebote der Altenarbeit, hauswirtschaftliche Versorgung und weitere flankierende Dienste im Landkreis Oberallgäu

April 2019:    
Abfrage der Pflege- und Betreuungsangebote (ambulant, stationär sowie Tagespflege)

Dezember 2018/Januar - März 2019: 
Erfassung der Bevölkerungsdaten der Gemeinden im Landkreis Oberallgäu

Oktober/November 2018:
(Beginn der Bestandserhebung) Durchführung der Kommunalbefragung, Erfassung der Pflegeinfrastruktur

September 2018:   
Beschluss zur Neuauflage des Seniorenpolitischen Gesamtkonzept für den Landkreis Oberallgäu
 Präsentation

 

Verbesserung der Lebensumstände in Workshops diskutiert

Die Lebensumstände der Senioren sind dem Landkreis Oberallgäu wichtig. Dazu fand jetzt der erste von zwei ganztägigen Workshops in Sonthofen statt. Rund 40 Frauen und Männer als Vertreter von Gemeinden, Kreistag , Organisationen, Interessenvertretungen, Wohlfahrtsverbänden, Seniorenbeauftragten und Pflegeeinrichtungen nahmen daran teil. Die  Anregungen und Wünsche aus den beiden Arbeitstreffen werden in das Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises einfließen.

Lebhaft diskutierten die Teilnehmer in Arbeitsgruppen die thematischen Schwerpunkte sowie die Ergebnisse der jüngsten Seniorenumfrage des Landkreises. Unter anderem ging es um Betreuung und Pflege, gesellschaftliche Teilhabe, Hospiz- und Palliativversorgung und die Mobilität älterer Menschen im Landkreis. Ziel der Bemühungen ist es, dem Wunsch der meisten Senioren zu entsprechen, am liebsten so lange wie möglich zuhause zu leben. „Ambulant vor stationär“ ist dabei das Motto. Dafür brauche es in einer alternden Gesellschaft, bei der familiäre und nachbarschaftliche Strukturen wegbrechen, neue Versorgungsstrukturen sowie Wohn- und Pflegeformen, so Ralph Eichbauer, Leiter der Abteilung „Mensch und Gesellschaft“ im Landratsamt.

Ein positives Zwischenergebnis aus den Workshops ist, dass im Landkreis schon viele Angebote vorhanden sind. Dazu gehören Pflegedienste, Beratungsangebote, die ambulante und stationäre Palliativversorgung sowie viele niederschwellige Hilfeangebote und Betreuungsmöglichkeiten im Rahmen bürgerschaftlichen Engagements. Dennoch sahen die Workshop-Teilnehmer, die selbst haupt- oder ehrenamtlich in der Seniorenarbeit tätig sind, noch Verbesserungsbedarf und Ausbaumöglichkeiten. Dies insbesondere, weil zwar die Lebenserwartung der Menschen immer höher wird, aber gleichzeitig im hohen Alter die Betreuungs- und Pflegebedürftigkeit rapide ansteigt.

Andererseits bleiben zahlreiche Senioren im Vergleich zu früher insgesamt länger fit. Viele ältere Menschen wollen am öffentlichen Leben teilhaben und eine Aufgabe erhalten, beispielsweise durch ein Ehrenamt. Gebraucht zu werden und das Lebenswisssen einbringen zu können – unabhängig vom Alter – stärkt Senioren gesund und vital zu bleiben. Dieses Potenzial gelte es zu stärken und zu unterstützen.

Ergebnisse der Landkreisumfrage „Generation 65 plus“ vorgestellt

Sonthofen/Oberallgäu. Für ihren Lebensabend haben die meisten Menschen der Generation 65 plus im Landkreis Oberallgäu einen vorrangigen Herzenswunsch: Sie möchten auf Dauer in ihrem gewohnten sozialen Umfeld leben. Im Fall einer Pflegebedürftigkeit könnten sie sich vorstellen, im eigenen Zuhause niederschwellige Hilfen von Angehörigen, Nachbarn oder ambulanten Pflegediensten in Anspruch zu nehmen. Dies bestätigt eine groß angelegte Umfrage bei Oberallgäuer Seniorinnen und Senioren. Die Studie des Landkreises wurde jetzt zahlreichen Gemeindevertretern sowie Senioren-, Behinderten- und Familienbeauftragten im großen Sitzungssaal des Landratsamtes vorgestellt.

