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Oberallgäu: Sperrgebiet zum Schutz vor der Blauzungenkrankheit

Einschränkungen für den Viehhandel - Allgemeinverfügung für den Landkreis Oberallgäu

Im Januar 2019 haben Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz den Freistaat Bayern über die Feststellung jeweils eines Falls der Blauzungenkrankheit mit Auswirkungen auf den Freistaat Bayern informiert. Die Blauzungenkrankheit (Blue Tongue, BT) ist eine anzeigenpflichtige Viruserkrankung der Wiederkäuer. Die Blauzungenkrankheit ist eine von Stechmücken (Gnitzen der Gattung Culicoides) übertragene Infektionskrankheit, an der in der Regel Schafe und auch Rinder ernsthaft erkranken und verenden können. Für den Menschen ist das nicht gefährlich. Fleisch- und Milchprodukte können ohne Bedenken verzehrt werden.

Das Tierseuchenrecht sieht vor, dass um betroffene Betriebe eine Restriktionszone (Sperrgebiet) von 150 Kilometern eingerichtet wird. Beim Handel mit Tieren aus diesem Sperrgebiet kommt es zu Beschränkungen. Das Verbringen in Mitgliedstaaten und Gebiete, die offiziell als frei von Blauzungenkrankheit anerkannt sind, ist damit nur bei Einhaltung bestimmter unionsrechtlichen Bestimmungen möglich, zum Beispiel bei bestehendem Impfschutz gegen die Blauzungenkrankheit. Ziel der Maßnahmen ist es, die Verbreitung des Erregers zu verhindern und den Eintrag in weitere Nutztierbestände möglichst zu vermeiden. Ein vorbeugender Schutz der Tiere ist über eine freiwillige Impfung möglich.

Das Sperrgebiet der o.g. Fälle reicht bis in den Landkreis Oberallgäu. Die Sperrzone gilt für den gesamten Landkreis Oberallgäu. Die Details dazu, insbesondere dazu, wie die Beschränkungen aussehen, werden in einer Allgemeinverfügung geregelt und veröffentlicht. Es wird davon ausgegangen, dass abhängig vom Auftreten des Blauzungengeschehens die Beschränkungen mindestens zwei Jahre aufrechterhalten werden müssen.

Die Allgemeinverfügung wurde am Freitag, 25. Januar 2019 im Amtsblatt des Landkreises Oberallgäu veröffentlicht. Diese Allgemeinverfügung wurde aufgrund der Länder-Besprechung am 06.05.2019 und vor dem Hintergrund der aktuellen Risikoanalyse des FLI (Stand 26.04.2019) durch eine weitere Allgemeinverfügung vom 10. Mai 2019 geändert. 

Neue Verbringungsregelungen ab dem 18. Mai 2019

Ab dem 18.5.2019 können Kälber aus den Restriktionszonen in freie Gebiete in Deutschland nur noch verbracht werden, wenn sie von geimpften Muttertieren stammen. Hintergrund ist eine aktualisierte Risikobewertung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) nach der die bisher geltenden Verbringungsregelungen zwischen den Ländern nicht mehr aufrechterhalten werden können. Das FLI stuft das Risiko der Verschleppung der Blauzungenkrankheit im Zeitraum von Mai bis Oktober aufgrund der Übertragung durch Insekten als hoch ein. Die bislang geltenden Verbringungsregelungen standen unter dem Vorbehalt einer neuen Risikobewertung durch das FLI.

 

Allgemeinverfügung und Formulare

Weiterführende Informationen:

Im Sperrgebiet liegen die Bundesländer Saarland, Rheinland- Pfalz, Baden-Württemberg und Teile von Nordrhein-Westfalen und Hessen.

In Bayern betrifft die Restriktionszone mittlerweile den ganzen westlichen Bereich. Betroffen sind Landkreise/Städte in Schwaben, Mittelfranken, Unterfranken, Oberfranken, Oberpfalz und Oberbayern. Der genaue Bereich ist aus der Übersichtskarte des LGL zu ersehen.

Links:

>> Informationen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zur Blauzungenkrankheit
>> LGL: FAQs zur Blauzungenkrankheit (BlueTongue, BT) - Informationen für Tierhalter und Tierärzte

>> LGL: Übersichtskarte Restriktionszone in Bayern

>> Allgemeine Informationen zur Blauzungenkrankheit (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft)

>> Informationen des Friedrich-Löffler-Instituts

 

Dr. Thomas Brunner
Sachgebietsleiter, Amtstierarzt