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Herzenswunsch: Auch im Alter zuhause leben

Ergebnisse der Landkreisumfrage „Generation 65 plus“ vorgestellt

Sonthofen/Oberallgäu. Für ihren Lebensabend haben die meisten Menschen der Generation 65 plus im Landkreis Oberallgäu einen vorrangigen Herzenswunsch: Sie möchten auf Dauer in ihrem gewohnten sozialen Umfeld leben. Im Fall einer Pflegebedürftigkeit könnten sie sich vorstellen, im eigenen Zuhause niederschwellige Hilfen von Angehörigen, Nachbarn oder ambulanten Pflegediensten in Anspruch zu nehmen. Dies bestätigt eine groß angelegte Umfrage bei Oberallgäuer Seniorinnen und Senioren. Die Studie des Landkreises wurde jetzt zahlreichen Gemeindevertretern sowie Senioren-, Behinderten- und Familienbeauftragten im großen Sitzungssaal des Landratsamtes vorgestellt.

„Damit haben wir nun eine hervorragende Diskussionsgrundlage für die Aktualisierung und weitere Gestaltung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes im Landkreis“, erläuterte Ralph Eichbauer, Leiter der Abteilung „Mensch und Gesellschaft“. Die Umfrage sei sehr wichtig, damit Angebote gezielt auf die aktuellen und zu erwartenden Bedürfnisse der älteren Generation abgestimmt werden könnten.

5.500 Seniorinnen und Senioren hatten dazu einen vierseitigen Fragebogen in ihrem Briefkasten vorgefunden. Rund 2.500 anonym ausgefüllte Unterlagen gelangten zurück ins Seniorenamt des Landkreises. Dass die Menschen so lange wie möglich in ihren vier Wänden leben möchten, entspreche dem bundesweiten Trend, betonte Eichbauer. Nach dem Motto „ambulant vor stationär“ befinde sich die aktuelle Sozialgesetzgebung auf dem richtigen Weg. Es gelte, ambulante und stationäre Leistungen weiter zu vernetzen und mit den Hilfen zu verknüpfen, die Familien, Nachbarn und Ehrenamtliche erbringen. Dies gelinge nur gemeinsam mit der kommunalen Ebene.

Detaillierte Infos zur aktuellen Seniorenerhebung gab es von Christian Rindsfüßer (Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik - SAGS). Demnach leben 54 Prozent der Befragten im Wohneigentum. Nur wenige haben bislang Wert auf barrierefreies Wohnen gelegt. Mehr als zwei Drittel sind noch selbst mit dem Auto unterwegs. Die meisten (88 Prozent) fühlen sich wohl an ihrem Wohnort und in ihrem sozialen Umfeld. Jedoch hätten viele Alleinlebende gerne mehr Sozialkontakte. Bevorzugte Ansprechpartner bei Fragen zum Thema „Älterwerden, Pflege und Betreuung“ sind der Hausarzt und die Angehörigen. Von den 2500 Teilnehmern an der Umfrage engagieren sich weit mehr als 500 Menschen (23 Prozent) ehrenamtlich. Deutlich wurde in der Erhebung auch, dass viele Senioren Einrichtungen wie Drogeriemarkt, Apotheke oder Post in ihren Wohngemeinden vermissen.

Aktuell liegt der Bevölkerungsanteil der Generation 65 plus im Landkreis bei gut einem Fünftel (22 Prozent). Rindsfüßer verwies auf die Prognose, wonach die Altersgruppe ab 85 Jahren und damit die Zahl der Pflegebedürftigen im Oberallgäu in den nächsten Jahren stark zunehmen wird.