Gesundheit & Verbraucherschutz

Landratsamt Oberallgäu

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Gesundheitsamt rät zur FSME-Schutzimpfung

Der Leiter des Gesundheitsamts im Landratsamt Oberallgäu, Dr. Alfred Glocker,  empfiehlt gerade jetzt im Frühjahr die FSME-Schutzimpfung:

 „Von April bis Oktober ist das Risiko am größten, sich mit der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME) anzustecken. 90 Prozent der an FSME Erkrankten infizieren sich bei Freizeitaktivitäten. Gerade wer sich oft in der Natur aufhält – sei es beim Sport, beim Wandern oder auch nur im im eigenen Garten - sollte sich unbedingt gegegen FMSE impfen lassen. Für einen kompletten FSME-Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforderlich. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Ich empfehle insbesondere den Eltern, jetzt den FSME-Impfschutz ihrer Kinder - aber natürlich nicht nur diesen - beim Haus- oder Kinderarzt überprüfen zu lassen - und sich selbst dabei nicht zu vergessen."

83 der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte sind mittlerweile als Risikogebiet klassifiziert. Dies gilt auch für den Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten. Damit ist auch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission verbunden, Personen, die dort zeckenexponiert sind, gegen das FSME-Virus (Frühsommer-Meningoenzephalitis) zu impfen. Eine ursächliche Behandlung bei einer FSME-Erkrankung ist nicht möglich.

„Jeder FSME-Kranke ist ein Kranker zuviel!“ sagt Dr. Glocker „…und dies vor dem Hintergrund, dass es eine wirksame Schutzimpfung gegen FSME gibt und die Erkrankungen häufig mit schweren bleibenden Schäden verlaufen.“

 

Kurzinformation über Zecken:

Zecken, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat  große Teile von Bayern (83 von 96 Landkreisen), Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und weitere Gebiete in Deutschland zu FSME-Risikogebieten erklärt. Damit ist auch die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) verbunden, Personen, die dort zeckenexponiert sind, gegen das FSME-Virus zu impfen. Dies gilt auch für Freizeitaktivitäten. Seit 2009 gehörte bereits der Landkreis Oberallgäu zu den FSME-Risikogebieten.Der Landkreis Oberallgäu gehört seit 2009 zu den FSME-Risikogebieten, die Stadt Kempten seit 2012.

Das Gesundheitsämt Oberallgäu rät allen Bürgern zur FSME-Impfung durch den Haus- oder Kinderarzt. Die Krankenkassen übernehmen üblicherweise die Kosten.

Zecken

Die Hauptüberträger des FSME-Virus sind Zecken, die bei ihren Stichen verschiedene Krankheitserreger übertragen können. Die wichtigsten sind die FSME-Viren, die die Frühsommer-Meningoenzephalitis hervorrufen und Borrelien, Bakterien, die die Lyme-Borreliose verursachen und gegen die es zwar keinen Impfschutz, aber die Behandlungsmöglichkeit mit Antibiotika gibt.

Was sind Zecken?

Zecken

  • gehören zu den Milben
  • sind Spinnentiere (acht Beine)
  • sind Parasiten
  • sind Blutsauger
  • sind Träger des FSME-Virus und der Borrelien-Bakterien
  • leben in Bodennähe (bis zu 1,5 m Höhe) in Sträuchern, Büschen und Gräsern
  • sind vom Frühjahr bis Spätherbst aktiv
  • leben in freier Natur etwa 3 bis 5 Jahre
  • können mit einer einzigen Mahlzeit sehr lange überleben
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Wie sieht eine Zecke aus?
Die Zecke hat acht Beine. Am Kopf der Zecke befinden sich die Stech- und Saugorgane zur Nahrungsaufnahme. Am ersten Beinpaar sitzen die wichtigsten Sinnesorgane und die kräftigen Klauen, mit denen sich die Zecke an ihren Opfern festhält. Die Atemöffnungen befinden sich hinter dem letzten Beinpaar. Am unteren Teil des Bauches sitzen die Geschlechtsteile.

Wo halten sich Zecken auf und wie gelangen sie auf den Menschen??

Die Zecke kann direkt von Gräsern, Büschen und Sträuchern auf den Menschen abgestreift werden. Sie sucht sich dann eine geeignete Bissstelle.
Über Haustiere, wie Hunde und Katzen, können die noch nicht festgesaugten Zecken ebenfalls auf den Menschen übertragen werden. Dies geschieht z.B. durch das Streicheln des Haustieres.

Zecken und Klima

Die Wechselwirkung der Zecke mit dem Klima ist komplex. Zum einen überleben mehr Zecken einen wärmeren Winter, zum anderen reagieren die Larven sehr empfindlich auf Trockenheit. So kann ein sehr heißer, trockener Sommer durchaus dazu führen, dass die Zeckenpopulation deutlich reduziert wird. Die Abhängigkeit der Zeckenausbreitung vom Klima und damit die Übertragung von FSME und Borreliose werden stark vom menschlichen Freizeitverhalten und vom Ausmaß der Exposition der Bevölkerung überlagert.

FSME und Borreliose

Während die Lyme-Borreliose praktisch überall in Deutschland vorkommt, wo es Schildzecken (Gemeiner Holzbock) gibt, ist das Vorkommen des FSME-Virus überwiegend auf bestimmte Naturherde - sogenannte Risikogebiete - konzentriert. In diesen Naturherden sind bis zu 5 % der dortigen Zecken mit dem FSME-Virus infiziert.