„Damit haben wir nun eine hervorragende Diskussionsgrundlage für die Aktualisierung und weitere Gestaltung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes im Landkreis“, erläuterte Ralph Eichbauer, Leiter der Abteilung „Mensch und Gesellschaft“. Die Umfrage sei sehr wichtig, damit Angebote gezielt auf die aktuellen und zu erwartenden Bedürfnisse der älteren Generation abgestimmt werden könnten.

5.500 Seniorinnen und Senioren hatten dazu einen vierseitigen Fragebogen in ihrem Briefkasten vorgefunden. Rund 2.500 anonym ausgefüllte Unterlagen gelangten zurück ins Seniorenamt des Landkreises. Dass die Menschen so lange wie möglich in ihren vier Wänden leben möchten, entspreche dem bundesweiten Trend, betonte Eichbauer. Nach dem Motto „ambulant vor stationär“ befinde sich die aktuelle Sozialgesetzgebung auf dem richtigen Weg. Es gelte, ambulante und stationäre Leistungen weiter zu vernetzen und mit den Hilfen zu verknüpfen, die Familien, Nachbarn und Ehrenamtliche erbringen. Dies gelinge nur gemeinsam mit der kommunalen Ebene.

Detaillierte Infos zur aktuellen Seniorenerhebung gab es von Christian Rindsfüßer (Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik - SAGS). Demnach leben 54 Prozent der Befragten im Wohneigentum. Nur wenige haben bislang Wert auf barrierefreies Wohnen gelegt. Mehr als zwei Drittel sind noch selbst mit dem Auto unterwegs. Die meisten (88 Prozent) fühlen sich wohl an ihrem Wohnort und in ihrem sozialen Umfeld. Jedoch hätten viele Alleinlebende gerne mehr Sozialkontakte. Bevorzugte Ansprechpartner bei Fragen zum Thema „Älterwerden, Pflege und Betreuung“ sind der Hausarzt und die Angehörigen. Von den 2500 Teilnehmern an der Umfrage engagieren sich weit mehr als 500 Menschen (23 Prozent) ehrenamtlich. Deutlich wurde in der Erhebung auch, dass viele Senioren Einrichtungen wie Drogeriemarkt, Apotheke oder Post in ihren Wohngemeinden vermissen.

Aktuell liegt der Bevölkerungsanteil der Generation 65 plus im Landkreis bei gut einem Fünftel (22 Prozent). Rindsfüßer verwies auf die Prognose, wonach die Altersgruppe ab 85 Jahren und damit die Zahl der Pflegebedürftigen im Oberallgäu in den nächsten Jahren stark zunehmen wird.  

Handlungsbereiche

Wohnen

Wie wohnen die Senioren im Landkreis Oberallgäu? Ist das Wohnumfeld barrierefrei? Welche Wohnform können sich die Senioren in Zukunft vorstellen? Fühlen sich die Senioren in ihrem Wohnumfeld eingebunden? Welche Angebote fehlen nach Sichtweise der Senioren in den einzelnen Gemeinden? Wie sind die Senioren unterwegs, mit dem Bus oder mit dem Auto?

Das Handlungsfeld Wohnen umfasst den Bereich „Wohnen zu Hause“ sowie „integrierte Orts- und Entwicklungsplanung“. Darunter fällt zum Beispiel die Unterstützung des Aufbaus einer Wohnberatung zur Anpassung von Wohnung und Wohnumfeld an veränderte Bedürfnisse bis hin zur Entwicklung kombinierter Wohn- und Versorgungskonzepte.

Soziales

Empfinden die Senioren ihre sozialen Kontakte als ausreichend? Welche Orte werden genutzt um in den Austausch zu kommen? Wie ist das Interesse sich ehrenamtlich einzubringen? Der Handlungsbereich Soziales umfasst die „gesellschaftliche Teilhabe“ sowie das „bürgerschaftliche Engagement“. Maßnahmen können hier der Ausbau an Begegnungsstätten sein oder die Unterstützung des Ehrenamtes. Des Weiteren findet sich in dem Handlungsfeld Soziales der Bereich „präventive Angebote“ wieder. Dies trifft insbesondere auf Grundlage der Selbstverantwortlichkeit für ein gesundes Altern zu.

Unterstützung und Pflege

Falls Pflege und Unterstützung benötigt wird, wie können sich die Senioren vorstellen, diese in Anspruch zu nehmen? Welche Hilfen erhalten derzeit die Senioren im Landkreis? Welcher Bedarf an Hilfe und Unterstützung ist derzeit nicht abgedeckt?

