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Stark. Sozial. Vor Ort – das kommunale Jobcenter Oberallgäu

Am 01. Januar 2012 übernahm das neue kommunale Jobcenter die Betreuung arbeitsuchender Menschen in der Grundsicherung. Im achten Jahr dieses gemeinhin als Optionskommune bezeichneten Modells, kann der Landkreis auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken: Im Landkreis herrscht Vollbeschäftigung. Die Hilfezahlen sind deutlich gesunken. Die „Flüchtlingskrise“ wurde gut gemeistert. Landrat Anton Klotz ist sich sicher: „Die Entscheidung, die Betreuung der hilfebedürftigen Menschen im Landkreis in unsere eigenen Hände zu nehmen war absolut richtig.“ Der Landkreis hatte zum 01. Januar 2012 nach der gemeinsamen Aufgabenwahrnehmung mit der Arbeitsagentur die Betreuung in der Grundsicherung für Arbeitsuchende allein übernommen. 

Die Gründe dafür fasst Abteilungsleiter Mensch und Gesellschaft Ralph Eichbauer zusammen: „Die Vernetzung der verschiedenen Anlaufstellen für hilfebedürftige Menschen war uns besonders wichtig. In den ersten Jahren von Hartz IV haben wir gelernt, dass die dringlichsten Probleme der betreuten Menschen kommunale Kompetenzen erfordern.“ Aus diesem Grund wurde das kommunale Jobcenter als Teil des Landratsamtes stärker mit dem Jugendamt, dem Amt für Migration und den weiteren sozialen Dienstleistungen des Landkreises verbunden. Kurze Wege und schnellere Informationen sollen einen raschen Zugang zum gesamten Dienstleistungsangebot der Landkreisverwaltung für ein abgestimmtes Hilfepaket ermöglichen.

Dazu Jobcenterleiter Daniel Michels: „Wir sind dann am besten, wenn wir die von uns betreuten Menschen und ihre Bedarfe kennen. Deshalb setzt das Jobcenter seit Beginn auf eine bedarfsgerechte individuelle Förderung.“ Die Fördermöglichkeiten des Jobcenters gehen daher auch deutlich über die klassischen Fortbildungsmaßnahmen hinaus. Die Arbeitsvermittlungskräfte des Jobcenters berücksichtigen dabei auch die besonderen Bedarfe für die jeweiligen Personengruppen. Beispielhaft ist hierfür eine überaus erfolgreiche Bildungsmaßnahme, die insbesondere für Hilfeempfänger mit Kindern eingerichtet wurde. Während die Eltern im Rahmen der Bildungsmaßnahme auf die Anforderungen des Berufslebens vorbereitet werden, ist die professionelle Betreuung der Kinder quasi „nebenan“ sichergestellt. Ebenso wurden spezielle aufsuchende Coaching-Angebote etabliert. Diese nehmen alle Haushaltsmitglieder in den Blick. Dadurch können in vertrauter Atmosphäre auch Themen abseits der beruflichen Qualifikation angesprochen werden. Je nach Bedarf können die spezialisierten Fachdienste wie Schuldner- oder Suchtberatung im Haus hinzugezogen werden. Psychologische Beratungen und Eignungstests finden vor Ort statt.

Das kommunale Jobcenter ist Teil einer der ersten Jugendberufsagenturen in Bayern. Hierbei handelt es sich um eine Einrichtung, die junge Menschen mit Förderbedarf in den Blick nimmt und mit den Partnern Jugendamt, Agentur für Arbeit und Schulamt an gemeinsamen Lösungen arbeitet.

Für das zwischenzeitlich gut etablierte Optionsmodell war auch der seit dem Jahr 2015 deutlich gestiegene Anteil an Flüchtlingen gut zu bewältigen. Nach Durchlaufen der grundlegenden Integrationskurse zum Spracherwerb für Geflüchtete konnte das kommunale Jobcenter bereits ab dem Jahr 2017 überdurchschnittliche Erfolge bei der Vermittlung von Flüchtlingen in Arbeit erzielen. Den Erfolg dieses ganzheitlichen Konzepts bestätigen auch die offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit:

Waren zu den Hochzeiten bis ca. 2.300 Haushalte im Landkreis auf Leistungen vom Jobcenter angewiesen, konnte die Zahl insbesondere in den letzten eineinhalb Jahren auf 1.428 gesenkt werden. Die Arbeitslosenquote für den Rechtskreis des SGB II war mit 0,7 Prozent zur Jahresmitte 2019 auf dem historisch niedrigsten Stand. Die Erfolgsquoten bei der Vermittlung in Arbeit liegen deutlich über dem bayrischen Durchschnitt. Im Jahr 2018 fand durchschnittlich nahezu jeder zweite erwerbsfähige Hilfeempfänger des kommunalen Jobcenters eine Arbeit.

Während die seit 2015 neu hinzugekommenen Menschen mit Fluchthintergrund in die Betreuung des Jobcenters wechselten, sanken die Betreuungszahlen für deutsche Hilfebedürftige kontinuierlich. Waren zu Jahresbeginn 2017 noch 1.457 erwerbsfähige Deutsche auf Hilfen angewiesen, sank die Zahl der Betreuten um ein Fünftel auf 1.146 Personen im Jahr 2019. Im gleichen Zeitraum reduzierte sich die Vergleichsgruppe der Menschen mit Fluchtmigration von 495 Personen im Jahr 2017 auf 360 im Jahr 2019. Dazu Abteilungsleiter Ralph Eichbauer: „Es ist uns gelungen, die neuen Herausforderungen im Kontext Flucht und Migration zu bewältigen und parallel die Situation bisher betreuter Personengruppen zu verbessern.“

Künftig wird das Jobcenter zusätzliche Akzente in der Förderpraxis setzen. Der Gesetzgeber hat eine neue Form geförderter Beschäftigung im SGB II eingeführt. Über dieses Instrument soll Menschen, die besonders lang arbeitslos waren, die soziale Teilhabe und Rückkehr in das Erwerbsleben ermöglicht werden. Aktuell sind die Vorbereitungen für diese neue Förderung angelaufen, Teilnehmer werden an das Programm herangeführt. Dieser neue Weg in der Arbeitsmarktförderung findet in der Praxis Zuspruch. „Ehemals arbeitsmarktfernen Menschen werden so neue Perspektiven eröffnet.“  so Daniel Michels.

Damit komplettiert sich das Angebot auch im Sinne der Bildungsregion Oberallgäu konstatiert Landrat Anton Klotz: „Das Motto der Bildungsregion: Kein Talent darf verloren gehen! erstreckt sich ausdrücklich über alle Alters- und Qualifikationsstufen. Damit gehen wir neue Wege, die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger weiter zu verbessern.“

Details

Datum: 26.08.19

Daniel Michels
Sachgebietsleiter JobCenter Oberallgäu