Unterschiede 

  • Gegen FSME ist eine Impfung möglich
  • FSME wird direkt beim Biss übertragen
  • Die Erreger der Borreliose (Borrelien) werden 12 - 24 Stunden nach dem Biss übertragen
  • es gibt keine Impfung gegen Borreliose, die Behandlung erfolgt mit Antibiotika

  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die FSME ist eine Infektionserkrankung des zentralen Nervensystems. Bei einer FSME-Infektion nach einem Zeckenstich können nach 7 bis 14 Tagen unspezifische Krankheitszeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und leichte Magen-Darm-Beschwerden ähnlich einer Sommergrippe auftreten. Nach etwa acht beschwerdefreien Tagen entwickelt sich bei ca. 10 Prozent der Erkrankten eine Hirnhaut- und / oder Gehirn- und / oder Rückenmarksentzündung. Dauerhafte Folgeschäden nach Erkrankungen sind nicht selten, tödliche Ausgänge in 1 bis 2 Prozent der Fälle möglich.

Nur Impfen schützt gegen FSME

Eine ursächliche Behandlung bei einer FSME-Erkrankung ist nicht möglich. Das Gesundheitsamt Oberallgäu empfiehlt daher allen Bürgern, sich und ihre Kinder vor FSME mit einer gut verträglichen Impfung zu schützen. Die aus 3 Impfungen bestehende Grundimmunisierung vermittelt einen hochwirksamen und sicheren Schutz. Je nach Herstellerangaben ist alle drei bis fünf Jahre eine Auffrischimpfung erforderlich. Für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr steht ein spezieller, ebenfalls gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung. Der Haus- oder Kinderarzt berät gern und führt auch die Impfungen durch. Bei dieser Gelegenheit sollten auch der Impfschutz der Eltern und Geschwister allgemein überprüft und ggf. (Auffrisch)-Impfungen durchgeführt werden.


Häufigkeit und Verteilung von FSME in Deutschland

Für FSME-Erkrankungen können, aufgrund der seit dem Jahr 2001 bestehenden Meldepflicht, genauere Aussagen zu Häufigkeit und Verteilung in Deutschland getroffen werden. Bis zum Jahr 2004 wurden in Deutschland jährlich durchschnittlich ca. 300 FSME-Erkrankungen gemeldet. In den Jahren 2005 und 2006 ist die Zahl der gemeldeten Fälle in Deutschland und hier insbesondere in Bayern drastisch angestiegen (2005: 432 in Deutschland, davon 212 aus Bayern; 2006: 546 in Deutschland, davon aus Bayern 188). Seit dem Jahr 2007 ist die Zahl der deutschlandweit gemeldeten FSME-Fälle wieder auf das zuvor registrierte Niveau gesunken: (2008: 289 in Deutschland, davon 128 aus Bayern; 2009: 312 in Deutschland, davon 130 in Bayern, 2011 423 Fälle in Deutschland)

Entfernung von Zecken

Eine trotz aller Vorsichtmaßnahmen am Körper festsitzende Zecke sollte unverzüglich entfernt werden. Am besten lassen sich Zecken mit Pinzetten oder so genannten Zeckenzangen entfernen. Die Zecken sollten möglichst nahe an der Haut gefasst und langsam ohne Drehen abgehoben werden. Keinen Klebstoff oder Öl zum Abtöten der Tiere verwenden, weil diese in ihrer Todesnot vermehrt speicheln und die Krankheitserreger u.U. rascher freisetzen.

 

Schutz vor Zecken

  • Ein Schutz gegen Zeckenstiche ist wichtig! Denken Sie daran!
  • Wer sich viel in der freien Natur aufhält, sollte zeckendurchseuchte Gebiete meiden,
  • nicht durch dichtes Gebüsch oder hohes Gras gehen, sondern auf den Wegen bleiben,
  • auf möglichst geschlossene (lange Hosen und langärmelige Hemden), helle Kleidung (darauf lassen sich Zecken leichter entdecken) achten,
  • geschlossene Schuhe tragen,
  • und sich selbst und die Kinder nach einem Aufenthalt in Wald, Wiese und Gebüsch, aber auch in Gärten oder Parkanlagen intensiv nach den Blutsaugern absuchen.
  • Unbekleidete Körperstellen können mit Anti-Zecken Mitteln eingerieben werden.
  • Nach einem Zeckenstich ist es sehr wichtig, die Zecke zügig zu entfernen, da die Wahrscheinlichkeit einer Erregerübertragung mit der Dauer des Saugakts zunimmt.
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Suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf, wenn sich nach einem Zeckenbiss eine kreisförmige Rötung um die Bissstelle (Wanderröte bei Borreliose) entwickelt.

 

Weiterführende Informationen im Internet

 

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG)

http://www.stmug.bayern.de/gesundheit/aufklaerung_vorbeugung/infektionen/zecken.htm

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)

http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/fsme/index.htm

Robert Koch-Institut

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2012/Ausgaben/21_12.pdf;jsessionid=4A2A6A4308E3686AC9D99EE0A37EBC8C.2_cid290?__blob=publicationFile

Karte der Risikogebiete

http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/F/FSME/Karte_FSME_2012.pdf?__blob=publicationFile

 

 

Dr. Alfred Glocker
Leiter Gesundheitsamt Leitender Medizinaldirektor