Der Handlungsbereich umfasst die „Betreuung und Pflege“, was die Betrachtung der Angebotsvielfalt bedeutet. Diese reicht von ambulanten Diensten, ärztlicher Versorgung, technischen Hilfen, Rehabilitation bis hin zu Unterstützungsangeboten wie dem Betreuten Wohnen zu Hause oder Pflegestützpunkten. Zudem werden in dem Handlungsbereich die Angebote zur „Unterstützung für pflegende Angehörige“ sowie die der „Hospiz- und Palliativversorgung“ behandelt. Maßnahmen können hier beispielsweise die Stärkung der Angehörigengruppen, der Ausbau von Pflegekursen oder der Aufbau von palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Angeboten und Netzwerken sein.

Beratung, Information, Kooperations- u. Vernetzungsstrukturen

Wohin wenden sich die Senioren bei Fragen zum Thema „Älterwerden“? Ist die oder der Ansprechpartner in den Gemeinden bekannt? Wie ist der Austausch bzw. das Netz unter den einzelnen Anbietern im Bereich Altenhilfe?

Als Querschnittsbereich ist das Handlungsfeld „Beratung, Information und Öffentlichkeitsarbeit“ und „Kooperations- und Vernetzungsstrukturen“ anzuerkennen und zu berücksichtigen.

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept 2013

2013 hat der Kreistag ein  Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Landkreis Oberallgäu einstimmig auf den Weg gebracht.

Die zentrale Zielsetzung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes und damit auch das Leitbild ist, die Lebensbedingungen in den Kommunen so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen und Wünschen der älteren Bürgerinnen und Bürger entsprechen, und zur Erhaltung eines möglichst langen selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebens in der eigenen Häuslichkeit und zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit beizutragen. Für das Gesamtkonzept wurden relevante Daten und Fakten zusammengetragen,  Befragungen durchgeführt und die derzeitige Angebots- und Versorgungsstruktur im Landkreis analysiert. Auf dieser Grundlage wurden die künftigen Entwicklungen bzw. Bedarfe eingeschätzt und Handlungsfelder für die seniorenpolitische Arbeit in den kommenden Jahre definiert. Damit soll der demografischen Entwicklung Rechnung getragen werden. Immerhin waren im Jahre 2013 in Deutschland 17,1 % der Bevölkerung über 65 Jahre, im Jahre 2033 werden es 23,3 % sein.

Verein Miteinander im Oberallgäu e.V.

Der Verein "Miteinander im Oberallgäu e. V." wurde im November 2014 gegründet.

Ziel des Vereins ist es, das einstimmig vom Kreistag beschlossene Seniorenpolitische Gesamtkonzept umzusetzen. Dazu soll der Verein die Gemeinden vor Ort unterstützen und Kooperationspartner für alle Einrichtungen und Organisationen im Landkreis sein, damit Senioren ihren Lebensabend nach ihren Wünschen gestalten können. Konkret geht es darum, das generationenübergreifende Zusammenleben im Landkreis zu stärken, Begegnungsstätten für Jung und Alt einzurichten und bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Die gegenseitige Unterstützung von Jung und Alt und das soziale Miteinander werden in den nächsten Jahren immer wichtiger werden. Der Verein will dafür in Zusammenarbeit mit allen auf diesem Gebiet bereits tätigen Organisationen und Akteuren vor Ort die Voraussetzungen dafür schaffen.

Gemeinschaft, respektvolles Miteinander, generationenübergreifende Begegnungen, Integration, Kontakte, Freundschaften, Lernbegleitung, Entwicklung von eigenen Aktivitäten und die Förderung und Weitergabe vorhandener Fähigkeiten sind die wichtigsten Anliegen des Vereins bei der Einrichtung von Begegnungsstätten und sog. Mehrgenerationenhäusern. Sie sollen ein niedrigschwelliges Angebot in einem Stadtteil oder einer Gemeinde sein, wo sich Menschen begegnen und miteinander ins Gespräch kommen können. Der Verein will überall dort, wo sich solch ein Angebot entwickelt oder bereits besteht, unterstützend tätig sein. Er fördert die Einrichtungen durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Gewinnung und Fortbildung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen für die Betreuungs- und Begegnungsdienste und hilft bei der Einwerbung von Fördergeldern.

Aktuelle und weitere Informationen können Sie der Homepage des Vereins entnehmen.