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Seniorenpolitisches Gesamtkonzept

Seniorenpolitisches Gesamtkonzept

Das Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes hat als Ziel die Rahmenbedingungen an den verändernden Bedürfnissen der älteren Generation anzupassen und somit für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger ein weitestgehend selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben in ihrer vertrauten Umgebung, in ihrer Gemeinde, zu ermöglichen.
Das Konzept unterstützt die Entscheidungsträger dabei, die im Oberallgäu künftig notwendigen Versorgungsstrukturen zu sichern und auszubauen.

In Bayern sind alle Landkreise gesetzlich verpflichtet, ein Seniorenpolitisches Gesamtkonzept zu entwickeln. Gesetzliche Grundlage für die Planung ist der Artikel 69 Abs. 2 AGSG. Neben der Feststellung des längerfristigen Bedarfs an Pflegeeinrichtungen (Bedarf  an Unterstützung und Pflege) finden im Gesamtkonzept die Bereiche Wohnen und Soziales Bedeutung.

Im Zeitraum von 2018-2020 wurde die Neuauflage für den Landkreis Oberallgäu bearbeitet. Bei der Erstellung wurde der Landkreis Oberallgäu durch die beauftragte Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung in Bayern unterstützt. Der Kreistag hat im Juli 2020 das Seniorenpolitische Gesamtkonzept einschließlich der darin empfohlenen Maßnahmen einstimmig verabschiedet.

Die Koordination liegt hierzu im Bereich der Fachstelle für Senioren des Landkreises.

Vorgehen und Chronologie

Juli 2020:
Vorstellung der Ergebnisse des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes, Beschlussfassung und jeweils einstimmige Verabschiedung im Sozialausschuss und Kreistag.

Februar 2020:
Austausch über die Ergebnisse in der Resonanzgruppe. Eine kleine Gruppe aus Vertretern unterschiedlicher Bereiche hat Rückmeldung über die Maßnahmen und dringlichen Empfehlungen gegeben.

November 2019 - Januar 2020:
Analyse und Zusammenfassung der Ergebnisse durch das Institut, Entwicklung der Maßnahmen und Empfehlungen.

Oktober 2019/November2019:
Durchführung des 1. und 2. Workshops „Zur Zukunft der Seniorenarbeit - Älter werden im Landkreis Oberallgäu"
Fachexperten aus unterschiedlichen Bereichen diskutierten über die Bestandssituation und erhobenen Bedarfe, woraufhin Maßnahmen abgeleitet wurden.

September 2019:
Informationsveranstaltung zu den Ergebnissen der Bevölkerungsprognose und der Seniorenbefragung für den Landkreis Oberallgäu. Eingeladen wurden Fraktionsvertreter, Mitglieder des Sozialausschuss, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bzw. zuständige Gemeindemitarbeiter, Seniorenbeauftragte/Seniorenbeiräte, Familien- und Behindertenbeauftragte.

Juni 2019/Juli 2019:
Versendung der Fragebögen zur Seniorenbefragung
Der Landkreis Oberallgäu hat 5500 Fragebögen an die Altersgruppe 65+ gesendet, dabei lag die Rücklaufquote bei sehr guten 50 %. Die Auswertung der Fragebögen erfolgte durch das Institut. Die Ergebnisse der Befragung wurden auf den Gesamtlandkreis sowie auf die einzelnen Gemeinden ausgewertet.

Mai 2019:
Präsentation der Zwischenergebnisse zum Bearbeitungsstand im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Familie und Integration
Bestandserhebung aller offenen Angebote der Altenarbeit, hauswirtschaftliche Versorgung und weitere flankierende Dienste im Landkreis Oberallgäu

April 2019:
Abfrage der Pflege- und Betreuungsangebote (ambulante Pflege, stationäre Pflege sowie Tagespflege) im Landkreis Oberallgäu und in der Stadt Kempten

Dezember 2018/Januar - März 2019:
Erfassung der Bevölkerungsdaten der Gemeinden im Landkreis Oberallgäu

Oktober/November 2018:
(Beginn der Bestandserhebung) Durchführung der Kommunalbefragung, Erfassung der Pflegeinfrastruktur

