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Rinder-TBC - Abschließende Alptieruntersuchung angeordnet

Allgemeinverfügung richtet sich an alle Tierhalter im Oberallgäu, die 2015 Rinder zur Sömmerung auf Alpen/Gemeinschaftsweiden an der südlichen Grenze des Landkreises Oberallgäu aufgetrieben haben


Zum Ende der Alpsaison 2015 ordnet das Landratsamt eine abschließende Alptieruntersuchung an. Ein letztes Mal sollen Rinder, die im zurückliegenden Sommer auf Alpen in und um die Täler an der südlichen Landkreisgrenze gesömmert worden sind, nach ihrer Rückkehr untersucht werden.
 
Diese Entscheidung wurde jetzt Vertretern der Alp- und Milchwirtschaft, des Zuchtverbandes sowie der bäuerlichen Berufsorganisationen im Rahmen einer Besprechung im Landratsamt mitgeteilt. Hintergrund sind die Ergebnisse des bisherigen Monitorings sowie die Haltung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zur Frage der Risikoverortung. "Die Risikogebiete konzentrieren sich demnach auf den Bereich unmittelbar an der südlichen Landkreisgrenze, also wird dort auch risikoorientiert ein letztes mal getestet", so Landrat Anton Klotz.
 
In die Untersuchung sollen alle über 12 Monate alten Rinder des Talbestandes, aus dem die geälpten Tiere stammen, miteinbezogen werden. Mit der Untersuchung wird ab sechs Wochen nach Abtrieb von der letzten Gemeinschaftsweide begonnen.

>>  zur Allgemeinverfügung
Die Allgemeinverfügung wurde am 29. September 2015 im Amtsblatt des Landkreises Oberallgäu veröffentlicht und richtet sich an alle Tierhalter im Landkreis Oberallgäu, die Rinder im Jahre 2015 zur Sömmerung auf Alpen/Gemeinschaftsweiden an der südlichen Grenze des Landkreises Oberallgäu aufgetrieben haben.

 
Im Rahmen der Auftriebsuntersuchungen im Winter 2014/2015 war noch ein einziger Ausbruch an einem Rind nachgewiesen worden. 27 weitere Tiere hatten zwar im Hautdickentest auch auffällig reagiert, der molekularbiologische Labor-Nachweis für das Vorhandensein der Erreger konnte allerdings nicht geführt werden. Untersucht wurden damals rund 25.000 Rinder.
 
Auch im Sommer auf den Alpen blieb es ruhig. "Im Laufe der Alpsaison sind keine Tbc-Erkrankungen bei den Alptieren bekanntgeworden. Und jetzt erwarten wir uns durch eine letzte Untersuchung wieder nur wenige auffällige Hautreaktionen bei den zurückkehrenden Tieren" so der Kreischef weiter. "Das wäre für mich der Beweis, daß wir mit den bisherigen Bekämpfungsmaßnahmen die Seuche tatsächlich einigermaßen zurückdrängen konnten - und wir könnten das intensive Alptier-Monitoring der vergangenen Jahre dann einstellen und könnten ggf. übergehen zur weniger belastenden Dreijahres-Untersuchung in den Talbeständen, wie sie bis Ende der 90er Jahre erfolgreich praktiziert wurde."
 
Den letzten Beweis, daß der Tuberkulose-Erreger zwischen den Tierarten überspringen kann, bleibt die Wissenschaft zwar nach wie vor schuldig. Für die Praktiker im Landratsamt indes ist die Sache klar: Das "Mykobacterium caprae" kann die Tierart wechseln - tut es aber nur in Einzelfällen. Die Ausbreitung der Krankheit erfolge im wesentlichen innerhalb ein und derselben Tierart.

 

 
 

Details

Datum: 01.10.15

Dr. Thomas Brunner
Sachgebietsleiter, Amtstierarzt