September 2018:  
Beschluss zur Neuauflage des Seniorenpolitischen Gesamtkonzept für den Landkreis Oberallgäu

Aktuelles

Verbesserung der Lebensumstände in Workshops diskutiert

Die Lebensumstände der Senioren sind dem Landkreis Oberallgäu wichtig. Dazu fand jetzt der erste von zwei ganztägigen Workshops in Sonthofen statt. Rund 40 Frauen und Männer als Vertreter von Gemeinden, Kreistag , Organisationen, Interessenvertretungen, Wohlfahrtsverbänden, Seniorenbeauftragten und Pflegeeinrichtungen nahmen daran teil. Die  Anregungen und Wünsche aus den beiden Arbeitstreffen werden in das Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises einfließen.

Lebhaft diskutierten die Teilnehmer in Arbeitsgruppen die thematischen Schwerpunkte sowie die Ergebnisse der jüngsten Seniorenumfrage des Landkreises. Unter anderem ging es um Betreuung und Pflege, gesellschaftliche Teilhabe, Hospiz- und Palliativversorgung und die Mobilität älterer Menschen im Landkreis. Ziel der Bemühungen ist es, dem Wunsch der meisten Senioren zu entsprechen, am liebsten so lange wie möglich zuhause zu leben. „Ambulant vor stationär“ ist dabei das Motto. Dafür brauche es in einer alternden Gesellschaft, bei der familiäre und nachbarschaftliche Strukturen wegbrechen, neue Versorgungsstrukturen sowie Wohn- und Pflegeformen, so Ralph Eichbauer, Leiter der Abteilung „Mensch und Gesellschaft“ im Landratsamt.

Ein positives Zwischenergebnis aus den Workshops ist, dass im Landkreis schon viele Angebote vorhanden sind. Dazu gehören Pflegedienste, Beratungsangebote, die ambulante und stationäre Palliativversorgung sowie viele niederschwellige Hilfeangebote und Betreuungsmöglichkeiten im Rahmen bürgerschaftlichen Engagements. Dennoch sahen die Workshop-Teilnehmer, die selbst haupt- oder ehrenamtlich in der Seniorenarbeit tätig sind, noch Verbesserungsbedarf und Ausbaumöglichkeiten. Dies insbesondere, weil zwar die Lebenserwartung der Menschen immer höher wird, aber gleichzeitig im hohen Alter die Betreuungs- und Pflegebedürftigkeit rapide ansteigt.

Andererseits bleiben zahlreiche Senioren im Vergleich zu früher insgesamt länger fit. Viele ältere Menschen wollen am öffentlichen Leben teilhaben und eine Aufgabe erhalten, beispielsweise durch ein Ehrenamt. Gebraucht zu werden und das Lebenswisssen einbringen zu können – unabhängig vom Alter – stärkt Senioren gesund und vital zu bleiben. Dieses Potenzial gelte es zu stärken und zu unterstützen.

Ergebnisse der Landkreisumfrage „Generation 65 plus“ vorgestellt

Sonthofen/Oberallgäu. Für ihren Lebensabend haben die meisten Menschen der Generation 65 plus im Landkreis Oberallgäu einen vorrangigen Herzenswunsch: Sie möchten auf Dauer in ihrem gewohnten sozialen Umfeld leben. Im Fall einer Pflegebedürftigkeit könnten sie sich vorstellen, im eigenen Zuhause niederschwellige Hilfen von Angehörigen, Nachbarn oder ambulanten Pflegediensten in Anspruch zu nehmen. Dies bestätigt eine groß angelegte Umfrage bei Oberallgäuer Seniorinnen und Senioren. Die Studie des Landkreises wurde jetzt zahlreichen Gemeindevertretern sowie Senioren-, Behinderten- und Familienbeauftragten im großen Sitzungssaal des Landratsamtes vorgestellt.

„Damit haben wir nun eine hervorragende Diskussionsgrundlage für die Aktualisierung und weitere Gestaltung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes im Landkreis“, erläuterte Ralph Eichbauer, Leiter der Abteilung „Mensch und Gesellschaft“. Die Umfrage sei sehr wichtig, damit Angebote gezielt auf die aktuellen und zu erwartenden Bedürfnisse der älteren Generation abgestimmt werden könnten.

5.500 Seniorinnen und Senioren hatten dazu einen vierseitigen Fragebogen in ihrem Briefkasten vorgefunden. Rund 2.500 anonym ausgefüllte Unterlagen gelangten zurück ins Seniorenamt des Landkreises. Dass die Menschen so lange wie möglich in ihren vier Wänden leben möchten, entspreche dem bundesweiten Trend, betonte Eichbauer. Nach dem Motto „ambulant vor stationär“ befinde sich die aktuelle Sozialgesetzgebung auf dem richtigen Weg. Es gelte, ambulante und stationäre Leistungen weiter zu vernetzen und mit den Hilfen zu verknüpfen, die Familien, Nachbarn und Ehrenamtliche erbringen. Dies gelinge nur gemeinsam mit der kommunalen Ebene.

Detaillierte Infos zur aktuellen Seniorenerhebung gab es von Christian Rindsfüßer (Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik - SAGS). Demnach leben 54 Prozent der Befragten im Wohneigentum. Nur wenige haben bislang Wert auf barrierefreies Wohnen gelegt. Mehr als zwei Drittel sind noch selbst mit dem Auto unterwegs. Die meisten (88 Prozent) fühlen sich wohl an ihrem Wohnort und in ihrem sozialen Umfeld. Jedoch hätten viele Alleinlebende gerne mehr Sozialkontakte. Bevorzugte Ansprechpartner bei Fragen zum Thema „Älterwerden, Pflege und Betreuung“ sind der Hausarzt und die Angehörigen. Von den 2500 Teilnehmern an der Umfrage engagieren sich weit mehr als 500 Menschen (23 Prozent) ehrenamtlich. Deutlich wurde in der Erhebung auch, dass viele Senioren Einrichtungen wie Drogeriemarkt, Apotheke oder Post in ihren Wohngemeinden vermissen.

Aktuell liegt der Bevölkerungsanteil der Generation 65 plus im Landkreis bei gut einem Fünftel (22 Prozent). Rindsfüßer verwies auf die Prognose, wonach die Altersgruppe ab 85 Jahren und damit die Zahl der Pflegebedürftigen im Oberallgäu in den nächsten Jahren stark zunehmen wird.  

Verein Miteinander im Oberallgäu e.V.

Der Verein "Miteinander im Oberallgäu e. V." wurde im November 2014 gegründet.

Ziel des Vereins ist es, das einstimmig vom Kreistag beschlossene Seniorenpolitische Gesamtkonzept umzusetzen. Dazu soll der Verein die Gemeinden vor Ort unterstützen und Kooperationspartner für alle Einrichtungen und Organisationen im Landkreis sein, damit Senioren ihren Lebensabend nach ihren Wünschen gestalten können. Konkret geht es darum, das generationenübergreifende Zusammenleben im Landkreis zu stärken, Begegnungsstätten für Jung und Alt einzurichten und bürgerschaftliches Engagement zu fördern. Die gegenseitige Unterstützung von Jung und Alt und das soziale Miteinander werden in den nächsten Jahren immer wichtiger werden. Der Verein will dafür in Zusammenarbeit mit allen auf diesem Gebiet bereits tätigen Organisationen und Akteuren vor Ort die Voraussetzungen dafür schaffen.

Gemeinschaft, respektvolles Miteinander, generationenübergreifende Begegnungen, Integration, Kontakte, Freundschaften, Lernbegleitung, Entwicklung von eigenen Aktivitäten und die Förderung und Weitergabe vorhandener Fähigkeiten sind die wichtigsten Anliegen des Vereins bei der Einrichtung von Begegnungsstätten und sog. Mehrgenerationenhäusern. Sie sollen ein niedrigschwelliges Angebot in einem Stadtteil oder einer Gemeinde sein, wo sich Menschen begegnen und miteinander ins Gespräch kommen können. Der Verein will überall dort, wo sich solch ein Angebot entwickelt oder bereits besteht, unterstützend tätig sein. Er fördert die Einrichtungen durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und Gewinnung und Fortbildung von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen für die Betreuungs- und Begegnungsdienste und hilft bei der Einwerbung von Fördergeldern.

Aktuelle und weitere Informationen können Sie der Homepage des Vereins entnehmen.